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Nach Einspruch von Rot-Weiss Essen: Sportgericht tagt am Mittwoch

Westdeutscher Fußballverband wird Beteiligte nach Duisburg laden.
Schon in wenigen Tagen geht die Mammutsaison 2020/2021 in der Regionalliga West in die „Verlängerung“. Wie Hubert Jung (Zülpich), Vorsitzender des Sportgerichts des Westdeutschen Fußballverbandes (WDFV), auf kicker– und MSPW-Nachfrage bestätigte, wird sich die Kammer schon „im Laufe dieser Woche“ im Rahmen einer Verhandlung in der Sportschule Duisburg-Wedau mit den Einsprüchen gegen die Wertung von drei Spielen des sportlichen Meisters Borussia Dortmund U 23 beschäftigen.

Der Tabellenzweite Rot-Weiss Essen, dem nach dem 2:0-Auswärtssieg zum Abschluss beim FC Wegberg-Beeck selbst 90 Punkte aus 40 Saisonspielen nicht zum Titelgewinn und damit zum ersehnten Aufstieg in die 3. Liga reichten, hat in Bezug auf die verlegten BVB-Partien beim SV Straelen (3:1), beim SV Rödinghausen (0:0) und gegen den SV Bergisch Gladbach 09 (3:1) Protest eingelegt. Der sportliche Absteiger aus Bergisch Gladbach folgte den Essenern und hofft auf eine Spielwertung zu seinen Gunsten. Sollten die klagenden Klubs Recht bekommen, würde nicht nur RWE die Dortmunder in der Abschlusstabelle überholen und auf Platz eins springen. Auch Bergisch Gladbach würde nachträglich am VfB Homberg vorbeiziehen und damit möglicherweise den bitteren Gang in die Mittelrheinliga abwenden.

Klar ist: Jung, der die Einsprüche als „formal korrekt und fristgerecht“ eingestuft hat, kann die Verhandlung des Sportgerichts corona-bedingt nicht selbst leiten. Für ihn dürfte sein Vertreter Georg Schierholz (Lippstadt) einspringen. Schon an diesem Montag lud Schierholz die beteiligten Parteien für Mittwoch, 18.30 Uhr, nach Duisburg ein. Klar ist auch: Unabhängig vom Ausgang des Verfahrens vor dem WDFV-Sportgericht ist anschließend auch noch eine Berufung vor dem Verbandsgericht als letzter Instanz möglich. In diesem Fall würde sich das „Saisonende“ in der West-Staffel weiter nach hinten verschieben.

Rot-Weiss Essen verabschiedete am Sonntagvormittag bei einem abschließenden Treffen der Mannschaft die Spieler, die den Verein definitiv verlassen werden. Neben den bereits bekannten Marcel Platzek (zum 1. FC Bocholt), Jonas Hildebrandt (FC Energie Cottbus) und Jan-Lucas Dorow (Rot-Weiß Oberhausen) stehen auch Torhüter Leon Brüggemeier sowie Jonas Behounek, Joshua Endres und Jan Neuwirt als Abgänge fest. Der eine oder andere Spieler dürfte noch folgen, egal in welcher Liga es für die Essener weitergeht. Als Neuzugänge wurden bislang Kevin Holzweiler (FC Viktoria Köln), Yannick Langesberg (SC Verl), José-Enrique Rios Alonso (VfB Stuttgart II) und Luca Dürholtz (SV 07 Elversberg) unter Vertrag genommen.

Sollte ab dem 13./14./15. August die elfte Saison in Folge in der Regionalliga West anstehen, wird der Traditionsklub den nächsten Anlauf auf die 3. Liga nehmen. „Mit unserer starken Saison haben wir ein sehr gutes Fundament geschaffen, auf dem wir aufbauen und neu angreifen werden“, kündigte Cheftrainer Christian Neidhart per Megaphon vor den mitgereisten Anhängern in Wegberg-Beeck an. Sowohl bei der Abfahrt zum letzten Saisonspiel als auch bei der Rückkehr wurde das Team von zahlreichen Fans empfangen und lautstark gefeiert.

