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Galopp Hoppegarten: Gröschels Itobo mit Nase vor Laccario

Derbysieger hauchdünn bezwungen – Drei Treffer für Jockey Minarik.
Es war nach Einschätzung von Beobachtern eines der spannendsten Galopprennen des Jahres 2019 in Deutschland: Den 29. Preis der Deutschen Einheit (55.000 Euro, 2.000 Meter), dem Höhepunkt am Nationalfeiertag auf der Galopprennbahn in Berlin-Hoppegarten lieferten sich der siebenjährige „Veteran“ Itobo, der aktuelle Derbysieger Laccario und der fünf Jahre alte Be My Sheriff eine Auseinandersetzung, die die 10.157 Zuschauer von den Sitzen riss. Mit dem Mini-Vorsprung von einer Nase ging der mit 32.000 Euro honorierte Sieg an Stall Tottis Itobo (mit dem Italiener Marco Casamento/Köln) aus dem Hannoverschen Stall von „Altmeister“ Hans-Jürgen Gröschel (76) vor Laccario und dem ebenfalls dichtauf folgenden Be My Sheriff.

Bis weit in die Zielgerade bestimmte Be My Sheriff das Tempo, wobei Laccario und Itobo sofort direkt hinter ihm auszumachen waren. Auf der Zielgeraden entwickelte sich dann ein wahrer Thriller. Be My Sheriff hatte lange einen Vorsprung, innen versuchte es Itobo und zwischen beiden packte der heiße Favorit Laccario (16:10) groß an, doch wurde es dabei kurz etwas eng für ihn. Auf den letzten Metern zündete plötzlich Itobos Turbo – und der schon siebenjährige Wallach schob genau auf der Ziellinie die Nase nach vorne. Die Spannung, bis das Zielfoto ausgewertet war, war atemberaubend.

Der Vorjahresdritte Itobo (Siegtoto 96:10), der sich aus kleinsten Anfängen in die Elite-Klasse vorgearbeitet hatte, machte es damit noch besser als der ebenfalls von Hans-Jürgen Gröschel trainierte Iquitos. Der „Galopper des Jahres 2018“ war hier vor einem Jahr Zweiter gewesen.

Nächster Auftritt in Iffezheim bei Baden-Baden?

„Es war ganz knapp, mein Pferd hat riesig angezogen. Ich hatte schon gehofft, dass wir es noch geschafft hätten“, schilderte Siegjockey Marco Casamento. Trainer Hans-Jürgen Gröschel sagte nach dem zehnten Karrieretreffer von Itobo beim 29. Start: „Das Zielfoto ist unbestechlich. Man muss nur Geduld aufbringen. Wahrscheinlich war die heutige Distanz seine beste. In Baden-Baden und Hamburg war er zuletzt sehr unglücklich gewesen. Diesmal lief bei nur wenigen Pferden alles bestens. Itobo ist ja erst in seiner vierten Saison, denn er hat als Vierjähriger angefangen. Wenn alles gut läuft, dann könnte er noch einmal in der Baden-Württemberg-Trophy in Iffezheim bei Baden-Baden antreten. Denn er wird ja immer älter, und da weiß man nicht, ob er im nächsten Jahr noch seine Form hat.“

Laccario aus dem Besitz des Gestüts Ittlingen (Werne) von Manfred Ostermann unterlag als Zweiter nur minimal und ging nie schlechter als der Sieger. „Er war noch nie auf so weichem Boden gelaufen“, erklärte Trainer Andreas Wöhler (Gütersloh). Nur eine halbe Länge dahinter war auch der lange führende Be My Sheriff dichtauf. Er hatte sehr viel für das Rennen getan und lief als Dritter bravourös. „Das war super, wir sind sehr zufrieden. Die zwei Kilo, die er mehr tragen musste als zuletzt, hat er am Ende gemerkt. Vielleicht greifen wir nun in Baden-Baden wieder an“, kommentierte Trainergattin Natascha Grewe. Volle elf Längen zurück hatte Ismene als Vierte ebensowenig eine Möglichkeit wie Preciosa als Schlusslicht.

Triumph für Kleinkorres im BBAG Auktionsrennen

Da hat der große und junge Stall „just4turf“ einen echten Hoffnungsträger in seinen Reihen: Wie der vom Gestüt Görlsdorf gezogene Sea The Moon-Sohn Party Moon (29:10-Favorit) im BBAG Auktionsrennen (52.000 Euro) über 1.400 Meter der Geraden Bahn mit der Konkurrenz umsprang, war beeindruckend. Von dritter Position stürmte der von Maxim Pecheur (Lohmar) gerittene dreijährige Hengst souverän davon und bleibt nach zwei Starts weiter ungeschlagen.

„Ich hatte mit einem sehr guten Laufen gerechnet, nun hätte er eine Pause verdient“, kommentierte Trainer Axel Kleinkorres (Neuss) den lukrativen Sieg. Best Spirit entwickelte noch sehr viel Endgeschwindigkeit und schob sich gerade noch auf Platz zwei vor Miss Mae, die lange dagegenhielt. So Beautiful ergatterte spät noch Rang vier vor der vorne nachlassenden Reine des Fleurs.

Ebbesloh-Sieg im Schubert-Memorial

Was hätte es Passenderes geben können, als einen Erfolg einer Stute des Gestüts Ebbesloh der Familie von Schubert (Bielefeld) in dem „Bernhard von Schubert-Memorial“, einer Meilen-Konkurrenz für Zweijährige? Und die heiße 17:10-Favoritin Democracy, die in Hannover sehr stark debütiert hatte, dominierte mit Lukas Delozier früh gegen den vorne bestens standhaltenden Kadrun und Free Lips. „Das ist ein veranlagtes Pferd. Ob sie in der Winterkönigin startet, kann ich aktuell noch nicht sagen“, berichtete Trainer Peter Schiergen (Köln).

Erfolgreichster Jockey des Renntages war Routinier Filip Minarik (Foto/Köln) mit gleich drei Volltreffern.

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