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Traben Gelsenkirchen: Doppelsieg für Nimczyk-Quartier

Neu-Willicher Robbin Bot lässt Champion Michael Nimczyk hinter sich.
Erstmals nach der Zwangspause wegen zweier festgestellter Herpesvirus-Fälle ging auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen wieder eine Rennveranstaltung mit sechs Prüfungen über die Bühne. Das Hauptaugenmerk der Traberfans lag dabei auf dem „Preis von Bordeaux“ (5.000 Euro/2.600 Meter), den der Veranstalter an das Ende des Programms gelegt hatte. Acht Pferde der besten Tagesklasse bis 60.000 Euro Gewinnsumme gingen hier an den Ablauf, darunter zwei Vertreter aus dem Willicher Championstall Nimczyk, die die Wetter kurzerhand zu Favoriten erklärten und damit am Ende auch Recht behalten sollten.

Die Reihenfolge hatte man sich vielerorts aber wohl anders herum vorgestellt, denn die Nase vorne hatte nicht etwa der deutsche Berufsfahrer-Champion Michael Nimczyk mit Chapter One (23:10), sondern der gebürtige Niederländer Robbin Bot (jetzt ebenfalls in Willich beheimatet, früher Seppenrade) mit Stall Habos Gladiateur (26:10). Der mit vier Jahren jüngste Teilnehmer des Rennens aus dem Besitz von Hans-Ulrich Bormann (Ennepetal) hatte sich nach anfänglicher Führung bis zum Erreichen der Zielgeraden an der Innenkante „versteckt“, fand dann frühzeitig einen Durchschlupf und ließ seinen nach gut 1.000 Metern in Front gezogenen Trainingsgefährten in der Entscheidung alt aussehen. Volle fünf Längen trennten den zuvor zweimal in Paris-Vincennes platzierten Gladiateur im Ziel von dem müden Widersacher, der für das zweite Geld gegen den beim Comeback gut endenden Amiral de Retz (Jochen Holzschuh/Dülmen) jedoch nicht mehr in Gefahr geriet.

Maximale Ausbeute für Niederländer Age Posthumus

Während das Team Nimczyk im Hauptereignis also allen Grund zur Freude hatte, machte ein Niederländer in den übrigen Partien die fetteste Beute. Age Posthumus erwischte einen Glanztag und stellte zwei Sieger, mit denen man im Vorfeld hatte liebäugeln, aber nicht unbedingt rechnen dürfen. Den Anfang machte Reados letzter Nachkomme, Noubliez jamais, der sich am 5. Januar bereits angekündigt hatte und den favorisierten Exclusive Fire (Victor Gentz/Kaarst) nun ganz sicher in Schach hielt. Egal wie sich der Maharajah-Sohn auch abmühte, der nach 900 Metern an die Spitze gelangte Hengst legte stets mühelos zu, ohne dass der Niederländer Jaap van Rijn in seinem Sulky ernsthaft zur Tat schreiten musste.

Für die zweite Überraschung sorgte Age Posthumus dann selbst und verbuchte mit dem Deutschland-Debütanten Jo Black seinen ersten Gelsentrab-Volltreffer als Fahrer seit dem 3. Dezember 2017. Das Gespann hatte dem Favoriten Maranello Bo (Michael Nimczyk) nach rund 600 Metern bereitwillig die Führung überlassen und aus dieser Position letztlich keine Mühe, den Spieß bis zum Pfosten umzudrehen.

Auch Jan-Henk Janssen hat doppelten Grund zur Freude

Gleichfalls zwei Trainererfolge feierte Jan-Henk Janssen am Nienhausen Busch. Nachdem Ex-Champion Roland Hülskath (Krefeld) den Renntag mit dem ersten Karriere-Sieg von James Moko eröffnet hatte, legte Samantha Stolker im Amateurfahren mit dem gleichfalls von 5.000.000 Euro-Traber Timoko abstammenden Iron Fox nach.

Die obligatorische Prüfung für französisch gezogene Pferde ging ebenfalls in die Niederlande, aber etwas überraschend nicht an den dritten Gelsentrab-Starter von Jan-Henk Janssen, den als Seriensieger angetretenen Favori de la Basle. Stattdessen behauptete sich Kurt Roeges mit Empereur Quick (Foto) gegen den etwas höher eingeschätzten Bikini de Larcy (Danny den Dubbelden) und lieferte damit einen weiteren Beleg dafür, dass gute Platzierungen in Wolvega (NL) nicht selten eine Top-Empfehlung für Engagements in Gelsenkirchen sind.

Bei insgesamt sechs Prüfungen verzeichnete der Veranstalter einen Wettumsatz von 28.982 Euro. Das entspricht einem Durchschnitt von 4.830 Euro pro Rennen. Davon wurden 8.440 Euro (Schnitt 1.406 Euro) auf der Rennbahn selbst gewettet.

Foto-Quelle: Sabine Sexauer/Gelsentrab PR

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