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Wattenscheids Zugang Tim Brdaric: Papa Thomas als Ansporn

22-Jähriger stand im ersten Ligaspiel direkt in der Startelf.
Nach Sané auch noch Brdaric: Neben Kim (27), dem älteren Bruder von Nationalspieler Leroy Sané (26, FC Bayern München) läuft ab sofort ein weiterer bekannter Name in der Regionalliga West für den Traditionsverein SG Wattenscheid 09 auf. Tim Brdaric (auf dem Foto rechts), Sohn von Ex-Nationalspieler Thomas Brdaric (mittig), ist die neueste Verpflichtung des ehemaligen Bundesligisten.

Während Papa Thomas zu seiner aktiven Zeit nicht nur 204 Parten (54 Tore) in der Bundesliga für den VfB Stuttgart, Fortuna Düsseldorf, Bayer 04 Leverkusen, Hannover 96 und den VfL Wolfsburg, sondern auch acht Länderspiele für das DFB-Team absolviert hat, will sein 22 Jahre alter Filius zunächst in der 4. Liga Fuß fassen. In der Rückrunde der abgelaufenen Saison lief er bereits für den KFC Uerdingen 05 in 14 Regionalliga West-Spielen auf. Nach dem Abstieg der Krefelder in der Oberliga Niederrhein folgte nun der Wechsel zur SG Wattenscheid 09.

„Ich war schon nach dem ersten Kontakt mit den Verantwortlichen begeistert“, sagt der gebürtige Düsseldorfer im Gespräch mit FUSSBALL.DE. „Die SG Wattenscheid 09 besitzt eine große Tradition und eine super Fankultur. Der Verein ist ein sehr guter Ort, um sich als junger Spieler weiterzuentwickeln.“

Sieg beim Startelfdebüt gegen Fortuna Köln

Nach seinem erfolgreichen Debüt als Einwechselspieler in der Erstrundenbegegnung des Westfalenpokals beim Landesligisten SV Hohenlimburg (2:1) folgten für Tim Brdaric beim ersten Startelfeinsatz am zurückliegenden Wochenende gegen Fortuna Köln (3:0) auch die ersten drei Zähler für seinen neuen Verein. „Die Jungs mussten bei den drei Niederlagen zum Start einiges einstecken. Umso höher ist der Sieg gegen einen ambitionierten Gegner zu bewerten“, lobt der Defensivspieler. „Wir waren an diesem Tag einfach das cleverere Team. Jeder ist für den anderen gelaufen und mit unseren guten Zockern in der Mannschaft haben wir immer wieder Nadelstiche gesetzt.“

Die SG Wattenscheid 09 ist nach den Juniorenstationen VfL Wolfsburg, Fortuna Düsseldorf, Arminia Klosterhardt und Alemannia Aachen auch im Herrenbereich schon der sechste Verein für Tim Brdaric. „Das war keineswegs so geplant“, betont er. „Die Corona-Pandemie hat da stark reingespielt. Dadurch sind einige Vereinswechsel mehr entstanden.“

Von Corona-Pandemie ausgebremst

Von Aachen aus ging es zunächst im Sommer 2019 in die USA, genauer gesagt an die Duquesne University in Pittsburgh. „Ich hatte ein Vollstipendium bekommen“, erzählt Brdaric. „Nach einem halben Jahr ging es dann langsam mit der Pandemie los. Auch dadurch hatte sich mein Plan geändert. Ich wollte wieder nach Deutschland.“

Zurück in der Heimatregion schloss er sich zunächst dem Niederrhein-Oberligisten 1. FC Monheim an. Kaum zwei Monate später wurde aber der Spielbetrieb in der fünfthöchsten Spielklasse und darunter eingestellt. Bis dahin stand lediglich ein Einsatz für Brdaric zu Buche. Erst zur kommenden Spielzeit rollte wieder der Ball. Auch wegen eines Außenbandrisses stand er für den 1. FC Monheim in nur noch einem weiteren Ligaspiel auf dem Feld. Dann ruhte der Spielbetrieb im Oktober erneut.

„Für die Spieler, die altersmäßig den Jugendbereich verlassen haben, war der Übergang in den Herrenmannschaften während dieser Zeit besonders schwer“, stellt Tim Brdaric fest. „Auch abseits des Fußballs war es für alle herausfordernd. Aber wer weiß, wofür die Erfahrung letztendlich gut war.“

Gemeinsam mit Vater Thomas in Albanien aktiv

Um dieser Phase mit wenig Spielpraxis entgegenzuwirken, entschied sich Tim Brdaric im Sommer 2021 für einen erneuten Wechsel ins Ausland. Das Ziel dieses Mal: KF Vllaznia in Albanien. Trainer dort zu diesem Zeitpunkt: Vater Thomas, der den Verein 2020/2021 zum Pokalsieg geführt hatte.

„Das war genau die richtige Entscheidung und eine super Erfahrung“, sagt Tim Brdaric im Rückblick. Neben dem Training mit den Profis sammelte er bei der zweiten Mannschaft regelmäßig Wettkampfpraxis. „In Albanien gibt es eine eigene Liga für U 21 Teams. Die Einsätze haben mir in meiner Entwicklung enorm weitergeholfen. Und bei den Profis hatte ich direkt bei meinem Debüt getroffen.“ Die Menschen vor Ort hat er als „super gastfreundlich kennengelernt. Landschaftlich ist Albanien ein sehr facettenreiches Land.“

Im Gegensatz zu seinem Vater zog es Tim fußballerisch aber wieder nach Deutschland. „Es war und ist mein Ziel, hier den Sprung in den Profibereich zu schaffen. Mein Papa nimmt sehr gerne sportliche Herausforderungen an. Andere Kulturen bedeuten häufig auch neue Möglichkeiten. Bei seinem aktuellen Verein Chennaiyin FC in Indien kann er auf professioneller Ebene arbeiten. Indien hat weltweit den vierthöchsten Zuschauerschnitt. Ich bin überzeugt, dass mein Papa mit seinen Qualitäten als Trainer dort begeistern kann.“

Täglicher Austausch trotz großer Distanz

Seinen Vater hat er auch noch selbst in der Bundesliga spielen sehen. „Mein Papa hat im Fußball Spuren hinterlassen. Ich bin sehr stolz auf seine Karriere“, schwärmt der Sohn. „Als kleiner Junge war ich bei den Heimspielen immer im Stadion und nach Abpfiff auch auf dem Rasen. Ich hatte es sehr genossen, ihn spielen zu sehen. Und so geht es ihm jetzt auch bei Spielen von mir. Seine Spielerkarriere ist ein Ansporn für mich.“

Die komplette Geschichte zu Tim Brdaric ist auf FUSSBALL.DE zu finden.

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