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Rot-Weiss Essen nach Derby: Zwischen den Gefühlswelten

Gemischtes Fazit nach dem 1:1 gegen Rot-Weiß Oberhausen.
Einen direkten Konkurrenten auf Distanz gehalten und die Tabellenführung verteidigt, aber auch die große Chance verpasst, die Spitzenposition weiter auszubauen: Zwischen diesen Gefühlslagen schwankten Fans, Spieler und Verantwortliche von Rot-Weiss Essen nach dem 1:1 (1:0) im Revierderby gegen den Verfolger Rot-Weiß Oberhausen vor der Saisonrekord-Kulisse von 12.500 Fans an der ausverkauften Hafenstraße.

„Es ist schade, dass wir nach dem guten Start ins Spiel nicht alle drei Punkte in Essen behalten und uns dadurch kein kleines Polster zulegen konnten“, urteilte RWE-Sportdirektor Jörn Nowak nach dem Duell mit seinem ehemaligen Verein im kicker– und MSPW-Gespräch, räumte aber auch ehrlich ein: „Unter dem Strich war das Unentschieden für RWO verdient.“

Nowaks Zwischenfazit nach 24 Zählern aus den ersten neun Saisonspielen (Punkteschnitt 2,44) fällt dennoch positiv aus: „Der Start ist sehr ordentlich, zumal wir schon gegen alle vier Teams gespielt haben, die direkt hinter uns rangieren und ebenfalls Ansprüche auf den Aufstieg angemeldet haben. Jetzt gilt es, uns möglichst noch weiter zu verbessern und noch konstanter über die kompletten 90 Minuten zu werden.“

Gegen RWO hatten die Essener nach der Pause „ein wenig den Faden verloren“, wie es Kapitän Dennis Grote formulierte. Der 35-jährige Mittelfeldspieler, der ebenso wie Nowak, Torhüter Daniel Davari, Verteidiger Felix Herzenbruch und Torjäger Simon Engelmann selbst das Oberhausener Trikot getragen hatte, bemängelte außerdem die Trefferausbeute. „Wir schießen zu wenig Tore“, stellte Grote nüchtern fest. Betrachtet man die vorherigen Partien, vor allem gegen den neuen Tabellenzweiten Wuppertaler SV (1:0), Fortuna Köln (2:1), die U 23 des FC Schalke 04 (1:0) und den SV Lippstadt 08 (2:1), ist die Einschätzung korrekt. Dort ließen die Essener Torchancen in Hülle und Fülle aus. Gegen Oberhausen allerdings hielten sich die klaren Möglichkeiten in Grenzen, fehlte in der Offensive die Durchschlagskraft.

Besonders auffällig: Mit gerade einmal drei Treffern ist Rechtsverteidiger Sandro Plechaty schon der erfolgreichste RWE-Torschütze. Auf der anderen Seite verteilen sich die 17 erzielten Treffer auf elf verschiedene Spieler, nachdem gegen RWO auch Oguzhan Kefkir erstmals in dieser Saison erfolgreich war. Das ist (gemeinsam mit Preußen Münster) Liga-Höchstwert. „Das ist mir lieber, als wenn wir nur von einem Torjäger abhängig wären“, nimmt es RWE-Trainer Christian Neidhart gelassen.

Der Fußball-Lehrer, der einen Tag vor dem Derby seinen 53. Geburtstag gefeiert hatte, ist aber auch sicher, dass beispielsweise bei Torschützenkönig Simon Engelmann (29 Treffer in der Vorsaison, aktuell erst zwei Tore) früher oder später wieder der Knoten platzen wird. Aktuell wird „Engel“ durch eine schmerzhafte Verletzung am Handgelenk behindert, die in den nächsten Tagen genau abgeklärt werden soll. Positiv für RWE: Die angeschlagen in die Partie gegangenen Daniel Davari und Luca Dürholtz hielten 90 Minuten durch. Für das kommende Gastspiel beim Schlusslicht KFC Uerdingen 05 (Samstag, 14 Uhr, in Velbert) steht auch der formstarke Offensivspieler Erolind Krasniqi nach abgesessener Rotsperre wieder zur Verfügung. Ob sich Daniel Heber im Laufe der Woche zurückmelden wird, ist dagegen noch unklar. Der zuverlässige Innenverteidiger hatte sich für das Duell mit seinem früheren Verein krankheitsbedingt abgemeldet.

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