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Kult-Trainer und Hrubesch-Entdecker: Werner „Beinhart“ Lorant jetzt 71

Jubilar erzielte 1977 das bis heute letzte Bundesliga-Tor von Rot-Weiss Essen.
Er erzielte 1977 das letzte Bundesliga-Tor für den heutigen West-Regionalligisten Rot-Weiss Essen: An diesem Donnerstag (21. November) wurde Werner Lorant (Foto) 71 Jahre. Der ehemalige Profi und Trainer mit dem Beinamen „Beinhart“ hinterließ einst im Ruhrgebiet viele Fußstapfen. So spielte er nicht nur für Rot-Weiss Essen, sondern auch für Borussia Dortmund, den FC Schalke 04 und Westfalia Herne. Später erlangte er als Trainer – vor allem bei seiner längsten Station TSV 1860 München – große bundesweite Bekanntheit.

Mit Zitaten wie „Ich wechsle nur aus, wenn sich einer ein Bein bricht“ oder „Was soll ich mit den Spielern reden, ich bin doch kein Pfarrer“ hievte er sich in die Schlagzeilen. Schon seit einigen Jahren wohnt Lorant in einem Appartement auf einem Campingplatz im oberbayerischen Waging am See.

Für Rot-Weiss Essen war der gelernte Maler und Anstreicher zwischen 1973 und 1977 am Ball. Zu seinen Mitspielern zählten unter anderem Willi „Ente“ Lippens, Manfred „Manni“ Burgsmüller und Dieter Bast. Er entdeckte den späteren Nationalstürmer Horst Hrubesch in Hamm-Westtünnen, wo er neben seiner Profikarriere schon nebenbei als Trainer tätig war, und fädelte den Wechsel des „Kofball-Ungeheuers“ an die Hafenstraße ein, indem er dem damaligen RWE-Präsidenten Will Naunheim den entscheidenden Tipp gab.

Insgesamt 16 Mal trug sich Lorant in 106 Begegnungen für RWE in die Torschützenliste ein. Am 33. Spieltag der Saison 1976/1977 markierte „Werner Beinhart“ beim 5:3-Erfolg gegen Fortuna Düsseldorf den bis heute letzten Bundesliga-Treffer für die Rot-Weissen. Mit einem 0:6 bei Eintracht Braunschweig am letzten Spieltag verabschiedete sich der Traditionsverein und aktuelle Viertligist aus der 1. Liga. Lorant schloss sich dem 1. FC Saarbrücken an.

Geboren wurde Werner Lorant im westfälischen Welver (Kreis Soest) als das älteste von sieben Kindern eines Maurers. Als Zehnjähriger schloss er sich dem SV Welver an, weitere Spielerstationen waren neben RWE, Saarbrücken, Schalke, Dortmund und Herne auch Eintracht Frankfurt (UEFA-Cup-Triumph 1980 und DFB-Pokalsieg 1981), Hannover 96 und der 1. FC Schweinfurt 05. Insgesamt kam Lorant auf 325 Bundesliga- (46 Tore) und 33 Zweitliga-Einsätze (acht Treffer).

Bei den Gegenspielern war der Defensivspezialist gefürchtet. Sein Mitspieler Bernd Hölzenbein (bei Eintracht Frankfurt) sagte einmal: „Wenn mich mal ein Gegenspieler nervte, drohte ich ihm mit Werner. Nach dem Motto: Ich hetz’ den Lorant auf dich. Schon war Ruhe.“ Bemerkenswert ist aber, dass in Lorants Bilanz „nur“ zwei Rote Karten stehen.

Lorants Trainerkarriere ist untrennbar mit dem TSV 1860 München verbunden. Insgesamt neun Jahre – von 1992 bis 2001 – stand er bei den „Löwen“ in der sportlichen Verantwortung. Übernommen hatte er den Traditionsverein in der Bayernliga. Innerhalb von zwei Jahren ging es rauf in die Bundesliga. Dort führte er den TSV einmal sogar bis in die Qualifikation zur Champions League, scheiterte dort aber an Leeds United (1:2/0:1).

Sein Temperament auf der Trainerbank war legendär. Nicht nur einmal musste sich Lorant mit der Sportgerichtsbarkeit auseinandersetzen. Großen Wert legt der Trainer auf die Fitness. „Wer am Samstag nicht so läuft, wie ich mir das vorstelle, der kann ja am Sonntag noch weiterlaufen“, sagte Lorant einmal in einem Interview.

Nach dem Ende seiner Amtszeit in München kam Lorant viel herum. Fenerbahçe Istanbul (Türkei), Incheon United (Südkorea), APOEL Nikosia (Zypern), Saipa Teheran (Iran) und Liaoning Hongyun (China) sowie bis 2012 der slowakische Club DAC Dunajská Streda waren nur einige Stationen von Lorant.

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