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Dortmunds Richmond Tachie: „Wir sind eine außergewöhnliche U 23“

22-jähriger Offensivspieler ist in der 3. Liga angekommen.

Richmond Tachie (Foto) ist endgültig in der 3. Liga angekommen. Nach zunächst nur vier Einsätzen für seinen früheren Verein FC Viktoria Köln sorgt der Offensivspieler mit der U 23 von Borussia Dortmund für Furore. Immer gehörte der ehemalige U 18-Nationalspieler zur Startelf. Im DFB.de-Interview spricht der 22-Jährige über seinen erneuten Anlauf und den Saisonstart.

DFB.de: Beim 2:0 gegen die Würzburger Kickers fuhr der BVB II den vierten Sieg aus den zurückliegenden sechs Partien ein, eroberte zwischenzeitlich sogar die Tabellenführung. Kam da die Länderspielpause eher ungelegen, Herr Tachie?

Richmond Tachie: Wir hätten schon gerne den Schwung direkt in das nächste Spiel mitgenommen. Andererseits hatten wir so auch ein paar Tage frei. Wir konnten nach den anstrengenden Wochen neue Kraft tanken. Es hat also beides seine Vorteile.

DFB.de: Wie können Sie vom Fußball abschalten?

Tachie: Ich bin dann häufig bei meiner Familie in Berlin. Während der Saison bleibt dafür nicht ganz so oft Zeit. Wenn ich ehrlich bin, ist der Fußball aber auch oft ein Thema, wenn ich nicht selbst auf dem Platz stehe. (lacht) Da die neue Version erst kürzlich rausgekommen ist, spiele ich gerne an der Videokonsole FIFA 22. Nach unserem Aufstieg in die 3. Liga war ich gespannt, wie es ist, mein „virtuelles Ich“ zu steuern.

DFB.de: 20 Punkte aus elf Spielen bedeuten derzeit den zweiten Tabellenplatz. Mal ehrlich: Sind Sie selbst vom guten Saisonstart ein wenig überrascht?

Tachie: Eigentlich nicht. Wir waren uns bewusst, dass wir viele technisch und fußballerisch gut ausgebildete Jungs in der Mannschaft haben und damit auch in der 3. Liga einiges möglich ist. Da wir die Mischung mit der richtigen Mentalität finden und uns auch in umkämpften Partien körperlich behaupten können, sind wir eine außergewöhnliche U 23.

DFB.de: Ist nach der Meisterschaft in der Regionalliga West also jetzt auch in der 3. Liga der Titel möglich, wie es 2020 dem FC Bayern München II gelungen war?

Tachie: Ausschließen sollte man im Fußball nichts. Wir konzentrieren uns aber allein darauf, jedes Spiel so gut wie möglich zu bestreiten. Viel weiter als bis zur nächsten Aufgabe geht unser Blick nicht.

DFB.de: Wie sind bislang Ihre Eindrücke von der 3. Liga?

Tachie: Die Mannschaften liegen wahnsinnig eng beieinander. Dass da sogar mal der Tabellenletzte gegen den Spitzenreiter gewinnt, ist nicht so überraschend, wie es vielleicht in anderen Spielklassen der Fall wäre. Klar ist: Man muss stets an der Leistungsgrenze agieren, um Punkte mitnehmen zu können.

DFB.de: Für Sie persönlich stehen bislang drei Tore und drei Vorlagen nach elf Einsätzen zu Buche. Haben Sie sich eine Marke als Ziel gesetzt?

Tachie: Eine bestimmte Anzahl habe ich mir nicht vorgenommen. Es ist aber schon mein Anspruch, dem Team mit Toren und Vorlagen zu helfen. Meine bisherige Statistik ist nicht schlecht. Ich bin allerdings selbstkritisch genug, um zu wissen, dass es noch mehr Tore und Vorlagen hätten sein können. Vielleicht gelingt es mir ja, die noch nachzuholen.

DFB.de: Warum läuft es bei Ihrem zweiten Anlauf in der 3. Liga jetzt besser?

Tachie: Der Zeitpunkt für meinen damaligen Wechsel zum FC Viktoria Köln hatte sich als ein wenig ungünstig herausgestellt. Ich hatte die Saison noch bei der U 23 des VfL Wolfsburg begonnen und deshalb in Köln die Vorbereitung nicht mitgemacht. Außerdem war ich kurz zuvor noch ein wenig angeschlagen. Daher war es schwer, sofort Fuß zu fassen. Mehr als vier Spiele habe ich nicht absolviert. Beim BVB habe ich mich dann vom ersten Moment an wohl gefühlt. Mit der Meisterschaft in der Regionalliga West waren wir sehr erfolgreich. Der Aufstieg hat zusammengeschweißt. Man kann sagen, dass ich mich gemeinsam mit dem Team weiterentwickelt habe.

DFB.de: War bei Ihrem Wechsel nach Dortmund auch die Hoffnung dabei, Eindrücke bei den Profis sammeln zu können?

Tachie: Absolut. Das ist vermutlich bei jedem unserer Spieler so. Die Vergangenheit hat auch schon gezeigt, dass es nicht nur bei der Hoffnung bleiben muss, sondern dass beim BVB auch die Chance dazu besteht. Ich durfte zum Beispiel in der zurückliegenden Saison bei einem Testspiel gegen den VfL Bochum mitmachen. Es ist ein cooles Gefühl, gemeinsam mit Weltklassespielern auf dem Platz zu stehen. Man versucht, jeden Moment aufzusaugen.

DFB.de: Seitdem Sie beim BVB sind, arbeiten Sie mit U 23-Trainer Enrico Maaßen zusammen. Wie würden Sie ihn als Typ beschreiben?

Tachie: Er ist ein junger und hungriger Trainer, der viel von seiner Mannschaft fordert. Wenn es um Fußball geht, ist er enorm ehrgeizig. Man kann sich mit ihm aber auch locker unterhalten. Die Mischung aus Spaß und Ernst stimmt.

DFB.de: Nach der Länderspielpause geht es mit der Partie bei Eintracht Braunschweig weiter. Wie schätzen Sie die Aufgabe beim Zweitligaabsteiger ein?

Tachie: Die Eintracht liegt nur drei Punkte hinter uns und wird weiterhin den Kontakt nach oben halten wollen. Uns erwartet in Braunschweig eine große Kulisse. Daher fiebern wir der Partie sehr entgegen.

DFB.de: Zuletzt hatten sich Siege mit Niederlagen abgewechselt. Wie soll das diesmal verhindert werden?

Tachie: Ich glaube nicht, dass wir groß etwas ändern müssen. Wir wollen uns von unserer Defensivreihe aus nach vorne kombinieren. Sollte das nicht möglich sein, sind wir uns aber auch nicht zu schade, mal einen langen Ball zu spielen. Wir sind robust genug, um uns auch gegen Spitzenmannschaften wie Eintracht Braunschweig in die Duelle zu werfen und die zweiten Bälle zu gewinnen.

Fotoquelle: Borussia Dortmund

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