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Galopp Dortmund: Aviateur lässt Allofs-Hoffnung hinter sich

Erfolg im Grand Prix – Umsatz in der Viererwette beträgt 137.310 Euro.
Der fünfjährige Hengst Aviateur (Foto) hat auf der Galopprennbahn Dortmund-Wambel den Dortmunder Grand Prix gewonnen, das mit 27.500 Euro Preisgeld dotierte Hauptereignis des Tages. Insgesamt veranstaltete der Dortmunder Rennverein am Samstag zehn Leistungsprüfungen im Sinne der Vollblutzucht, aufgrund der Corona-Pandemie weiter ohne Zuschauer und unter strengen Hygieneregeln.

„Normalerweise ist das einer unser größten Renntage im Jahr“, sagt Rennvereinspräsident Andreas Tiedtke. „Da ist es sehr erfreulich, dass der höchste Wettumsatz, der je in Deutschland in einer Viererwette erzielt wurde, uns hilft, fehlende Ticket-, Catering- und Sponsoren-Einnahmen auszugleichen, um die Rennpreise zu finanzieren.“

Der Umsatz allein in der Viererwette betrug 137.310 Euro – dank einer hohen Garantiesumme, eines Jackpots und der Initiative „Wetten, dass? 2.0“. Die Rennstallbesitzer Lars-Wilhelm Baumgarten (Bad Harzburg), Guido Schmitt (Düsseldorf) und Christian Sundermann (München) hatten mehr als 110 Mitstreiter gefunden, die bereit sind, jede Woche bis November die Viererwette besonders zu unterstützen. „Der Dank des Rennvereins geht an die drei Herren und alle Wetter, aber auch an die Wettanbieter, die in der Viererwette auf ihre Vermittlungsprovision verzichten“, so Tiedtke.

Wer in dem Viererwetten-Rennen über 2.000 Meter die Pferde Donna Xenia, Marientaler, Ma jolie cherie und Newton Lodge in dieser Reihenfolge richtig getippt hatte, konnte sich über eine Quote von 221.420 Euro auf der Basis von zehn Euro freuen. „Das sind mehr als 11.000 Euro bei 50 Cent Grundeinsatz“, rechnet Tiedtke vor.

„Wie Autofahren“ – Aviateur im Dortmunder Grand Prix

Im Dortmunder Grand-Prix über 1.750 Meter machte die hocheingeschätzte Stute Nica das Tempo, während sich der 27:10-Favorit Aviateur am Schluss des Zehnerfeldes einreihte. Bei erwartet flotter Fahrt führte Nica in die lange Dortmunder Zielgerade, doch rund 400 Meter vor dem Ziel übernahm der schon neunjährige Wallach Potemkin die Führung. Für einen Moment sah es so aus, als könnte ihm der dritte Erfolg in diesem Rennen nach 2016 und 2019 gelingen. Doch dann hatte Filip Minarik (Köln) auf Aviateur freie Bahn und spätestens 100 Meter vor dem Ziel stand der Sieger fest: Aviateur mit einer Drei-Viertel-Länge vor Potemkin und dem gut laufenden einzigen Dreijährigen im Feld, Zavaro. Nica wurde Fünfte.

„Bei Aviateur ist das wie Autofahren, er macht alles von alleine“, sagte der Siegreiter Filip Minarik. „Bei solchen Pferden fühlt man auch als Favorit keinen Druck.“ Der in Frankreich gezüchtete Aviateur gehört dem German Racing Club. Deren Rennmanager, der frühere Topjockey Torsten Mundry, sagte: „Wir haben ihn als Jährling im französischen Deauville gekauft, er hat schon damals viel Charisma ausgestrahlt. Es ist schön, dass er sich mit diesem Sieg belohnt hat.“

Zufrieden war auch das Team von Potemkin, der im Besitz von Ex-Fußball-Manager und -Nationalspieler Klaus Allofs (Düsseldorf) sowie der Stiftung Gestüt Fährhof (Sottrum) steht. „Wir sind mit dem Laufen sehr zufrieden. Man sieht, er gehört noch immer in diese Klasse“, sagte sein Trainer Simon Stokes. „Dass ein neunjähriges Pferd im hohen Rennalter auf diesem Niveau mithalten kann, zeigt zum einen die Härte des deutschen Vollbluts. Es beweist aber auch, wie gut die Pferde in Deutschland betreut und keineswegs verheizt werden, wie manche Kritiker behaupten“, sagt Andreas Tiedtke.

Stuten im St. Leger Trial an der Spitze

Im zweiten sportlichen Höhepunkt, dem Dortmunder St. Leger Trial, gab es eine dicke Überraschung. Denn das Rennen über die Steherdistanz von 2.800 Metern schnappte sich die 194:10-Außenseiterin Apadanah im Besitz von Darius Racing (Dr. Stefan Oschmann/Darmstadt) mit einem starken Endspurt knapp vor Ida Alata und Nikkei. Dabei hatte die vierjährige Stute unter ihrem französischen Jockey Lukas Delozier wie schon oft in ihrer Karriere den Start völlig verschlafen.

„Aber auf der langen Distanz macht das nicht so viel aus“, sagte ihr Trainer Bohumil Nedorestek (Hannover). „Sie kann noch viel mehr als sie bisher gezeigt hat, aber der Start bleibt das Problem, obwohl wir im Training schon alles probiert haben. Aber im Rennen ist es noch einmal anders.“

Die beiden Erstplatzierten wird man in Wambel vermutlich im Herbst wieder sehen. Nach einer längeren Sommerpause steht am 20. September das Highlight des Dortmunder Rennjahres, das Deutsche St. Leger, das letzte von nur fünf „klassischen“ Rennen in Deutschland, auf dem Programm.

Foto-Quelle: Marc Rühl – DRV

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