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Bochumer Ex-Profi Marvin Matip kickt jetzt in der Kreisklasse

36-Jähriger spielt nach einer Weltreise für SV Ingolstadt-Hundszell.
Der langjährige Bundesligaprofi Marvin Matip (36, auf dem Foto rechts), Rekordspieler des Zweitligisten FC Ingolstadt 04 und Bruder von Champions League-Sieger Joel Matip (FC Liverpool), kickt in der oberbayerischen Kreisklasse Donau/Isar 2 für den SV Ingolstadt-Hundszell. Im FUSSBALL.DE-Interview spricht der gebürtige Bochumer Matip, der früher auch für den VfL Bochum sowie den 1. FC Köln am Ball war, über Kreisklassenduelle, seinen gesanglichen Einstand mit „Geh‘ mal Bier hol’n“ und sein Bachelor-Studium.

FUSSBALL.DE: Sie kickten lange in der 1. und 2. Bundesliga. Nach Ihrem Karriereende im Profibereich sind Sie jetzt in der Kreisklasse am Ball. Wie kam es dazu, Herr Matip?

Marvin Matip: Den Schritt hatte ich tatsächlich schon länger geplant. Mein ehemaliger Teamkoordinator beim FC Ingolstadt 04, Marcel Posselt, spielt ebenfalls für den SV Ingolstadt-Hundszell und wollte mich schon vor einiger Zeit dorthin lotsen. Allerdings hatte für mich zunächst Priorität, bei meinem Bachelor-Studium in Sportbusiness Management voranzukommen. Außerdem war ich gemeinsam mit meiner Frau Elisabeth bis Mai dieses Jahres auf einer halbjährigen Weltreise. Nachdem wir jetzt wieder zurück sind und ich mich in den letzten Zügen meines Studiums befinde, war es der richtige Zeitpunkt, auf den Platz zurückzukehren. Mannschaftssport macht mir immer noch viel mehr Spaß, als alleine im Wald joggen zu gehen, um fit zu bleiben.

Wohin ging es bei Ihrer Weltreise?

Matip: Wir waren vor allem in Zentralamerika und Südamerika, haben Länder wie Mexiko, Guatemala, Kolumbien und Ecuador bereist. Auch auf den Galapagos-Inseln waren wir. Eine Weltreise stand schon immer auf unserem Zettel für die Zeit nach meiner Profilaufbahn. Wir sind sehr glücklich, dass wir das trotz Corona realisiert bekommen haben.

Sprich: Von den Galapagos-Inseln rein in den Alltag der Kreisklasse. Bei Ihrem Einstand in Hundszell sangen Sie „Geh mal Bier hol’n“. Man mag meinen, dass man sich bei einem Amateurteam nicht besser Sympathien ersingen kann! 

Matip: (lacht) Meine Performance war zwar alles andere als perfekt, aber mit der Songauswahl habe ich es mir natürlich einfach gemacht. Es gibt wenige Lieder mit mehr Potenzial zum Mitgrölen. Ein Lied von Whitney Houston hätte bei einem Kreisklassen-Einstand dagegen nur wenig Sinn gemacht. (lacht)

Wie laufen die Duelle im Amateurfußball für Sie ab? Gibt es häufig Kommentare von Gegenspielern?

Matip: Ein bisschen gequatscht wird in der Kreisklasse – denke ich – immer. Aber das war bei meinen bisherigen drei Einsätzen alles im Rahmen und eher positiv als negativ. Großen Trashtalk gab es noch nicht – und ich hoffe, das bleibt auch so. (lacht) Nach den Spielen wird dann meist noch entspannt ein Bierchen mit den Mit- und Gegenspielern getrunken.

Gibt es auch Autogramm- oder Selfiewünsche von Gegenspielern? Oder Angebote wie: „Ich hol‘ dir ein Bier, du gibst mir ein Autogramm?“

Matip: Nein, das ist mir bisher noch nicht passiert. Autogrammwünsche gibt es eher von Fans und dann auch meist von den jüngeren Anhängern. Es freut mich natürlich, dass man mich in Ingolstadt nach meinen vielen Jahren beim FCI noch nicht vergessen hat. Es wird auch viel über die aktuelle Lage beim FCI geplaudert.

Das zeigt, dass Sie nicht nur auf dem Platz gefragt sind, sondern auch bei den Zuschauern. Ihr Dasein sorgt sowohl bei Heim- als auch bei Auswärtsspielen für einen Fanzuwachs. Wie fühlt es sich an, jede Woche der „Promi“ auf dem Platz zu sein?

Matip: Das ist vielleicht etwas überspitzt ausgedrückt – wie der große Star fühle ich mich ganz sicher nicht. Und Druck verspüre ich durch meine Bekanntheit auch nicht. Da habe ich als Profi ganz andere Situationen erlebt. Dennoch ist es schön, dass ich zu einem größeren Interesse an unseren Spielen beitrage. Davon profitieren schließlich beide Teams.

Aber mal Hand aufs Herz: Fühlen Sie sich als langjähriger Bundesligaprofi in der Kreisklasse nicht unterfordert?

Matip: Tatsächlich überhaupt nicht. Zunächst einmal liegt das daran, dass die Qualität in unserem Team wirklich gut ist. Das hat mich in den ersten Wochen wirklich positiv überrascht. Hinzu kommt, dass ich nach einer zweieinhalbjährigen Pause erst einmal das Gefühl für den Ball zurückerlangen muss. Von heute auf morgen geht das nicht. Und zu guter Letzt: Ich gehe nicht zu verbissen ins Training und in die Spiele und sehe alles etwas lockerer als früher. Es macht mir einfach Spaß, wieder vor den Ball zu treten und Teil eines Teams zu sein.

Das komplette Interview mit Marvin Matip ist auf FUSSBALL.DE zu finden.

Foto-Quelle: Privat

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