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Galopp Paris: Titelverteidiger im „Arc“ vor neuem Rekord?

Torquator Tasso kann gewinnreichster deutscher Galopper werden.


Der Galopprennsport ist die älteste organisierte Sportart in Deutschland und feiert in diesem Jahr 200-jähriges Jubiläum. Was im Jahr 1822 in Bad Doberan an der Ostsee begann, könnte am Sonntag einen besonderen Höhepunkt in der langen Geschichte des deutschen Galopprennsports erreichen: Der deutsche Ausnahme-Galopper Torquator Tasso (Foto) wird auf der berühmten Galopprennbahn in Paris-Longchamp antreten, um das renommierteste Galopprennen der Welt, den Prix de l’Arc de Triomphe, zum zweiten Mal in Folge zu gewinnen.

Mit einem erneuten Triumph von Torquator Tasso in diesem mit fünf Millionen Euro dotierten Rennen würde ein neues Kapitel in der 200-jährigen Geschichte des deutschen Galopprennsports aufgeschlagen: Torquator Tasso wäre dann nicht nur das erste deutsche Pferd, dem das sensationelle „Doppel“ im bedeutendsten Galopprennen der Welt gelingt, sondern gleichzeitig auch der gewinnreichste deutsche Galopper aller Zeiten. Schon jetzt hat er für seine Besitzer Karl-Dieter Ellerbracke (Rödinghausen) und Peter Michael Endres (Duisburg), denen gemeinsam das Gestüt Auenquelle gehört, mehr als 3,6 Millionen Euro an Prämien zusammengaloppiert.

35.000 Zuschauer*innen werden auf der Nobel-Rennbahn in der französischen Hauptstadt erwartet, darunter auch viele deutsche Fans, die Torquator Tasso und die weiteren deutschen Vertreter Mendocino und Mare Australis anfeuern werden. Der Prix de l’Arc de Triomphe wird am Sonntag in 60 Länder übertragen. Die Boxen der zwanzig Starter öffnen sich um 16.05 Uhr.

Gleich drei Arc-Starter für deutsche Interessen

Für den fünfjährigen Hengst Torquator Tasso geht es um die Titelverteidigung. Der von Marcel Weiß in Mülheim an der Ruhr trainierte Hengst hatte im letzten Jahr als erst drittes deutsches Pferd den „Arc“ gewonnen. Kein Geringerer als Weltklasse-Jockey Lanfranco „Frankie“ Dettori, der den Klassiker schon sechsmal gewonnen hatte, soll Torquator Tasso zum Sieg steuern.

Mit dem von Sarah Steinberg in München trainierten Mendocino kommt ein weiterer in Deutschland trainierter Kandidat an den Start. Die Chancen des vierjährigen Hengstes aus dem Besitz des Stalles Salzburg stehen ebenfalls gut: Wie Arc-Sieger Torquator Tasso ist Mendocino ein Sohn des Schlenderhaner Derbysiegers Adlerflug. Züchter ist – wie schon bei Danedream, der Arc-Siegerin von 2011 – das Gestüt Brümmerhof der Familie Baum (Soltau). Außerdem wird Mendocino von Rene Piechulek geritten, dem Jockey, der im letzten Jahr mit Torquator Tasso im „Arc“ siegreich war. Im Großen Preis von Baden auf der Galopprennbahn in Iffezheim bei Baden-Baden ließ Mendocino zuletzt Torquator Tasso überraschend hinter sich.

Ebenfalls für deutsche Interessen wird Mare Australis in das große Rennen gehen. Der im Besitz des Gestüts Schlenderhan (Bergheim) stehende und von Stall Ullmann gezogene fünfjährige Hengst wird im französischen Chantilly von André Fabre trainiert. Im Sattel wird der dreimalige deutsche Championjockey Bauyrzhan Murzabayev sitzen.

Erfolge deutscher Vollblüter im Prix de l’Arc de Triomphe

Bislang siegten im Prix de l’Arc de Triomphe erst drei in Deutschland trainierte Vollblüter. Der Erste war im Jahr 1975 der von Theo Grieper in Köln-Heumar für Besitzer Waldemar Zeitelhack trainierte Star Appeal aus der Zucht des Gestüts Röttgen.

Im Jahr 2011 folgte Gestüt Burg Ebersteins „Wunderstute“ Danedream, trainiert von Peter Schiergen in Köln. Die vom Gestüt Brümmerhof gezogene Stute gewann das über 2.400 Meter gelaufene Rennen in 2:24,49 Minuten – ein Rekord, der im „Arc“ bis heute Bestand hat. Und im letzten Jahr gewann schließlich Torquator Tasso, dessen niederländischer Züchter Paul H. Vandeberg mit nur einer einzigen Stute züchtet. Aufgewachsen ist der Ausnahme-Galopper im Gestüt Erftmühle vor den Toren Kölns.

Foto-Quelle: Marc Rühl/Deutscher Galopp

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