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Traben Berlin: Jorma Kontio und „Hexenmeister“ Jos Verbeeck am Start

Hauptlauf zur „Züchter-Krone“ lockt am Samstag mit 55.789 Euro Prämien.


Zum Auftakt der Großveranstaltung um die „Züchter-Kronen“ (Breeders Crown) kann die Trabrennbahn in Berlin-Mariendorf am Samstag Weltklassefahrer wie Jorma Kontio (Foto) und Jos Verbeeck begrüßen. Gegen die gesamte deutsche und holländische Elite sowie den Schweden Jörgen Sjunnesson gelten die beiden Ausnahmesportler in den Hauptläufen der fünf- bis siebenjährigen Traber dennoch nicht als Favoriten.

Der eine ist in der ewigen Bestenliste mit weit mehr als 11.000 Siegen hinter Heinz Wewering die Nummer zwei in Europa und der andere gewann allein viermal den Prix d’Amérique in Paris-Vincennes, das bedeutendste Trabrennen der Welt. Jorma Kontio und „Hexenmeister“ Jos Verbeeck sind Legenden. Beide waren zugleich von Anfang an so etwas wie Vorreiter auf ihrem Gebiet. Denn sie bewiesen ihr Talent schon als junge Männer nicht nur mit den eigenen, sondern auch mit fremden Pferden – und das schon lange, bevor sich der Begriff „Catchdriver“ im Fachjargon etablierte.

Jorma Kontio gewann sein erstes Rennen bereits als 13-Jähriger und er würde seiner Karriere gerne einen Sieg mit Hidalgo Heldia im BC-Hauptlauf der fünf- bis siebenjährigen Hengste und Wallache hinzufügen, der inklusive der 15-prozentigen Züchterprämie mit 55.789 Euro dotiert ist und als neuntes Rennen ausgetragen wird. Doch das wird kein leichtes Unterfangen. Der von Conrad Lugauer in Schweden trainierte Braune stürmte im Mai in Jägersro auf der Sprintdistanz zwar in sensationellen 1:09,6 Minuten für den durchschnittlichen Kilometer zu einem neuen deutschen Fünfjährigen-Rekord. Und sein Siegschnitt von 37 Prozent kann sich wahrlich sehen lassen. Doch insbesondere auf den hiesigen Bahnen musste Hidalgo Heldia einige empfindliche Schlappen einstecken. Es bleibt daher abzuwarten, ob Jorma Kontio, der ihn nun zum ersten Mal steuert, auf Anhieb zuschlagen kann.

Gegen den erneut von Jörgen Sjunnesson präsentierten Toto Barosso hatte Hidalgo Heldia im hochdotierten „Preis von Hamburg“ jedenfalls keine Chance. Beide Pferde wurden lange am Ende des Feldes gehalten und verbesserten ihre Position auf der Schlusshalben enorm. Obwohl Hidalgo Heldia den Windschatten des Gegners genoss und im Einlauf ungeheuer schnell wurde, holte er nur den dritten Rang heraus. Toto Barosso triumphierte mit Autorität. Anderthalb Längen vor Hidalgo Heldia zog sich der auch diesmal wieder vom deutschen Berufsfahrer-Champion Michael Nimczyk (Willich) gesteuerte Bayard blendend aus der Affäre. Einen enormen Sprung nach vorne hat unter der Regie seines neuen Trainers und Fahrers Michel Rothengatter offenbar auch City Guide gemacht. Er geht ebenso wie Inspector Bros (Robbin Bot) als frischer Sieger an den Start.

Eine ganz große Nummer ist außerdem der mit dem niederländischen Champion Jaap van Rijn antretende Keytothehill. In Hamburg-Bahrenfeld blieb der zuvor im „Super Trot Cup“ glänzende Hengst nach widrigem Verlauf über zehn Längen hinter Toto Barosso zurück und war völlig unter Wert geschlagen. Den misslungenen Auftritt darf man jedoch getrost streichen und er wird sich nun mit Sicherheit wieder von seiner wahren Seite zeigen. Major Ass (Victor Gentz) und I can steel (Robin Bakker) stehen vor einer gewaltigen Aufgabe, haben ihr Potential aber oft genug unter Beweis gestellt. Trotz guter Gesamtform gilt River Flow (Thorsten Tietz) gegen die illustren Konkurrenten als krasser Außenseiter.

Das Teilnehmerfeld im Hauptlauf der fünf- bis siebenjährigen Stuten (siebtes Rennen) ist ebenfalls neunköpfig. Auch dort geht es um 55.789 Euro und die zweite große Fahrerlegende, nämlich der Belgier Jos Verbeeck, ist mit von der Partie. Mit Grace Keely muss der „Hexer“ aber tatsächlich zaubern, um etwas zu erreichen. Rein von der Papierform her kann man der bei 23 Starts nur einmal erfolgreichen Vierbeinerlady keine vordere Platzierung ausrechnen. Ein möglicher Sieg liegt viel eher für die in Wolvega auftrumpfende Blind Date (Jeffrey Mieras) und die sich auch in Schweden behauptende Pastors Girl (Robbin Bot) in der Luft.

Deren Trainingsgefährtin Kyriad Newport (Michael Nimczyk) gewann 2020 das Stuten-Derby. Danach steckte aber mehrfach Sand im Getriebe. Bei Jamaica Ferro (Robin Bakker), Lisa Lisieux (Jörgen Sjunnesson), Namanga Bo (Rudolf Haller), Ann Boleyn (Victor Gentz) und Velten Isabel (Jouni Nummi) werden Rennverlauf und Tagesform entscheidend sein.

Foto-Quelle: Lingk/Trabrennverein Berlin-Mariendorf

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