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Galopp Dortmund: 104:10-Außenseiter Liberty London überrascht Potemkin

Jockey Eduardo Pedroza gewinnt das Hauptrennen.

Zwei Dreifachsieger und ein unerwarteter Erfolg im Hauptrennen – das sind die Schlagzeilen zum Auftakt der Grasbahnsaison auf der Galopprennbahn in Dortmund-Wambel. Der erste Renntag der „grünen Saison“ in Wambel fand aufgrund der Corona-Pandemie ohne Zuschauer statt. Normalerweise tummeln sich gerade an Christi Himmelfahrt Tausende auf der Anlage.

„Das ist schon etwas deprimierend, gerade bei idealem Rennwetter wie heute“, sagt Rennvereinspräsident Andreas Tiedtke. „Und wirtschaftlich hinterlässt das eine große Lücke, zumal wir uns den ein oder anderen Starter mehr gewünscht hätten.“ Tiedkte hofft, dass es im nächsten Jahr wieder einen „normalen Sparkassen-Renntag mit bis zu 15.000 Besuchern“ geben wird und vielleicht schon am 27. Juni zum Großen Preis der Wirtschaft zumindest begrenzt Gäste erlaubt sein werden.

Aus sportlicher Sicht sei es eine gelungene Veranstaltung gewesen, so Tiedtke. Gerade die Leistungen der beiden zehnjährigen Potemkin im Hauptrennen und Gamgoom im Sprint zeigten, wie hart und gesund die deutsche Vollblutzucht sei und wie gut sich die Aktiven um ihre Pferde kümmerten.

Liberty London vor Potemkin

Potemkin wurde Zweiter im sportlichen Höhepunkt des Tages, dem Dortmunder Grand Prix Trial, ein mit 15.000 Euro dotiertes Listenrennen über 1.750m. „Wir sind sehr zufrieden, und es ist Ordnung, wenn Eddy das Rennen gewinnt, der ja oft schon mit Potemkin gewonnen hat“, meinte Potemkin-Mitbesitzer Klaus Allofs, Ex-Fußball-Nationalspieler und im Vorstand von Fortuna Düsseldorf.

„Eddy“ – das ist Jockey Eduardo Pedroza, der mit der fünfjährigen Stute Liberty London die siebenköpfige Konkurrenz überraschte. Zum Siegkurs von 10,4 Euro bei einem Euro Einsatz gewann sie leicht Start-Ziel mit dreieinhalb Längen vor Potemkin, dem französischen Gast Red Hot und dem Favoriten Zavaro. „Sie hat eine riesige Galoppade, das sah schon gut aus“, lobte der Siegreiter. Und Trainer Waldemar Hickst räumte ein: „Ich hatte nicht geglaubt, dass wir gewinnen können, ich dachte die Distanz sei zu kurz für sie.“ Aber der Besitzer habe darauf bestanden. Liberty London läuft in den Farben des Gestüts Ittlingen von Dortmunds Vize-Präsident Manfred Ostermann.

Dreifachserie für den Championjockey

Zum Auftakt des Renntags legte Championjockey Bauyrzhan Murzabayev los wie die Feuerwehr und gewann die ersten drei Rennen in Folge. Besonders spannend machte er es im 800m-Sprint auf dem zehnjährigen Gamgoom, der als 1,1:1-Favorit nur knapp gegen Daring Match und Blazed zum Zug kam. „Ich habe wohl etwas zu lange gewartet, aber Hauptsache gewonnen“, sagte Murzabayev nach dem 22. Sieg für den von Mario Hofer trainierten Wallach.

Danach punktete der gebürtige Kasache zwei Mal für seinen Hauptarbeitgeber Peter Schiergen. Zuerst auf Normfliegerin (5,2:1) im RaceBets.de-Rennen über 2.400m gegen die dreijährigen Hengste Nordstrand und Loft, die beide noch Nennungen im Derby haben. Danach folgte der Sieg auf Naraja im Wettstar.de-Rennen über 1.400m nur für dreijährige Stuten vor Laterani. „Heute war die Distanz etwas kurz, ob sie die ganz große Steherin ist, muss sich zeigen, wir gehen da Schritt für Schritt ran“, so Schiergen nach dem Rennen. Sowohl Naraja als auch Normfliegerin haben noch Nennungen im Preis der Diana, dem hoch dotierten Stutenderby im August in Düsseldorf.

Doppelsiegerin Marion Renggli

Als Doppelsiegerin reiste die Besitzertrainerin Marion Renggli zurück ins ostwestfälische Harsewinkel bei Warendorf. Sie betreut nur zwei Pferde beide gewannen: Zuerst der 20,1:1-Außenseiter Dumas im Ausgleich III über 1.750m, danach mit Gilbert (4,4:1) im Ausgleich IV über 1.600m. Im Sattel saß beide Mal Jozef Bojko, seit vielen Jahren eine feste Größe auf deutschen Rennbahnen. Der 50-jährige gebürtige Slowake holte seinen dritten Tagessieg dann zum Abschluss des Renntags in der Steher-Prüfung über 3.200m überlegen auf der vierjährigen Stute For Pleasure (1,2:1) aus dem Gestüt Etzean, trainiert von Andreas Wöhler.

Fotoquelle: Foto Rühl/DRV

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