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Hilden-Zugang Maximilian Wagener: Trikot-Tausch mit Cavani

25-Jähriger kickte mit Bayer 04 Leverkusen in der Champions League.
Maximilian Wagener (Foto/25), der in der kommenden Saison in der Oberliga Niederrhein für den VfB Hilden auflaufen wird, hat für einen Oberligalicker in seinem Fußballerleben schon sehr viel erlebt. Eindeutiger Höhepunkt war sein überraschendes Zwölf-Minuten-Debüt in der Königsklasse.

Mit Bayer 04 Leverkusen kam er im März 2014 – damals noch als U 19-Spieler – in der Champions League zum Einsatz, bestritt mit den Rheinländern vor 45.596 Zuschauern im traditionsreichen Prinzenpark das Achtelfinalrückspiel bei Paris Saint-Germain (1:2). Trainiert wurden die Pariser damals von Weltmeister Laurent Blanc, der mit Zlatan Ibrahimovic und Edinson Cavani unter anderem zwei Weltstars im Kader hatte.

„Das war schon eine sehr aufregende Sache“, sagt Wagener und erinnert sich noch genau an seinen ersten und vermutlich auch einzigen Einsatz im wichtigsten Wettbewerb des europäischen Vereinsfußballs.

Fußball in die Wiege gelegt bekommen

Maximilian Wagener, der überall nur „Max“ gerufen wird, hat mit vier Jahren angefangen, Fußball zu spielen. Vater Rainer (62) und sein älterer Bruder Pascal hatten das Interesse bei ihm geweckt. Bei seinem Heimatverein 1. FC Wülfrath hatte Pascal den „kleinen“ Max zum Training immer im Schlepptau. So durfte er schnell bei den „Großen“ mitspielen – und wusste zu überzeugen.

Das Talent hatte Max von Vater Rainer, der die besseren Zeiten beim 1. FC Wülfrath miterlebte und einst sogar zum Sportler des Jahres beim jetzigen Bezirksligisten gewählt wurde, vererbt bekommen. Das sprach sich schnell herum. Von seinem Wohnort Wülfrath aus ging es für Max dann schon im Alter von acht Jahren ins 50 Kilometer entfernte Leverkusen. Bei Bayer 04 durchlief er im Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) von der F-Jugend alle Mannschaften, spielte auch in der B- und A-Junioren-Bundesliga West und war im zweiten U 19-Jahr sogar Kapitän.

Kein Wunder also, dass auch die Späher des DFB auf den 1,81 Meter großen Mittelfeldspieler aufmerksam wurden. Nach einigen Lehrgängen folgte im April 2014 Wageners Länderspieldebüt unter dem damaligen U 19-Trainer Marcus Sorg. Im Testspiel gegen Belgien (5:2) stand Maximilian in der Startelf.

„Die Partie fand praktisch vor meiner Haustür in Wuppertal im Stadion am Zoo statt“, so Max Wagener. „Das werde ich nie vergessen. Meine Familie und alle Freunde waren auf der Tribüne. Als die deutsche Nationalhymne ertönte, bekam ich Gänsehaut.“

Dass es sein einziger Einsatz im DFB-Dress bleiben sollte, war nicht zuletzt der damaligen starken Konkurrenz geschuldet. Es war das abschließende Länderspiel vor der Europameisterschaft in Ungarn, bei der die U 19 mit einem 1:0 gegen Portugal den Titel holte. Im Mittelfeld spielten damals unter anderem die jetzigen A-Nationalspieler Julian Brandt (Borussia Dortmund) und Joshua Kimmich (FC Bayern München). Zum gleichen Jahrgang gehörten auch Kimmichs FCB-Kollege Leon Goretzka sowie der Ex-Schalker Max Meyer (inzwischen Crystal Palace/England), die im Mai 2014 sogar schon erstmals für das Team von Bundestrainer Jogi Löw am Ball waren und die WM-Teilnahme nur knapp verpassten. „Nicht die schlechteste Konkurrenz“, nimmt Maximilian es heute mit Humor.

