Startseite / Fußball / 1. Bundesliga / DFB-Pokal: Ex-Kölner Dirk Lottner schaltet alte Liebe aus

DFB-Pokal: Ex-Kölner Dirk Lottner schaltet alte Liebe aus

1. FC Köln unterliegt sensationell beim Viertligisten 1. FC Saarbrücken 2:3.
Wahnsinn in Völklingen! Der 1. FC Saarbrücken, Spitzenreiter in der Regionalliga Südwest, hat als erster Amateurklub in dieser Saison sensationell das Achtelfinale m DFB-Pokal erreicht. Die Mannschaft von Trainer und Ex-Bundesligaprofi Dirk Lottner warf vor 6.800 Zuschauern im ausverkauften Hermann-Neuberger-Stadion den Bundesligisten 1. FC Köln, Lottners langjährigen Klub, beim 3:2 (0:0) aus dem Wettbewerb.

Der ehemalige Kölner Christopher Schorch (53.) und Gillian Jurcher (57.), der schon bei der Sensation in der ersten Runde (ebenfalls 3:2 gegen Zweitligisten SSV Jahn Regensburg doppelt getroffen hatte, brachten den Außenseiter nach der Pause mit einem Doppelschlag 2:0 in Führung. FC-Kapitän Jonas Hector (71.) und der eingewechselte Simon Terodde (84.) schienen die Gäste zumindest in die Verlängerung zu retten, ehe Saarbrückens Mittelfeldspieler Tobias Jänicke (90.) doch noch der Siegtreffer für die Hausherren gelang.

Spieler, Trainer, Betreuer und Fans des saarländischen Traditionsklubs feierten nach dem erlösenden Schlusspfiff ausgelassen die erneute Pokal-Sensation. Wenn es am 4./5. Februar 2020 mit der Runde der verbliebenen 16 Teams im DFB-Pokal weitergeht, wird der Ex-Bundesligist dabei sein.

FCS-Trainer Dirk Lottner: „Bin unglaublich stolz“

„Wir haben von der ersten Minute an gezeigt, was wir wollten“, lobte Dirk Lottner, der beim 1. FC Köln einst Profi sowie U 17-, U 23- und Co-Trainer war, sein Team nach dem Coup: „Wir waren aktiv und präsent. Die Mannschaft wusste genau, dass hier etwas geht. Wir haben jederzeit dran geglaubt, auch nach dem Ausgleich. Ich bin unglaublich stolz auf die Mannschaft.“

Ganz anders war die Laune bei FC-Trainer Achim Beierlorzer: „Ich bin maßlos enttäuscht. Wir haben ganz dumme Gegentore bekommen. Es ist ein Rückschritt, aber 30 gute Minuten haben nicht gereicht.“

Zwei Änderungen beim FCS – Kölns Beierlorzer „rotiert“

Schon vor der Pause der Partie war kein Klassenunterschied zwischen dem Viertligisten und den favorisierten Gästen aus der Bundesliga zu erkennen. Auf zwei Positionen hatte Trainer Lottner sein Team im Vergleich zum 5:0-Kantersieg in der Liga gegen Kickers Offenbach umgestellt. Jose Pierre Vunguidica, ebenfalls früher für den 1. FC Köln am Ball, und Fanol Perdedaj rückten in die Startformation. Mario Müller und Fabian Eisele saßen deshalb zunächst auf der Bank, wurden erst im Laufe der zweiten Halbzeit eingewechselt.

Kölns Trainer Beierlorzer „rotierte“ dagegen nach dem 1:3 in Mainz auf sechs Positionen. Für Kingsley Ehizibue, Kingsley Schindler, Rafael Czichos, Simon Terodde, Louis Schaub (alle auf der Bank) und Florian Kainz (nicht im Kader) spielten Jorge Meré, Benno Schmitz, Jhon Cordoba, Marcel Risse, Dominick Drexler und Anthony Modeste von Beginn an.

Saarbrückens Schlussmann Batz aufmerksam

Der FCS trat von Beginn an mutig auf, hatte vor allem durch den starken Gillian Jurcher, aber auch durch den späteren Matchwinner Tobias Jänicke bereits einige gute Möglichkeiten, den Führungstreffer zu erzielen.

Auf der Gegenseite scheiterte Cordoba aus spitzem Winkel ebenso am aufmerksamen Saarbrücker Schlussmann Daniel Batz wie Drexler, der wohl die größte Chance des ersten Durchgangs hatte. Batz klärte per Fußabwehr.

„Maskenmann“ Schorch mit dem Kopf zur Stelle

Kurz nach dem Beginn der zweiten Halbzeit mussten die Fans des 1. FC Köln schon wieder tief durchatmen, als Torhüter Timo Horn einen fulminanten 20-Meter-Schuss von Vunguidica abwehrte und Verteidiger Meré in letzter Sekunde vor dem einschussbereiten FCS-Torjäger Sebastian Jacob gerade noch retten konnte.

Wenig später war Horn aber erstmals geschlagen: Einen Freistoß von Perdedaj verlängerte der aufgerückte Innenverteidiger Christopher Schorch per Kopf ins Netz – 1:0 (53.). Der 30 Jahre alte ehemalige Nachwuchsspieler von Hertha BSC und Real Madrid stand von 2009 bis 2011 sowie in der Saison 2012/2013 beim „Effzeh“ unter Vertrag, kam in dieser Zeit zu 21 Bundesliga-Einsätzen. Wegen eines kürzlich erlittenen Nasenbeinbruchs lief Schorch mit Gesichtsmaske Maske auf, behielt aber im Strafraumgetümmel den Durchblick.

Der Favorit hatte sich kaum von dem Rückstand erholt, da stand es auch schon 2:0. Nach einem langen Pass aus der eigenen Hälfte lief Erstrunden-Held Jurcher der Kölner Abwehr auf uns davon, umkurvte auch noch Horn und schob die Kugel ins leere Tor (57.).

Köln schlägt zurück – Doch Jänicke kontert eiskalt

Erst nach dem Zwei-Tore-Rückstand sowie den Einwechslungen der Offensivspieler Louis Schaub, Kingsley Schindler und schließlich Simon Terodde zeigte der 1. FC Köln eine Reaktion – und schlug zurück. Kapitän und Nationalspieler Jonas Hector (71.), selbst gebürtiger Saarbrücker, nutzte eine Unachtsamkeit in der FCS-Abwehr, Torjäger Terodde (84.) verwertete einen starken Steilpass von Cordoba zum 2:2-Ausgleich.

Plötzlich war der 1. FC Köln scheinbar drauf und dran, das Spiel noch komplett zu drehen, fing sich dann aber einen eiskalten Konter. Nach glänzender Vorarbeit von Kianz Froese beförderte Tobias Jänicke (90.) den Ball zum umjubelten 3:2-Siegtreffer ins lange Eck. Als der Underdog dann auch noch die vierminütige Nachspielzeit überstanden hatte, kannte der Jubel im Saarland keine Grenzen mehr.

Das könnte Sie interessieren:

Ex-Schalker Choupo-Moting schießt Paris St. Germain ins Halbfinale

31-jähriger Angreifer erzielt 2:1-Siegtreffer gegen Atalanta Bergamo.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.