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Traben Berlin: Deutsches Derby 2020 auf Mitte September verlegt

Corona-Krise zwingt Veranstalter in Mariendorf zu neuer Planung.
Die Corona-Krise wirbelt auch die Planungen des deutschen Trabrennsports weiter durcheinander. Zwar ist der Rennbetrieb aktuell „nur“ bis zum 15. April ausgesetzt. Die Zwangspause hat aber schon jetzt auch weitreichende Folgen für spätere Renntermine.

So hat der Rennveranstalter auf der Bahn in Berlin-Mariendorf jetzt entschieden, die Finalläufe zum 125. Deutschen Traber-Derby sowie zum Stuten-Derby auf das Wochenende, 19./20. September, zu verschieben. Seit Jahrzehnten werden diese Klassiker sonst stets am ersten August-Wochenende (diesmal 1./2. August) ausgetragen. Weitere Folge: Die Rennen um die sogenannte Breeders Crown („Züchter-Krone“), die bislang für Mitte September vorgesehen waren, sollen jetzt erst am 24./25. Oktober über die Bühne gehen.

Zur Begründung schreibt der Trabrennverein in Berlin-Mariendorf:

„Die Lage ändert sich aktuell täglich und zum jetzigen Zeitpunkt kann keiner sagen, wann und unter welchen Bedingungen wieder Trabrennen stattfinden können. Momentan gelten in den meisten Bundesländern die bestehenden Beschränkungen für einen Zeitraum bis nach Ostern bzw. bis Ende April. Ob die Beschränkungen danach weiter bestehen, verändert oder aufgehoben werden, ist ebenso unklar.

Warum schon jetzt eine Entscheidung gegen den ursprünglichen Termin? Wir haben überlegt, noch bis Ende April mit unserer Entscheidung zu warten, was wir jedoch aus zwei Gründen verworfen haben. Grund 1: Wir halten es für wahrscheinlicher, ein Derby als Saisonhöhepunkt austragen zu dürfen, je später es vom heutigen Tag entfernt ist. Grund 2: Aktive Vier- und Zweibeiner benötigen Vorbereitungszeit, um zu einem feststehenden Saisonhöhepunkt auf dem bestmöglichen sportlichen Niveau zu sein. Die Leistungskurve aller Beteiligten sollte zum Saisonhöhepunkt ihre Spitze erreichen. Dafür sind Trainingsmöglichkeiten im Rennbetrieb notwendig, welche momentan nicht gegeben sind. Die aktuelle Lage lässt vermuten, dass sich daran bis mindestens in die zweite Aprilhälfte nichts ändert. Ein geplanter Höhepunkt der Leistungskurve, der gegebenenfalls Ende April nochmals umgeplant hätte werden müssen, hätte das zielgerichtete Training vermutlich erschwert.

Warum der ursprüngliche Termin der Breeders Crown als neuer Termin und nicht noch später? Wir haben natürlich die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass das Highlight des deutschen Traberkalenders mit entsprechendem Zuschauerzuspruch veranstaltet werden kann. Die Erfahrung der vergangenen Jahre hat uns gezeigt, dass der September als letzter Monat für eine Veranstaltung im Außenbereich genutzt werden kann. Da mit der Breeders Crown zu diesem Termin bereits ein Höhepunkt auf der Derby-Bahn geplant war, ist dieser Termin die naheliegendste Alternative.

Was passiert, wenn die bestehenden Einschränkungen noch deutlich länger gelten? Wir haben uns als Entscheidungstermin, ob das Derby zum neu geplanten Zeitpunkt wirklich stattfinden kann, den 3. Juni gesetzt. Sollte bis dahin der Rennbetrieb nicht wieder aufgenommen bzw. in definitiver Planung sein, werden wir das Derby 2020 (für den Geburtsjahrgang 2017) in das darauffolgende Jahr 2021 verlegen. Wie dann eine Terminierung, ein Austragungsmodus und eine eventuell notwendige Neuausschreibung ablaufen würden, werden wir in den nächsten Tagen und Wochen prüfen.