Erst am Spieltag in den Kader gerückt

Den Höhepunkt seiner sportlichen Laufbahn hatte Maximilian Wagener aber schon wenige Wochen zuvor in der Champions League erlebt. Die Profis von Bayer 04 Leverkusen plagten vor dem Achtelfinalrückspiel bei Paris Saint-Germain große Personalsorgen. Der damalige Cheftrainer Sami Hyypiä suchte nach zahlreichen Ausfällen – unter anderem von Lars Bender (Muskelverhärtung) und Abwehrchef Emir Spahic (Gelb-Rote Karte beim 0:4 im Hinspiel) – nach Alternativen und entschloss sich, als mögliche Alternative den damaligen U 19-Kapitän zur Partie in der französischen Hauptstadt mitzunehmen. Der überraschte Newcomer musste vor dem Abflug noch mit einem neuen Anzug eingekleidet werden, um dem äußeren Erscheinungsbild der Bayer-Profis zu entsprechen.

„Am Sonntag wurde ich informiert, dass ich dienstags im Flieger nach Paris sitze“, sagt Max Wagener. „Sogar erst am Spieltag habe ich dann erfahren, dass ich sogar im Kader stehen werde. Das war vielleicht auch ganz gut so, sonst hätte ich vermutlich vor Aufregung gar nicht schlafen können.“

Als sich im Spiel dann auch noch der damalige Bayer-Abwehrspieler Stefan Reinartz verletzte, winkte Sami Hyypiä Maximilian Wagener zu sich und machte ihm klar, dass er ihn für die letzten zwölf Minuten einwechseln würde. „Dass ich in der Champions League zum Einsatz kommen würde, damit habe ich wirklich nicht gerechnet. Auch das war eine Erfahrung, die ich niemals vergessen werden.“ Nach dem Spiel musste Maximilian zur Dopingprobe – gemeinsam mit PSG-Star Edinson Cavani. „Ich traute mich erst gar nicht, ihn anzusprechen, habe dann aber bei der Dopingprobe doch noch das Trikot getauscht.“

Dass es trotz seines großen Auftritts für eine Profikarriere bei Bayer 04 Leverkusen vermutlich nicht reichen sollte, wurde Maximilian in den folgenden Monaten klar. Die Aussicht auf Spielpraxis beim Champions-League-Teilnehmer, der seine Ambitionen im Sommer 2014 mit der Verpflichtung namhafter Spieler wie Hakan Calhanoglu, Wendell oder Kyriakos Papadopoulos unterstrich, war nicht groß.

„Bayer 04-Manager Jonas Boldt und der damalige Cheftrainer Roger Schmidt hatten mir schnell signalisiert, dass es schwierig wird, mir Spielzeiten zu garantieren“, so Wagener. Es folgten Leihgeschäfte zu Drittligisten – erst zum VfL Osnabrück , später zum 1. FSV Mainz 05 II. Bei beiden Stationen blieb der Durchbruch aus. 2016 wechselte Maximilian zum ehemaligen Bundesligisten SG Wattenscheid 09 in die Regionalliga West , nur wenige Monate später ging es noch eine Etage tiefer. Beim Niederrhein-Oberligisten und künftigen Ligakonkurrenten SSVg Velbert , nicht weit vom heimatlichen Wülfrath entfernt, konnte er sich jedoch zumindest für dreieinhalb Jahre etablieren und bestritt fast 100 Oberligapartien.

„Dass mein Auftritt in der Champions League ein einmaliges Erlebnis bleiben wird, war mir schnell klar“, bringt es der 25-Jährige auf den Punkt. „Die athletischen Trainingsmethoden können heutzutage zwar viel bewirken. Dennoch sind gerade in diesem Bereich auch genetische Veranlagungen von entschiedener Bedeutung. Diese haben bei mir wohl dazu beigetragen, dass es für das dauerhaft allerhöchste Niveau nicht ganz ausgereicht hat“, gesteht er selbstkritisch – und nimmt es gelassen.

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