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MSV Duisburg: Mit Sondertrikot beim Wiederholungsspiel

Auch Gegner VfL Osnabrück lief mit besonderer Anfertigung auf.


Der abstiegsbedrohte Drittligist MSV Duisburg ist im Wiederholungsspiel gegen den VfL Osnabrück (3:6) in einem Sondertrikot aufgelaufen. Die Trikotsponsoren verzichteten dafür auf ihre Werbeflächen. Stattdessen wurden die Kernwerte des MSV-Leitbildes – Integration, Respekt und Toleranz – auf dem klassischen Heimtrikot sichtbar sein.

Die Partie des 20. Spieltages zwischen dem MSV Duisburg und dem VfL Osnabrück war am 19. Dezember abgebrochen worden, nachdem ein Zuschauer von der Tribüne Beleidigungen in Richtung Spielfeld gerufen hatte. Die beteiligten Akteure auf dem Spielfeld um den dunkelhäutige VfL-Spieler Aaron Opoku nahmen die Worte als rassistische Äußerungen wahr, Aaron Opoku war infolgedessen nicht mehr in der Lage, das Spiel fortzusetzen. Die Polizei und Staatsanwaltschaft Duisburg konnten nach ihren Ermittlungen nicht zweifelsfrei nachweisen, dass die geäußerte Beleidigung tatsächlich Opoku galt. Das strafrechtliche Verfahren wegen einer rassistischen Beleidigung wurde deshalb eingestellt.

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hatte sportrechtlich auf ein Wiederholungsspiel entschieden und ist mit dieser Entscheidung auch dem Wunsch beider Vereine gefolgt, die bereits unmittelbar nach dem Spielabbruch gemeinsam geäußert hatten, das sportliche Duell nicht am „grünen Tisch“, sondern auf dem grünen Rasen entscheiden zu wollen

„Die Werte unseres Vereins, wie sie im Leitbild verankert sind, sind zeitlos und werden vom MSV und den Bürgern der Stadt täglich gelebt“, so Duisburgs Präsident Ingo Wald. „Nach dem Spielabbruch gab es viele Negativ-Schlagzeilen. Die haben weh getan – uns als Verein, der Stadt, aber auch dem Beschuldigten. Das Wiederholungsspiel und die zu erwartende mediale Aufmerksamkeit möchten wir dazu nutzen, unsere Werte, für die wir schon immer einstanden auf dem Sondertrikot bundesweit zu transportieren. Denn dafür steht Duisburg und dafür steht der MSV!“

Auch der VfL Osnabrück bestritt die Begegnung in einem Sondertrikot. Um ein Zeichen gegen Ausgrenzung und für ein gesellschaftliches Brückenbauen zu setzen, steht auf dem schwarzen Trikot – mit Bezug auf die Klubmission – der Brustflock „Brücken bauen“.

„Insbesondere die zahlreichen Reaktionen nach dem Vorfall haben uns einmal mehr deutlich vor Augen geführt, dass Rassismus innerhalb unserer Gesellschaft weiterhin existiert und präsent ist und die Perspektive des Betroffenen dabei völlig aus dem Blickwinkel geraten ist“, so Dr. Michael Welling, Geschäftsführer des VfL Osnabrück. „Für uns als Klub sind alle Menschen gleich, dafür stehen wir als gesellschaftlicher Brückenbauer auch zukünftig kompromisslos ein.“

Der VfL Osnabrück wird pro verkauftem Shirt 20 Euro an den Verein „Exil, der sich dafür einsetzt, dass Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte menschenwürdig und angstfrei leben können“, spenden. Außerdem werden die im Spiel getragenen und vorbereiteten Trikots aller VfL-Profis versteigert. Der Gesamterlös aus den Versteigerungen fließt in voller Höhe ebenfalls an Exil.

Foto-Quelle: MSV Duisburg

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