Warum nicht bereits jetzt eine Verlegung nach 2021 wie etwa bei der Fußball-EM oder Olympia? Die beiden genannten Beispiele haben einen deutlichen Unterschied: Sie finden nicht jährlich statt. Wenn wir uns mit einem sportlichen Großereignis vergleichen wollen, sollte dies auch eines sein, das jährlich stattfindet, wie zum Beispiel die Tour de France. Die kann nicht nach 2021 verlegt werden, da für 2021 schon eine Tour de France geplant ist. Die für die Tour stattfindenden Diskussionen (Zuschauerausschluss, Verlegung, Ausfall etc.) finden auch in unsere Überlegungen Eingang.

Was passiert, wenn zum neuen geplanten Termin immer noch Versammlungseinschränkungen gelten? Wir hoffen, dass dies nicht der Fall sein wird. Jedoch ist es für uns auch eine Option, ein Derby ohne Zuschauer vor Ort an der Bahn zu veranstalten. Wir werden dies bis zum 3. Juni prüfen.

Wie wird der Austragungsmodus sein? Wir möchten gerne im Sinne der Aktiven den im letzten Jahr praktizierten Modus des Derby-Meetings aufrechterhalten, also die Vorläufe zwei Wochen vor den Finalläufen stattfinden lassen. Wir werden uns hierzu mit dem Dachverband HVT und den anderen Vereinen abstimmen, um eine für alle bestmögliche Lösung finden und schnellstmöglich weitere Informationen bereitstellen.

Einsätze, Streichungen und weitere Termine: Der 7. Einsatztermin wird vom 1. April auf den 4. Mai verlegt. Ausschließlich die zum bisherigen 7. Einsatztermin 1. April bereits eingereichten Streichungen können daher bis zum 4. Mai noch korrigiert werden. Der 8. Einsatztermin wird vom 2. Juni auf den 1. Juli verlegt. Der 9. Einsatztermin wird in Abhängigkeit vom Austragungsmodus voraussichtlich ca. drei Wochen vor dem 19. und 20. September sein. Die endgültige Entscheidung, ob das Derby tatsächlich zum neuen Termin am 19./20. September stattfinden kann, wird am Mittwoch, 3. Juni, getroffen.

Die „Dreifache Krone“: Um für die „Dreifache Krone“ ausreichend Vorlaufzeit zu haben, werden auch diese Termine verschoben. Der neue Termin für das „Adbell-Toddington-Rennen“ ist der 19. Juli (vormals 17. Mai). Der dritte Einsatztermin wird verlegt auf den 2. Juni, der vierte Einsatz ist der neue Tag der Starterangabe, 13. Juli. Der neue Termin für das „Buddenbrock-Rennen“ ist der 16. August (vormals 21. Juni). Die neuen Einsatztermine lauten wie folgt: 2. Einsatz
am 15. Mai, 3. Einsatz am 1. Juli, 4. Einsatz am Tag der Starterangabe, 10. August.

Breeders Crown („Züchter-Krone“): In Abstimmung mit dem Traber-Dachverband HVT soll die Breeders Crown am 24./25. Oktober stattfinden.

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde des Trabrennsports, die Entscheidung, das Derby zu verlegen, ist uns nicht leichtgefallen und wir wissen, dass diese Verlegung für alle Aufwand bedeutet. Jedoch hoffen wir, dem Sport und den Ansprüchen der vielen Aktiven mit dieser Maßnahme gerecht zu werden und die Chancen zu erhöhen, auch im Jahr 2020 ein tolles Derby erleben zu dürfen.

Wir werden unsere Ohren offenhalten und versuchen Fragen, die an uns über die diversen Kanäle herangetragen werden, in weiteren Veröffentlichungen zu beantworten. Bitte haben Sie jedoch Verständnis dafür, dass wir zu weiteren Planungen noch keine Aussagen treffen können. Wir bemühen uns, weitere Veränderungen – soweit erforderlich – zeitnah bekanntzugeben.“

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