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Rot-Weiss Essen: Vorsitzender Marcus Uhlig bestätigt Einsprüche

Auf „Herzschlagfinale“ in der Regionalliga West könnte Nachspiel folgen.
Die Mammutsaison 2020/2021 in der Regionalliga West endet sportlich mit dem erhofften „Herzschlagfinale“. Vor dem 42. und letzten Spieltag (Samstag, 14 Uhr) besitzt neben Spitzenreiter Borussia Dortmund U 23 (90 Punkte) auch Verfolger Rot-Weiss Essen (87 Zähler) nach wie vor Chancen auf die Meisterschaft. Die Tordifferenz des BVB (+62) ist um zwei Treffer besser als die der Essener (+60). Außerdem haben die Dortmunder nach dem 3:1 am Dienstabend in der Nachholpartie gegen den jetzt feststehenden Absteiger SV Bergisch Gladbach 09 vier Treffer mehr erzielt.

Das heißt: Um sportlich noch eine Chance auf den Titel zu wahren, müssen die Essener ihr abschließendes Auswärtsspiel beim FC Wegberg-Beeck auf jeden Fall gewinnen, möglichst mit mehr als einem Tor Unterschied. Dann würde jede BVB-Niederlage beim Wuppertaler SV bedeuten, dass der Tabellenzweite noch auf den letzten Drücker auf Platz eins springt. Umgekehrt reicht den Dortmundern definitiv schon ein Unentschieden im Stadion am Zoo, um die Spitzenposition aus eigener Kraft zu verteidigen, ein Sieg sowieso.

Theoretisch ist sogar möglich, dass beide Vereine die Saison exakt punkt- und torgleich beenden. Das wäre dann der Fall, wenn beispielsweise der BVB in Wuppertal 0:1 verliert und RWE gleichzeitig in Wegberg-Beeck 4:3 gewinnt. Gleiches wäre bei einem 1:2 und 5:4 der Fall. Sollte es zu diesem (zugegeben eher unwahrscheinlichen) Fall kommen, müsste sogar ein Entscheidungsspiel auf neutralem Platz angesetzt werden, weil auch der direkte Vergleich zwischen beiden Teams exakt ausgeglichen ist (zweimal 1:1).

Wesentlich wahrscheinlicher als eine Saisonfortsetzung auf dem grünen Rasen ist allerdings eine mögliche Entscheidung am „grünen Tisch“. Der Westdeutsche Fußballverband (WDFV) gab jedenfalls am Mittwoch offiziell bekannt, dass es am Samstag weder in Wuppertal noch in Wegberg-Beeck eine mögliche Meisterehrung für das erfolgreiche Team geben werde. Das habe allerdings nichts mit der sportlich noch offenen Meisterfrage und auch nichts mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie zu tun. Diese Verschiebung erfolge vielmehr, weil „gegen die Spielwertungen einzelner beteiligter Vereine noch Einsprüche vorliegen und diesbezüglich noch keine Entscheidung durch das Sportgericht des WDFV erfolgt ist“, teilte der Verband mit.

Manfred Schnieders (Salzkotten), Vorsitzender des WDFV-Fußballausschusses, sagt: „Wir hatten uns alle für Samstag auf die Ehrung eines würdigen Meisters der Regionalliga West eingestellt und die Feierlichkeiten – natürlich unter streng abgestimmten corona-konformen Bedingungen – auch mehrgleisig vorbereitet. Durch die Einsprüche wird die Entscheidung über den Titelträger unter Umständen über den 42. Spieltag hinaus vertagt. Die Situation erschwert unsere Planungen derart, dass der WDFV nicht umhinkommt, die Ehrung zu verschieben. Das bedauern wir sehr.“

Während der Verband offen ließ, welche Vereine gegen welche Spielwertungen Einspruch vor dem WDFV-Sportgericht erhoben haben, bestätigte Rot-Weiss Essen auf kicker-Nachfrage, dass Verfahren vor der Verbandsgerichtsbarkeit angestrengt wurden. „Zu unseren Beweggründen möchten wir aufgrund des laufenden Verfahrens und der vollen sportlichen Konzentration auf Samstag zum jetzigen Zeitpunkt nichts sagen“, erklärte RWE-Vorsitzender Marcus Uhlig.

Nach kicker-Informationen wollen die Essener die Absetzung bzw. die Verlegung der drei BVB-Partien beim SV Rödinghausen (0:0), gegen den SV Bergisch Gladbach 09 (3:1) und beim SV Straelen (3:1) juristisch überprüfen lassen. Die Begegnungen waren verschoben worden, nachdem sich beim BVB zumindest zwei Spieler mit dem Coronavirus infiziert hatten und zahlreiche weitere Akteure von den zuständigen Gesundheitsämtern in Quarantäne geschickt worden waren. Danach standen der Borussia nicht mehr genügend Spieler zur Verfügung. Laut der aktuellen Regionalliga-Spielordnung muss eine Mannschaft für den Fall von Corona-Infektionen nur dann antreten, wenn mindestens 16 Spieler (davon zwei Torhüter) verfügbar sind.

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1 Kommentar

  1. Es ist schon sehr fragwürdig, wie Rot-Weiss Essen zum zweiten Mal versucht, doch noch aufzusteigen. Über die Saison gesehen, haben die Dortmunder sehr deutlich gemacht, dass sie den Aufstieg wollen. Durch die Nachholspiele konnten sich die Spieler durch Pause nicht erholen, sondern haben durch fünf Spiele in zwei Wochen wohl mehr an Suptanz eingebüst (siehe auch Holstein Kiel).
    Aber egal wie es ausgeht: Die Aktion von Rot-Weiss Essen ist – wenn nicht sogar unsportlich – dann auf jeden Fall peinlich.

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