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4 Kommentare

  1. Der Einspruch von Rot-Weiss Essen ist zu begrüßen. Das Hin- und Herverschieben der Bundesliga-Profis nach Bedarf von der ersten Mannschaft in das Regionalliga-Team ist fragwürdig und wettbewerbsverzerrend. Wenn dann auch noch mehrere Spiele verlegt werden wegen dieser Profis fehlt jedes Verständnis.

    Dass es auch anders geht, hat Bayern München in der 3. Liga gezeigt: Trotz des drohenden Abstiegs hat Bayern nur die Profis eingesetzt, die die gesamte Saison gespielt haben, und sind abgestiegen.

    Ein Verzicht auf den Aufstieg würde Borussia Dortmund gut zu Gesicht stehen. Zumal die 3.Liga durch RWE bedeutend attraktiver würde als durch eine zweite Mannschaft. Ich befürchte aber, dass zugunsten von Dortmund entschieden wird.

    • WDFV Sportgerichtsurteil vom 09.06.2021
      Ja – es war leider nicht zu erwarten, dass man der Mannschaft von Borussia Dortmund die Butter vom Brot nimmt.
      Es werden über drei Stunden beim Sportgericht getagt – und das Endergebnis stand schon vorher fest. Mit den etwas
      kleineren und klassentieferen Mannschaften kann man ja so umgehen. Für echte Sport-Fans mehr als eine große Enttäuschung. Mit fairem Sport hat das alles wohl nichts mehr zu tun.

  2. Werner Andreas Müller

    Ich gebe Herrn Hahnel vollkommen recht!
    Ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass das „Verschieben“ von Spielern zwischen Profis und den Amateuren erst dann aufhören wird, wenn keine zweiten Mannschaften mehr in der 3.Liga antreten dürften. Selbst die Regionalligen sollten von den zweiten Mannschaften „befreit“ und „sauber“ gehalten werden! Die Oberliga sollte das Höchste der Gefühle sein für Zweitvertretungen der Bundesligisten!…..oder aber, man führt ab der Oberliga aufwärts für Reserve (2.) Mannschaften eine jeweilige „Reserveliga“, aber mit Auf- und Abstieg, ein in denen die Reserven dann im gleichen Niveau und auch sportlich angemessen, ihren Meister ausspielen können. Meines Erachtens wäre das eine Win-Win- Situation, denn die Spiele würden auf hohem, einigermaßen gleichen Niveau ausgetragen (in den Reserveligen) und man hätte die Chancengleichheit, sowohl in den eigentlichen Ligen, als auch in den Reserveligen hergestellt. Außerdem wäre dann in 3. Liga und in den Regionalligen mehr Platz für erste Mannschaften und es käme endlich wieder zu volleren Stadien, sofern das die Corona-Pandemie wieder zulässt.

  3. Als sehr treuer und langjähriger BVB-Fan freue ich mich sehr, dass der BVB noch die Champions League erreicht hat. Schade, dass man mit der Verpflichtung von Trainer Marco Rose nicht gewartet und so den Gladbachern Fans vor dem Kopf gestoßen hat. Als ehemaliger Tennisspieler von Rot-Weiss Essen war ich dennoch dem Fußballverein nie verbunden, da dort jahrelang Misswirtschaft betrieben wurde. Schon als kleiner Bub war ich BVB-Fan und sogar mehrere Jahre Dauerkarteninhaber.

    Seit 16 Jahren lebe ich nun in Bayern – und halte dort die BVB-Fahne hoch. Dennoch werden seit einiger Zeit einige Entscheidungen getroffen, die dem BVB Sympathiepunkte kosten. Zuerst die Kritik an Herrn Lauterbach von Herrn Watzke, dann die letzten Trainerentscheidungen nach Tuchel, der seit Klopp wohl der erfolgreichste Trainer beim BVB über eine ganze Saison war und jetzt dieser peinliche Aufstieg der zweiten Mannschaft. Ich fände es auch gut, wenn man zugunsten von Rot-Weiss Essen auf den Aufstieg verzichten würde. Man könnte als BVB in Deutschland damit sehr große Sympathiepunkte gewinnen. Ich denke, der BVB wird genau wie die Bayern sowieso in der kommenden oder übernächsten Saison wieder absteigen. Die Idee einer eigenen Liga mit zweiten Mannschaften fände ich auch eine sehr gute Lösung.

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