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Oberliga Westfalen: Westfalia Herne stellt Insolvenzantrag

Traditionsverein will sich durch Sanierung von „Altlasten“ befreien.
Die Verantwortlichen des Traditionsvereins SC Westfalia Herne, der in der fünftklassigen Oberliga Westfalen auf Platz zehn rangiert, haben am Donnerstag beim zuständigen Amtsgericht in Bochum wegen Zahlungsunfähigkeit den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt.

Als wesentliche Gründe für den Antrag gelten finanzielle Altlasten, die den ehemaligen Zweitligisten bereits seit längerer Zeit belasten. „Aufgrund dieser Altlasten halten sich auch verschiedene Sponsoren zurück, die nicht die Vergangenheit des Vereins finanzieren, sondern in die Zukunft des Klubs investieren möchten“, teilte die Westfalia mit.

„Antrag aus rechtlichen Gründen notwendig“

„Der Antrag war aus rechtlichen Gründen notwendig“, sagt Rechtsanwalt Eric Coordes. Der Insolvenzexperte hatte im Vorfeld die Zahlen des Vereins geprüft, die Verantwortlichen beraten und die Anträge vorbereitet. „Mit dem Antrag bekommt Westfalia Herne die Chance, sich über ein Insolvenzverfahren zu sanieren“, so Coordes, der zur Sozietät „Mönig und Partner“ mit Standorten in Bochum, Münster, Düsseldorf und Dortmund gehört. Die Kanzlei hatte unter anderem schon Insolvenzverfahren bei den damaligen Drittligisten Alemannia Aachen und Rot Weiss Ahlen begleitet und durchgeführt.

Das Amtsgericht Bochum wird nun für Westfalia Herne einen vorläufigen Insolvenzverwalter bestellen, der gemeinsam mit dem Vorstand mögliche Sanierungswege prüfen und einleiten wird. Außerdem wird er Insolvenzgeld für die Angestellten inklusive der Mannschaft des Oberligisten beantragen, so dass deren Gehälter zunächst für drei Monate gesichert sind. Rechnen muss der Verein wegen des Insolvenzantrages allerdings mit einem Abzug von neun Punkten durch den Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW).

Oberliga-Spielbetrieb soll fortgesetzt werden

Laut Vorstand geht der Spielbetrieb des Oberligisten weiter. Auch das kommende Ligaspiel gegen die Sportfreunde Siegen soll am Sonntag (ab 14.30 Uhr) stattfinden. „Wir haben die Zusage von verschiedenen Sponsoren, die unseren Sanierungsweg über ein Insolvenzverfahren unterstützen“, sagt Uwe Heinecke, Vorstandsmitglied bei Westfalia Herne. Auch die anderen Sportarten im Verein werden fortgeführt.

Der 1904 gegründete Revierklub hat eine große Historie. Von 1933 bis 1944 sowie von 1954 bis 1963 spielten die Herner erstklassig, in der damaligen Gauliga Westfalen sowie in der Oberliga West. 1959 und 1960 nahm der Verein an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft teil. Von 1975 bis 1979 spielte die Westfalia in der 2. Bundesliga. Zu den bekanntesten Spielern gehörten Ex-Nationaltorhüter Hans Tilkowski, der dem Verein bis heute eng verbunden ist, sowie Helmut Benthaus (späterer Meistertrainer beim VfB Stuttgart), Bundesligaprofi und -Trainer Werner Lorant, Film-Regisseur Sönke Wortmann und Michael Steinbrecher (langjähriger Moderator des ZDF-Sportstudios).

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