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SG Wattenscheid 09 steht vor „Herkulesaufgabe“

Ex-Bundesligist bekommt nach Insolvenzantrag neun Punkte abgezogen.
Gut 72 Stunden nach dem Bekanntwerden des Insolvenzantrags rollte in der Wattenscheider Lohrheide wieder der Ball. Die Mannschaft des Traditionsvereins unterlag 1:2 gegen die Sportfreunde Lotte.

Nachdem Aufsichtsratsmitglied und Ex-Schalke-Präsident Josef Schnusenberg die Mannschaft am Freitag über den „unvermeidlichen Schritt“ zum Bochumer Amtsgericht informiert hatte, war auch Trainer Farat Toku (Foto/“Wir haben viereinhalb Jahre hart dafür gekämpft, das zu verhindern“) zunächst geschockt. An Aufgabe verschwendete der 39-Jährige allerdings keinen Gedanken, was auch Schnusenberg dazu animierte, sein weiteres Engagement in der Lohrheide anzukündigen.

Positiv für Spieler und Trainer, die noch auf ihre Gehälter für Juli und August warten: Durch den Insolvenzantrag sind die Gelder zumindest für drei Monate abgesichert. Ob und wie es dann ab Oktober weitergeht, muss der Insolvenzverwalter entscheiden, der zu Wochenbeginn vom zuständigen Gericht eingesetzt werden dürfte. Er wird dabei nach einer Bestandsaufnahme auch zu prüfen haben, wie der Ex-Bundesligist in eine solche Schieflage geraten konnte und ob die Mitglieder der Führungsgremien in den letzten Jahren ihrer Verantwortung gerecht geworden sind. Das dürfte nicht nur das einzige Vorstandsmitglied Dragan Markovic, den vor wenigen Wochen zurückgetretenen Aufsichtsratsvorsitzenden und Hauptgeldgeber Oguzhan Can sowie die aktuellen Funktionsträger betreffen, sondern vor allem auch noch deren Vorgänger.

Klar ist: Der Westdeutsche Fußballverband (WDFV) wird die SG Wattenscheid 09 mit einem Abzug von neun Punkten belegen, sobald der Insolvenzantrag dort offiziell vorliegt. Der sportliche Klassenverbleib wird damit für Toku und sein Team in der Tat zu einer „Herkulesaufgabe“, wie es Schnusenberg formulierte. Aktuell stünde die SGW in diesem Fall bei minus fünf Zählern. „Neun Punkte Abzug sind ein Brett, doch wir werden niemals aufgeben“, sagt Farat Toku kämpferisch. Sollte sich der Insolvenzverwalter allerdings mangels Masse für eine Einstellung des Spielbetriebs entscheiden, dann würden alle bis dahin ausgetragenen Spiele aus der Wertung genommen und die SGW stünde automatisch als erster Absteiger fest.

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