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Galopp Hannover: Andre Best bei Mammutrenntag in Bestform

Krefelder Jockey gewinnt unter anderem Derby-Trial mit Seriensieger.
Der längste Renntag seit 2001 auf einer deutschen Galopprennbahn mit 14 Prüfungen ging am Sonntag (ohne Zuschauer) in Hannover über die Bühne. Höhepunkt waren der letzte Testlauf für das 151. Deutsche Derby am 12. Juli in Hamburg und ein Stuten-Event. Beide Großereignisse gingen an kleine Quartiere. Der Umsatz belief sich auf 380.542 Euro. Davon kamen 39.667 Euro kamen aus dem Ausland.

Der von Sarka Schütz für Karin Brieskorn trainierte Wiesenpfad-Sohn Kellahen brachte im Brümmerhof-Derby-Trial (12.500 Euro, 2.200 Meter) ein besonderes Kunststück fertig. Der Dreijährige feierte mit Jockey Andre Best (Foto/Krefeld) seinen vierten Erfolg hintereinander in dieser Saison. 7.000 Euro Prämie waren der Lohn für diese starke Vorstellung von Kellahen, der keine Nennung für das Derby besitzt und nur über eine 65.000 Euro teure Nachnennung noch in das Feld kommen könnte.

Start-Ziel dominierte der 56:10-Mitfavorit in beeindruckender Manier. Nie kam ein Konkurrent in die Nähe des Hengstes. „Er ist eine Maschine. Kellahen wird von Rennen zu Rennen besser. Sobald ein Pferd in seine Nähe kam, hatte er die passende Antwort. Mein Gefühl war immer gut“, berichtete Andre Best.

Man darf gespannt sein, ob Kellahen im Derby antritt. Trainerin Sarka Schütz, die in Hoppegarten 18 Pferde vorbereitet, hielt sich noch bedeckt: „Die Entscheidung trifft der Besitzer. Kellahen arbeitet wahnsinnig gerne. Ich hatte diesmal einige Bedenken, da etwas aufgeregt war. Solch eine Demonstration war schon krass. Mir fehlen fast die Worte.“

Gestüt Ittlingens Slogan machte als Zweiter viel Boden gut, doch Kellahen schaltete nochmal einen Gang höher und war auch von ihm nie zu erreichen. Dreidreiviertel Längen Vorsprung hatte der der Gewinner im Ziel. Die favorisierte Gruppesiegerin Kalifornia Queen verbesserte sich noch auf Rang drei vor dem stets mitmischenden Brian Boru. Die anderen Pferde hatten bald keine Chance mehr.

Sensation durch 2876:10-Außenseiterin Arktis

Im anderen Höhepunkt, der „Taxi 4 Horses Fillies Trophy“ (12.500 Euro, 2.200 Meter) galt die von Lennart Hammer-Hansen in Iffezheim bei Baden-Baden für Valentin Burgard trainierte Arktis als größte Außenseiterin, doch die sechsjährige Jukebox Jury-Tochter verblüffte zur Quote von 287:10 alle. Mit einer fulminanten Speedleistung stürmte die Schimmelstute noch an der vom Start bis kurz vor dem Ziel führenden Akribie vorbei. 7.000 Euro gab es als Prämie für den sechsten und mit Abstand bedeutendsten Karrieresieg von Arktis, die von Martin Seidl (Köln) auf den Punkt genau eingesetzt wurde.

„Mein Dank gilt dem Besitzer und Trainer. Ich habe Arktis schon öfter geritten. Das Ziel war immer eine Platzierung in einem Black Type-Rennen. Als wir uns unterwegs auf Platz drei vorgearbeitet hatten, war ich schon happy, ehe sie auf einmal den Turbo zündete“, schilderte Seidl.

Trainer Lennart Hammer-Hansen sagte nach dem bislang größten Erfolg seiner Laufbahn: „Ihre Form aus Baden-Baden war enorm aufgewertet worden, zuletzt waren hier die 1.900 Meter zu kurz . Martin hat sie super geritten. Wir wollten immer mit ihr in solch einem Rennen platziert sein.“

Liberty London hielt aus dem Vordertreffen immer gut mit und wurde Dritte vor Perfect Pitch und Quita, während von den höher gehandelten Lips Queen, Nathan Mnm und Freedom Rising nie eine Gefahr ausging.

Doppelsieg für Gestüt Auenquelle

Begonnen hatte der Mammutrenntag mit einem Doppelsieg für das Gestüt Auenquelle von Karl-Dieter Ellerbracke (Rödinghausen) und Peter Michael Endres (Duisburg) in einem 1.600 Meter-Rennen. Hier bekam Daring Light (22:10) unter dem niederländischen Spitzenjockey Adrie de Vries mit starker Schlussoffensive noch Vallee des Fleurs zu fassen. Blue Dream schob sich auf Platz drei vor Queensland. Damit landete der Hoppegartener Trainer Roland Dzubasz nach seinen fünf Treffern am Samstag in Leipzig gleich wieder einen Erfolg. Siegjockey Adrie de Vries über die noch ungeschlagene Daring Light: „Sie hatte den Start etwas verpasst, am Schluss aber noch alles locker geschafft.“

Einen weiteren Auenquelle-Sieg mit Linaria verhinderte die von Friederike Schloms in Hoppegarten trainierte Louna Amica (86:10) in einer 1.600 Meter-Prüfung. Souverän hielt die von Andre Best gerittene Stute Linaria und Turftiger ab.

Überraschung durch Weiß-Stute Frances

Die erste große Überraschung des Tages gab es in einer 2.200 Meter-Konkurrenz. Hier überspurtete Capricorn Studs dreijährige Stute Frances, die noch eine Nennung für den Henkel-Preis der Diana Anfang August in Düsseldorf hat, zur Quote von 276:10 mit Alexander Pietsch (Bonn) noch Vivienne Wells und Italia. Bei Siegtrainer Marcel Weiß aus Mülheim/Ruhr läuft es immer besser. „Sie hatte niemand auf dem Zettel, aber das Debüt hatte die Stute sehr weitergebracht“, analysierte Pietsch.

Das i-Tüpfelchen auf ihren Glanztag setzten Trainerin Sarka Schütz und Jockey Andre Best in einem 1.900 Meter-Rennen: Moon power (90:10), der zuletzt schon in Hoppegarten vorne war, setzte sich aus dem Vordertreffen leicht gegen La Pradera und Luciani durch. „Er hat nur gute Formen gezeigt. Es macht Spaß, solche Pferde zu reiten“, strahlte Best, der mit insgesamt drei Siegen gemeinsam mit Vize-Champion Maxim Pecheur (Lohmar) der erfolgreichste Jockey des Tages war. Zweimal trug sich Marco Casamento (Köln) in die Siegerliste ein.

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