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3:2! Rot-Weiss Essen kegelt Düsseldorf aus dem DFB-Pokal

Traditionsverein steht erstmals seit der Saison 2007/2008 im Achtelfinale.
Der Traditionsverein Rot-Weiss Essen hat sich sensationell als einziger Viertligist für das Achtelfinale des DFB-Pokals qualifiziert. Das Team von Trainer Christian Neidhart, das in der Regionalliga West als ungeschlagener Herbstmeister die Tabelle souverän anführt, bezwang in einem packenden Pokalderby den benachbarten Zweitligisten Fortuna Düsseldorf an der heimischen Hafenstraße 3:2 (2:1) und krönte damit sein erfolgreiches Fußballjahr 2020.

Torjäger Simon Engelmann (15.) brachte die Essener schon früh in Führung. Auch vom zwischenzeitlichen Ausgleich durch Fortuna-Stürmer Rouwen Hennings (36.) ließ sich der Außenseiter nicht von seinem Weg abbringen. Kapitän Marco Kehl-Gomez (36.) per Kopfball und der nur vier Minuten zuvor eingewechselte Oguzhan Kefkir (70.) ließen den DFB-Pokalsieger von 1953 jubeln. Erneut Hennings (87., Foulelfmeter) verkürzte noch einmal, konnte das frühe Pokal-Aus aber auch nicht mehr abwenden.

Für Rot-Weiss Essen ist es der erste Einzug in das Achtelfinale seit der Saison 2007/2008 (0:3 gegen den Hamburger SV, unter anderem mit Jerome Boateng und Rafael van der Vaart). Dagegen mussten die Düsseldorfer, Titelträger von 1979 und 1980, wie schon in der Vorsaison – damals aber noch als Bundesligist – gegen einen Regionalliga-Tabellenführer die Segel streichen. Da erwischte es die Fortuna allerdings erst im Viertelfinale beim 1. FC Saarbrücken (6:7 im Elfmeterschießen). Diesmal war Essen Endstation. Zahlreiche RWE-Fans feierten ihre Mannschaft vor dem Stadion mit Hupkonzerten, zündeten allerdings auch Bengalos (Foto).

RWE-Vorsitzender Marcus Uhlig: „Magischer Abend“

„Wir strotzen aktuell vor Selbstvertrauen, müssen uns vor keinem Gegner verstecken“, meinte RWE-Stürmer Engelmann. „Wir haben unter dem Strich verdient gewonnen“, lobte Trainer Neidhart: „Jetzt werden wir den Sieg genießen und uns im neuen Jahr wieder auf die Liga konzentrieren.“

Vorsitzender Marcus Uhlig schwärmte im Gespräch mit FUSSBALL.DE und MSPW: „Es ist ein magischer Abend und ein überragendes Gefühl. Am Ende eines unglaublichen Jahres mit all seinen Facetten hat unsere Mannschaft Herausragendes geleistet.“

Ex-Düsseldorfer Joshua Endres in Essens Startelf

Im Vergleich zum abschließenden 3:2-Heimsieg in der Liga gegen den FC Wegberg-Beeck wechselte RWE-Cheftrainer Neidhart auf drei Positionen: Linksverteidiger Felix Herzenbruch, Mittelfeldspieler Amara Conde und der frühere Düsseldorfer Flügelstürmer Joshua Endres starteten für Kevin Grund, Cedric Harenbrock und Jan-Lucas Dorow, die zunächst auf der Bank Platz nehmen mussten.

Gleich sechs Veränderungen gegenüber dem 3:0 beim FC St. Pauli gab es bei der Fortuna. Zwischen den Pfosten ersetzte Raphael Wolf den etatmäßigen Stammtorhüter Florian Kastenmeier. Außerdem rückten Jean Zimmer, Leonardo Koutris, Adam Bodzek, Thomas Pledl und Edgar Prib für Matthias Zimmermann, Luka Krajnc, Alfredo Morales, Shinta Appelkamp und Kristoffer Peterson in die Startformation der Gäste.

RWE-Torhüter Davari verhindert frühen Rückstand

Die Essener überließen dem Favoriten weitgehend die Initiative, spielten abwartend, standen in der Defensive stabil und lauerten auf ihre Chancen. In der Anfangsphase mussten die Rot-Weissen allerdings auch einen heiklen Moment überstehen, als Edgar Prib das frühe 0:1 auf dem Fuß hatte. RWE-Torhüter Daniel Davari wehrte den Schuss jedoch glänzend ab.

Auf der Gegenseite setzte der frühere Düsseldorfer U 23-Kicker Endres den ersten Essener Abschluss zwar über den Kasten. Schon die zweite Chance jedoch saß. Nach einem Ballverlust von Adam Bodzek schaltete Essen über Mittelfeldspieler Dennis Grote schnell um. Dessen starken Pass in die Tiefe nahm Torjäger Simon Engelmann auf und beförderte die Kugel aus spitzem Winkel zum 1:0 in den Kasten (15.). Für Engelmann, der die Torschützenliste der Regionalliga West mit 18 Treffern deutlich anführt, war es das zweite DFB-Pokal-Tor in dieser Saison nach seinem 1:0-Siegtreffer in der ersten Runde gegen den Bundesligisten Arminia Bielefeld.

Die Fortuna antwortete mit einer Druckphase, kam allerdings nur selten zu hochkarätigen Tormöglichkeiten. Nach etwas mehr als einer halben Stunde gelang Rouwen Hennings nach Zuspiel von Edgar Prib zwar der Ausgleich für die Düsseldorfer (36.). RWE-Kapitän Marco Kehl-Gomez antwortete aber nur wenig später, als er eine Flanke von Innenverteidiger Daniel Heber zur erneuten Führung einnicken konnte (39.).

„Joker“ Oguzhan Kefkir sticht nach nur vier Minuten

In der zweiten Halbzeit gab es zunächst ein ähnliches Bild: Die Fortuna hatte deutlich mehr Ballbesitz, Essens Flügelflitzer Isaiah Young aber die erste große Möglichkeit. Der US-Boy traf jedoch kurz nach der Pause den Ball nicht richtig.

Während sich die Fortuna vergeblich um den Ausgleich bemühte bewies RWE-Trainer Neidhart ein glückliches Händchen. Sein „Joker“ Oguzhan Kefkir stach nach nur vier Minuten, als er eine mustergültige Vorarbeit von Amara Conde zum 3:1 (70.) nutzte.

Erst ein von Essens Innenverteidiger Alexander Hahn gegen Andre Hoffmann verursachter Foulelfmeter brachte Düsseldorf noch einmal ins Spiel. Rouwen Hennings (87.) ließ sich diese Chance nicht entgehen. Den knappen Vorsprung brachten die Gastgeber aber über die Zeit, ließen auch in der vierminütigen Nachspielzeit nichts mehr anbrennen.

Für das Achtelfinale im neuen Jahr (2./3. Februar 2021) darf Rot-Weiss Essen neben einer zusätzlichen TV-Einnahme in mittlerer sechsstelliger Höhe erneut auf ein Heimspiel gegen einen attraktiven Profiklub hoffen. Der Gegner wird bei der Auslosung am Sonntag, 3. Januar, durch Sven Hannawald, den früheren Olympiasieger, Weltmeister und Vier-Schanzen-Tourneesieger im Skispringen, ermittelt. Die ARD-Sportschau überträgt ab 17.30 Uhr live. RWE-Fans werden gebannt vor den Bildschirmen sitzen.

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