Startseite / Pferderennsport / Galopp / Galopp Iffezheim: Rene Piechulek sorgt für Sensation

Galopp Iffezheim: Rene Piechulek sorgt für Sensation

Mendocino bezwingt Titelverteidiger Torquator Tasso mit Kopf Vorteil.
Was für eine Sensation im 152. Großen Preis von Baden, dem zum zweiten Mal vom bedeutendsten Vermittler von Pferdewetten in Deutschland gesponserten Saison-Höhepunkt 2022 vor 15.500 Zuschauern am Sonntag auf der Galopprennbahn in Iffezheim bei Baden-Baden: Ausgechnet Rene Piechulek (35), Arc-Siegreiter und zuvor ständiger Jockey von Top-Galopper Torquator Tasso, bezwang mit dem von seiner Lebensgefährtin Sarah Steinberg (34) in München für den Stall Salzburg von Schlafmöbel-Unternehmer Hans-Gerd Wernicke trainierten Mendocino den haushohen 17:10-Favoriten und Vorjahressieger mit einem Kopf Vorsprung (Foto).

Mendocino, der als längster Außenseiter ins Rennen gegangen war (79:10), war das einzige Pferd im vierköpfigen Aufgebot des mit 200.000 Euro dotierten Rennens über 2.400 Meter, das bisher noch keine Prüfung auf höchster Ebene gewonnen hatte, doch war er unter anderem Zweiter zu der Klassestute Alpinista im Großen Preis von Bayern gewesen. Rene Piechulek als Stalljockey des Stalles Salzburg kam seinen vertraglichen Verpflichtungen glänzend nach, was möglicherweise entscheidend war für den Ausgang der Prüfung.

Nach einer Pause seit Juni kam der mit 115.000 Euro Siegprämie belohnte Triumph am Finaltag der „Großen Woche“ ziemlich unerwartet, doch entschied am Ende auch die Taktik. Denn im kleinen Feld gab es kaum Tempo. Alter Adler ging notgedrungen an die Spitze und Top-Favorit Torquator Tasso hatte an zweiter Stelle ein aufwändiges Rennen, während Mendocino am Schluss hinter Derby- und Dallmayr-Preis-Gewinner Sammarco gut „abschalten“ konnte.

Bereits im Schlussbogen drückte Torquator Tassos „Ersatzreiter“ Frankie Dettori auf das Tempo und attackierte Alter Adler, der bald auf dem Rückzug war, dann hatte auf der Geraden der innen vorstoßende Co-Favorit Sammarco einen riesigen Moment. Es entwickelte sich ein faszinierender Fight, zunächst zwischen Sammarco und Torquator Tasso, doch auf dem letzten Wegstück zündete Rene Piechulek den Turbo von Mendocino und schaffte mit verblüffenden Reserven tatsächlich noch die knappe Wende gegen den sehr unglücklich bezwungenen Torquator Tasso, hinter dem Sammarco als Dritter ebenfalls lange sehr chancenreich aussah und Rang drei gegen Alter Adler nach Hause brachte.

Damit dürfte Deutschland mit Mendocino und Torquator Tasso, für den Frankie Dettori direkt für den Arc-Ritt gebucht wurde, zwei sehr chancenreiche Starter am 2. Oktober im Prix de l‘Arc de Triomphe, dem fünf Millionen Euro dotierten bedeutendsten Rennen der Welt auf der berühmten Rennbahn in Paris-Longchamp, am Start haben.

Die Stimmen zum 152. Großen Preis von Baden in Iffezheim:

Rene Piechulek (Jockey von Mendocino): „Ich hatte ein Mega-Rennen, Mendocino hat hinten gut abgeschaltet und am Ende einen Riesenspeed gezeigt. Das Ergebnis ist einfach nur der Hammer. Es hat alles wunderbar geklappt.“

Sarah Steinberg (Trainerin von Mendocino): „Die Konkurrenz war im Vorfeld sehr stark. Wir wären zufrieden gewesen, wenn Mendocino einen Gegner hinter sich gelassen hätte. Er kam aus einer Pause. Im Rennen konnte er sich aus allem heraushalten, zum Schluss zog er ganz groß an. Das ist ein sehr emotionaler Moment für mich. Er soll nun erst einmal nach Hause kommen, aber der Arc ist natürlich ein sehr wahrscheinliches Ziel.“

Hans-Gerd Wernicke (Besitzer von Mendocino): „Die Pause hatte sich gelohnt. Wir hatten lange überlegt, ob wir hier laufen sollten, und die Entscheidung war richtig. Sarah Steinberg ist nicht nur menschlich erste Klasse, sondern auch als Trainerin.“

Marcel Weiß (Trainer von Torquator Tasso): „Er hatte leider das schlechteste Rennen von allen Teilnehmern und musste immer frei galoppieren. Er konnte nie versteckt werden. Auch der Linkskurs war nicht ideal, selbst wenn er hier schon gewonnen hatte.“

Lanfranco „Frankie“ Dettori (Jockey von Torquator Tasso): „Es war nicht genug Tempo im Rennen, auch der Boden war nicht weich genug. Ich habe 800 Meter vor dem Ziel schon losgearbeitet, aber der Gegner hatte die größere Beschleunigung.“

Peter Michael Endres (Mitbesitzer von Torquator Tasso): „Das war für ihn alles andere als ein günstiger Rennverlauf, aber so sind Pferderennen. In Paris könnte das wieder anders aussehen. Ich habe Lanfranco Dettori gerade schon für den Arc gebucht.“

Bauyrzhan Murzabayev (Jockey von Sammarco): „Mein Pferd hatte einen großen Moment, das war eine Super-Leistung gegen sehr gute Konkurrenz.“

Peter Schiergen (Trainer von Sammarco): „Er hat gut angegriffen und ist auch ein tolles Rennen gelaufen. Blamiert haben wir uns nicht. Sammarco läuft stets top. Der Preis von Europa in Köln ist eine Option.“

Waldemar Hickst (Trainer von Alter Adler): „Er benötigt einfach einen Tempomacher, das war nicht sein Rennen von vorne. Aber weit war er nicht geschlagen. Vielleicht gehen wir nun in den Preis von Europa.“

Live-Übertragung nach Hongkong sorgt für Zusatzeinnahmen

Gleich drei Rennen am Finaltag in Iffezheim, darunter auch der Große Preis von Baden, wurden live ins Wett-Paradies Hongkong übertragen und waren von dort aus zu bewetten. Dank Partner WETTSTAR setzte man hier wie kürzlich schon beim „Großen Preis von Berlin“ in Hoppegarten ganz neue Maßstäbe bei der Live-Übertragung. Insgesamt wurden in den drei Prüfungen 67,5 Mio. Hongkong-Dollar in der Ex-Kronkolonie gewettet (ca. 8,6 Mio. Euro).

Foto-Quelle: Marc Rühl/Baden Galopp

Das könnte Sie interessieren:

Galopp Schweiz: Auch Kölner Peter Schiergen in St. Moritz engagiert

Einige Trainer und Jockeys aus Deutschland beim „White Turf-Meeting“.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.