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Traben Gelsenkirchen: Niederländer erneut in der Favoriten-Rolle

Am Freitag gehen ab 16.30 Uhr elf Prüfungen über die Bühne.


Schon die beiden letzten Renntage auf der Trabrennenbahn in Gelsenkirchen waren noch stärker als sonst von der Dominanz der Gäste aus den Niederlanden geprägt, wo der Rennsport aufgrund der Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie nach wie vor pausieren muss. Vermutlich werden Fahrer und Trainer aus dem Nachbarland auch am Freitag auftrumpfen, wenn am Nienhausen Busch ab 16.30 Uhr elf gut besetzte Prüfungen auf die Zuschauer an den Bildschirmen warten.

Eine sichere Bank für das „Team Oranje“ scheint der von Hugo Langeweg vorbereitete Urbanio (Foto), mit dem Jaap van Rijn bereits Ende Mai prächtig auftrumpfte und den auch dieses Mal bestehenden Nachteil der Startposition im dritten Band eindrucksvoll wettmachte. Im „Wettstar-Juni-Pokal“ (3.200 Euro / 2.050 Meter) ist der Siebenjährige mit über 145.000 Euro nun eindeutig der gewinnreichste Teilnehmer und muss sich vor keinem Konkurrenten fürchten, auch wenn der an seiner Innenseite abgehende Skandinavien-Rückkehrer U R Amazing (9/Cees Kamminga) eine Vorjahresbilanz von acht Volltreffern und über 50.000 Euro an Prämien für sich ins Feld führen kann. In diesem Jahr ist der Gelsentrab-Debütant über einige Platzgelder noch nicht hinausgekommen.

Maximalen Erfolg hatte hingegen Super Queen C (7/Stefan Schoonhoven) beim letzten Engagement. Die Stute behauptete sich in einem packenden Dreikampf gegen zwei „Herren“ und wird das Feld auch dieses Mal sicher nicht ohne Gegenwehr räumen. Für den Platz hinter Urbanio muss sie sich allerdings gegen Echo Oldeson (1) behaupten, der aus dem ersten Band starten darf und diesen Vorteil mit Champion Michael Nimczyk (Willich) im Sulky bereits Mitte Mai überraschend in einen Sieg ummünzen konnte. Amiral de Retz (8/Jochen Holzschuh), Khalid (6/Roland Hülskath, Krefeld) und Dean Bros (3/Jeffrey Mieras) sind weitere interessante Kandidaten, die zumindest in alle Überlegungen für die Viererwette (Jackpot 1000,56 Euro) gehören.

Wie der „Juni-Pokal“ wurde auch das einzige Trabreiten des Gelsentrab-Programms als „Frei für alle“ ausgeschrieben, wobei die zwölf Teilnehmer die Bänderstart-Prüfung gar von vier unterschiedlichen Startmarken aufnehmen. Auch hier steht der Top-Favorit ganz unten in der Starterliste und reist aus Holland ins Ruhrgebiet. Napa Valley (12/Hanna Huygens) hat seine fast 190.000 Euro allerdings zum größten Teil in Frankreich verdient, wo das Satteltraben so populär und hochklassig besetzt ist wie nirgendwo sonst auf der Welt und machte schon beim Saisondebüt am 26. Mai in Dinslaken klar, dass er entschlossen ist, an seine hervorragende Form des letzten Jahres anzuschließen.

Mit einem trockenen Schlussspurt zeigte der Hengst aus der berühmten Zucht von Jean-Pierre Dubois dem scheinbar nimmermüden Garry (10/Ronja Walter) damals so klar die Grenzen auf, dass eine Formumkehr auf der großen Bahn am Nienhausen Busch unwahrscheinlich erscheint. Möglicherweise wird sich For Ever (8/Sytske de Vries) gar als härterer Brocken erweisen, denn der Achtjährige ist im zweiten Band gut untergekommen und fühlt sich auf dem Gelsenkirchener Rechtskurs bekanntlich pudelwohl. Georgies Express (6/Nicole Holzschuh) und Fiobano (9/Sina Baruffolo) sind in diesem Feld in erster Linie Platzgeldanwärter.

Mit größerem Anspruch schickt Arnold Mollema seinen Schützling Juan Les Pins (10/Jaap van Rijn) aus Friesland in die Feldmark, schließlich wandelte der Hengst im vergangenen Jahr lange auf den Spuren seiner (Halb-)Brüder Unforgettable und Expo Express ins Derby-Finale, wo er die Erfolge seiner hochdekorierten Verwandtschaft freilich nicht wiederholen konnte und anschließend auch im »St. Leger« nur Rang zwei verbuchte.

Seither hat der Vierjährige sich mit Starts in Holland, Frankreich und zuletzt in Dänemark wieder in Form gebracht, dabei jedoch keinen Volltreffer markieren können. Das soll nun im „Preis von Essen“ nachgeholt werden, in dem der Derby-Sechste jedoch nicht der einzige prominente Name ist. Gleich neben ihm in der zweiten Startreihe wird Ulrich Mommerts La Grace (11/Michael Nimczyk) Position beziehen. Die Stutenderby-Siegerin und Breeders Crown-Zweite beendet jedoch eine fast neunmonatige Pause und könnte einem harten Zweikampf dementsprechend noch aus dem Weg gehen wollen. Nichts zu verlieren hat indessen Bahnspezialist Mr Bathuan Byd (6/Jan Thijs de Jong), der zuletzt in fremder Hand freilich nicht viel zu bieten hatte.

Text-Quelle: Gelsentrab

Foto-Quelle: Sabine Sexauer

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