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Galopp: Ammerlands Waldgeist gewinnt den „Arc“

Deutscher Triumph im bedeutendsten Millionen-Rennen der Welt.
Ein deutsches Pferd schrieb am Sonntag Galopp-Geschichte auf der Bahn in Paris-Longchamp: Waldgeist, der vom französischen Meistertrainer Andre Fabre vorbereitete fünfjährige Hengst triumphierte für die Gestüte Ammerland (Dietrich von Boetticher/München) und Newsells Park (Andreas Jacobs/Sottrum bei Bremen) im Prix de l‘Arc de Triomphe (fünf Millionen Euro, 2.400 Meter), dem bedeutendsten Rennen der Welt.

Der von seinen Besitzern auch gezogene fünfjährige Galileo-Sohn brachte mit Jockey Pierre-Charles Boudot, der schon am Vortag vier Rennen gewonnen hatte, das Kunststück fertig, im „Arc“ den Hattrick der Super-Stute Enable zu vereiteln, die lange Zeit wie die erneute Siegerin ausgesehen hatte und Zweite wurde vor dem französischen Derbysieger Sottsass sowie den O‘Brien-Pferden Japan und Magical. Es war schon der zweite Sieg für das bayerische Gestüt Ammerland im Prix de l‘Arc de Triomphe nach Hurricane Run 2005, acht Jahre nach dem Erfolg der deutschen Ausnahmestute Danedream.

Waldgeist, im Vorjahr noch Vierter hinter Enable und nun als 141:10-Außenseiter am Toto unterschätzt, obwohl er den Prix Ganay und den Prix Foy auf diesem Kurs für sich entschieden hatte, hielt sich zunächst im hinteren Drittel des zwölfköpfigen Feldes auf. Enable hatte ein Traumrennen an vierter Position, während der kürzlich im Großen Preis von Baden siegreiche Ghaiyyath bald die Spitze übernahm. In der entscheidenden Phase wurde er jedoch bald durchgereicht und war am Ende nur Zehnter, einen Platz hinter dem dreifachen deutschen Gruppesieger French King.

2.857.000 Euro Preisgeld

Auf der Zielgeraden schien alles nach Plan zu laufen für die auf 15:10 heruntergewettete Enable. Ihr Jockey Lanfranco „Frankie“ Dettori eroberte bald die Pole-Position und machte sich auf mehrere Längen von der Konkurrenz frei. Doch dann kam der große Auftritt von Waldgeist. Mit atemberaubendem Speed stürmte die deutsche Arc-Hoffnung heran und kam tatsächlich noch klar mit eindreiviertel Längen an Enable vorbei, die im Erfolgsfalle als erstes Pferd dreimal in Serie dieses Super-Rennen auf ihr Konto gebracht hätte.

2:31,99 Minuten betrug die Siegerzeit von Waldgeist, der beim 14. Start seinen neunten Erfolg, natürlich den mit Abstand bedeutendsten seiner Laufbahn, landete. Zuvor hatte er bereits 1.492,1980 Euro eingaloppiert. Nun wanderten sagenhafte 2.857.000 Euro auf das Konto der Gestüte Ammerland (75 Prozent der Anteile) und Newsells Park (25 Prozent), womit sein „Kontostand“ bei über 4,3 Mio. Euro steht.

„Er ist regelrecht explodiert“

Die Besitzer Dietrich von Boetticher und Andreas Jacobs waren nach dem Waldgeist-Sieg ebenso hellauf begeistert wie die vielen deutschen Schlachtenbummler. Dietrich von Boetticher erklärte bei der Pressekonferenz: „Dieses Rennen versucht man immer zu gewinnen. Darauf wartet man Jahre. Wir hatten mit Hurricane Run schon einen Arc-Sieger, aber das ist schon lange her. Dann hatten wir ein sehr gutes Pferd mit Borgia, aber auch das liegt lange zurück. Es war sehr wichtig, dass wir einen Partner mit Andreas Jacobs gefunden haben und das Joint-Venture schließen konnten. Das ist die beste Sache, die man tun kann. Es war ein großes Glück. Natürlich habe ich immer Bedenken wegen des Bodens, auch heute, wo das schwere Geläuf eine Herausforderung war. Aber Waldgeist ist sehr viel stärker geworden. Ich hatte nicht erwartet, dass er so beschleunigen kann. Er ist ja regelrecht explodiert. Ein sehr gutes Pferd kann jeden Boden, und das hat er heute gezeigt. Ich habe mein ganzes Leben schon Pferde bei Andre Fabre. Ich hatte heute nicht erwartet, dass überhaupt ein Pferd Enable schlagen könnte. Waldgeist sah gut aus, Andre war sehr positiv. Wir haben ihm geglaubt und sind dafür so belohnt worden. Was die Zukunft von Waldgeist betrifft, würden wir nie eine Entscheidung treffen, die Andre Fabre nicht mitträgt, alles ist offen. Pferde sind Lebewesen und keine Maschinen. Man darf es nicht übertreiben, daher werden wir so entscheiden, wie es für Waldgeist und nicht für uns richtig ist.“

Andreas Jacobs fügte hinzu: „Waldgeist stammt aus einer deutschen Familie, der W-Familie, vielleicht die beste Familie der deutschen Geschichte. Bei Waldgeist handelt es sich um ihr erstes Produkt. Das ist wahrscheinlich das Größte, was ich in meinem Leben bisher erlebt habe.“

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