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Galopp Iffezheim: Spitzensprinter Namos siegt mit kurzem Kopf

Titelverteidiger in der „Silbernen Peitsche“ erneut erfolgreich.
Einen erfolgreichen Start erlebte das auf zwei Renntage verkürzte Frühjahrs-Meeting am Samstag auf der Galopprennbahn in Iffezheim bei Baden-Baden. Beim Saisonauftakt wurden zwölf Prüfungen ausgetragen. Das vom Dachverband „Deutscher Galopp“ entwickelte Hygiene- und Abstandskonzept lag der Veranstaltung zugrunde, die ohne Zuschauer auf der Bahn stattfand.

Jan Pommer, Geschäftsführer von „Deutscher Galopp“, erklärte: „Unser herzlicher Dank gilt dem Team von Baden Racing für die sehr gute Vorbereitung und Organisation. Für alle Beteiligten ist der Tag sehr konzentriert, stimmig und positiv abgelaufen. Es war eine sehr schöne Veranstaltung, obwohl das besondere Iffezheim-Fluidum angesichts der Umstände natürlich gefehlt hat.“

„Iffezheim weint, weil wir ohne Zuschauer veranstalten müssen“, sagte Jutta Hofmeister, die Geschäftsführerin des Veranstalters Baden Racing über das untypische Regenwetter. „Alle Corona-bedingten Maßnahmen werden vorbildlich umgesetzt, die Disziplin aller Aktiven ist sehr lobenswert“, so Hofmeister. „Das Team macht tolle Arbeit in zum Teil ungewohnten Aufgaben, in diesen Tagen müssen wir alle improvisieren.“

Der Wettumsatz erreichte den Bestwert in 2020 in Deutschland mit 606.632 Euro. 490.805,22 Euro kamen aus dem In- und 115.827,71 Euro aus dem Ausland.

Zwei Rennen auf höhrere Ebene ragten aus dem sportlichen Angebot heraus. Ein Déja-vu-Erlebnis gab es in der traditionsreichen „Silbernen Peitsche“, einem mit 27.500 Euro dotierten Sprintrennen über 1.200 Meter: Der von Dominik Moser in Hannover für den Stall Namaskar trainierte Namos (33:10), das erste Pferd der in Berlin wohnenden Verwaltungssangestellten Petra Stucke, wiederholte mit Jockey Wladimir Panov seinen Vorjahreserfolg. Mit einem kurzen Kopf (Foto) kämpfte sich der vierjährige Medicean-Sohn noch an der Riesenaußenseiterin K Club und dem Favoriten Majestic Colt vorbei.

16.000 Euro betrug die Siegprämie für den aus der Zucht des Gestüts Brümmerhof stammenden Namos, der beim achten Start seinen dritten Erfolg markierte und die Gewinnsumme auf 69.340 Euro steigerte. „Ich war mir nicht ganz sicher, ob er auf dem weichen Boden zurechtkommen würde. Dass es wieder zum Sieg hier gereicht hat, ist eine unglaublich tolle Geschichte. Wir würden jetzt gerne nach England gehen, wenn das wieder möglich sein sollte“, sagte Trainer Dominik Moser.

Jockey Wladimir Panov fügte an: „Das ist ein wunderbarer Sieg. Wir hatten einen Super-Rennverlauf. Er war noch nie auf diesem Boden angetreten. Heute war er auf den Punkt genau zur Stelle und hat großen Kampfgeist gezeigt.“

K Club schien lange die Sensation vor Augen zu haben. „Ich war sehr guter Dinge, der Boden passte“, erklärte Trainerin Erika Mäder (Krefeld). Majestic Colt hielt sich als Dritter gut, hatte aber keine Siegchance. Schäng lief als Vierter verbessert.

Auch die Badener Meile (35.000 Euro, 1.600 Meter) entwickelte sich zu einem Thriller. Ebenfalls mit einem kurzen Kopf Vorsprung gewann die von Dr. Andreas Bolte in Lengerich für Ralf Nicolay trainierte fünfjährige Kamsin-Tochter Nica (56:10) ihr erstes Grupperennen gegen den heranstürmenden Aviateur.

Jockey Adrie de Vries etablierte Nica, die 2019 im Iffezheimer „Oettingen-Rennen“ knapp geschlagene Zweite gewesen war, sofort im Vordertreffen des von Los Campanos angeführten Feldes. Früh auf der Zielgeraden hatte die Mitfavoritin außen einen Vorteil, doch wurde Avuateur immer zwingender und schien noch die Wende zu schaffen. Doch Nica packte nochmals entscheidend an und blieb minimal voraus. 20.000 Euro Siegprämie waren der Lohn für diese Energieleistung der beim zwölften Start zum vierten Mal siegreichen Lady.

„Ich war mir nicht ganz sicher, ob wir es geschafft hatten, denn der Gegner war schon kurz vorbei, aber Nica kam wieder zurück und zeigte viel Herz. Im Ziel waren wir wieder vorne. Ich freue mich riesig“, sagte Siegreiter Adrie de Vries, der am Samstag insgesamt drei Rennen gewann. Trainer Dr. Andreas Bolte meinte: „Ich bin überwältigt. Sie war im letzten Jahr die beste Meilerin Deutschlands, auch gegen die Hengste. Beim ersten Saisonstart 2020 in Hannover war sie noch nicht auf hundert Prozent und hatte ein unglückliches Rennen. Nun hatten wir auf Verbesserung gehofft.“

Aviateur unterlag in allen Ehren, während Ninario sich spät noch auf Platz drei vorschob. Der Lokalmatador Jackson Hole kam nach wenig günstigem Rennverlauf noch auf Rang vier vor dem lange führenden Los Campanos und der als Sechste aus bester Lage nie anziehenden Favoritin Axana.

Foto-Quelle: Marc Rühl/Deutscher Galopp

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