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Regionalliga West: 16 Vereine votieren für Saisonabbruch

Aufstiegsfrage noch nicht geklärt – Einheitliche Lösung angestrebt.
Die Wahrscheinlichkeit, dass die Saison 2019/2020 in der Regionalliga West noch sportlich beendet wird, ist paktisch auf den Nullpunkt gesunken. Bei einer etwa 90-minütigen Telefonkonferenz der 18 Klubs mit Vertretern des Westdeutschen Fußball-Verbandes (WDFV) wie Präsidiumsmitglied Manfred Schnieders (Salzkotten) und Spielleiter Wolfgang Jades (Moers) sprachen sich nach einer konstruktiven Diskussion laut kicker– und MSPW-Informationen 16 Vereine für einen Abbruch der Spielzeit aus, um zumindest für Planungssicherheit für die nächsten Monate zu sorgen. Bei einer Abstimmung, die ausschließlich als Meinungsbild und ausdrücklich nicht als Entscheidung gedacht war, gab es außerdem eine Enthaltung (Borussia Mönchengladbach U 23) und eine Gegenstimme (Rot-Weiss Essen).

Zuvor hatte Schnieders noch einmal klargestellt, dass mögliche „Geisterspiele“ für den Amateurbereich definitiv keine Option seien. Da jedoch schon jetzt bis mindestens 31. August Großveranstaltungen verboten und zumindest bis dahin Fußballspiele mit Zuschauern in der vierthöchsten Spielklasse wohl undenkbar sind (vielleicht sogar darüber hinaus), erscheint ein Abbruch der aktuellen Spielzeit für fast alle Vereine noch die beste von allen möglichen schlechten Entscheidungen zu sein, zumal dann auch mit Blick auf die Verträge mit Spielern und Sponsoren am 1. Juli offiziell die neue Saison beginnen könnte und nicht auch noch mögliche arbeitsrechtliche Schwierigkeiten drohen.

Während sich die Klubs klar dafür aussprachen, den Abstieg auszusetzen und die Liga demnach zur nächsten Saison aufzustocken (wohl mindestens auf 21 oder 22 Vereine), gab es keine Abstimmung darüber, wie eine mögliche Aufstiegsregelung zur 3. Liga aussehen könnte. Klar ist aber: Da der aktuelle Spitzenreiter SV Rödinghausen auf einen Zulassungsantrag beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) verzichtet hat, dürfte letztlich sehr viel dafür sprechen, dass der SC Verl das Recht bekommt, an möglichen Aufstiegsspielen gegen den Vertreter der Regionalliga Nordost teilzunehmen oder – je nachdem, wie die Verbände entscheiden – direkt das Aufstiegsrecht wahrnehmen zu können. Die Verler hätten nach den bislang diskutierten Varianten (Wertung der aktuellen Tabelle, Wertung nach der Hinrunde oder Wertung nach Punkte-Quotient) im Vergleich zu den direkten Verfolgern Rot-Weiss Essen und Rot-Weiß Oberhausen jeweils die Nase vorn.

Nach der klaren Tendenz, die vom Votum der Regionalliga-Vereine ausgeht, liegt es nun an den Verbandsvertretern zu prüfen, welche Lösung juristisch und in Bezug auf mögliche Haftungsansprüche am ehesten in Frage kommt. Die Entscheidungsfindung könnte sich dabei noch bis Mitte oder sogar Ende Mai hinziehen.

Klarer Wunsch aller Beteiligten ist es, eine einheitliche Regelung für alle fünf Regionalliga-Staffeln zu erreichen, zumal ja nach aktuellem Stand nur der West- oder der Nordost-Meister neben den Titelträgern aus Bayern, Südwest und Nord aufsteigen dürfte. Bis zur nächsten Telefonkonferenz der West-Vereine, die für Anfang Mai geplant ist, sollte es auch in dieser Hinsicht neue Erkenntnisse geben.

Für einen Abbruch der Saison und eine Aussetzung des Abstiegs hatten sich zu Wochenbeginn auch schon mit großer Mehrheit die Vereine der Oberligen Niederrhein und Westfalen ausgesprochen. Am Mittelrhein finden die entsprechenden Abstimmungen in den nächsten Tagen statt. Während am Niederrhein mit dem souveränen Spitzenreiter SV Straelen ohnehin nur ein Verein für den Aufstieg in Frage kommt, ist die Lage in Westfalen wesentlich schwieriger. Hier belegen der SC Wiedenbrück und der RSV Meinerzhagen die ersten beiden Plätze. Verfolger Rot Weiss Ahlen hat aber zwei Spiele weniger ausgetragen. Es könnte also – zumindest am „grünen Tisch“ – spannend werden.

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