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FC Schalke 04: Zweitliga-Abstieg kostete mehr als 50 Mio. Euro

Direkter Wiederaufstieg hat wirtschaftliche Handlungsfähigkeit gefestigt.


Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 konnte im ersten Halbjahr 2022 trotz großer Herausforderungen und eines schwierigen Marktumfelds wichtige Kennzahlen verbessern und stabilisieren. Das gab der Traditionsklub bei der Vorstellung der Bilanz jetzt offiziell bekannt. Weniger restriktive Corona-Maßnahmen und ein packendes Saisonfinale, bei dem für „Königsblau“ am Ende der direkte Wiederaufstieg in die Bundesliga und der Gewinn der Zweitliga-Meisterschaft standen, schufen die Rahmenbedingungen dafür, die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit des Vereins weiter zu festigen.

„Seit Dezember 2020 hatten wir die Vereinsstrukturen mit Blick auf den Abstieg vorbereitet, das zahlte sich besonders in der Rückrunde der 2. Bundesliga aus“, sagt Christina Rühl-Hamers (Foto), Mitglied des Vorstands und in der Vereinsführung zuständig für die Finanzen. „Wir haben im abgelaufenen Halbjahr viele bedeutende Entscheidungen getroffen – unter anderem die Trennung von unserem langjährigen Hauptsponsor. Die Entwicklung lässt uns bei allen Herausforderungen positiv in die Zukunft blicken.“

Im ersten Halbjahr 2022 erlösten die „Knappen“ einen Umsatz von 55,9 Millionen Euro. Trotz des deutlichen und durch den Abstieg erwartbaren Rückgangs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (106,7 Millionen Euro) konnte der konzernweite Verlust von 21,0 Millionen Euro auf 19,9 Millionen Euro reduziert werden. Gleichzeitig wurden die Gesamtverbindlichkeiten von 183,5 Millionen Euro (Stichtag 31.12.2021) auf 181,9 Millionen Euro und die Finanzverbindlichkeiten von 140,6 Millionen Euro (Stichtag 31.12.2021) auf 136,7 Millionen Euro verringert. Zur Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage trug die stufenweise Rückkehr zur Voll- bzw. Teilauslastung der Stadionkapazität bei.

„Finanziell war das Jahr in der 2. Bundesliga wie erwartet ein Kraftakt für den Verein. Durch den Abstieg mussten wir mit stark sinkenden Einnahmen kalkulieren, was im Zwischenabschluss, der die Rückrunde 2021/2022 darstellt, an dem starken Umsatzrückgang erkennbar ist“, erklärt Christina Rühl-Hamers. Ein Blick auf die Einnahmen aus der TV-Rechteverwertung reiche als Beispiel, um die Unterschiede zwischen erster und zweiter Liga aufzuzeigen. „Im Unterschied zur Erstliga-Saison mussten wir ein Minus von mehr als 50 Millionen Euro bei den Fernsehgeldern verzeichnen. Dass wir allein in diesem Bereich dank des Aufstiegs einen Anstieg von rund 20 Millionen verzeichnen, unterstreicht, wie wichtig die Rückkehr in die Bundesliga für Schalke 04 war. Es unterstreicht aber auch, dass der Aufstieg nicht alle Verluste des Abstiegs kompensieren kann“, so Rühl-Hamers.

Der Aufstieg sei ein wichtiger Schritt von vielen, die auf dem langen Weg der nachhaltigen finanziellen Konsolidierung noch folgen müssen, betont die Vorständin. „Alle Entscheidungen wurden und werden dabei unternehmerisch mit kaufmännischer Vernunft getroffen. Das ist absolut notwendig, um den Verein auf Dauer wirtschaftlich zu stärken und für die Zukunft widerstandsfähiger zu machen“, so Rühl-Hamers weiter. Auflagen und Bedingungen, die die DFL in der ersten Phase der Lizenzierung im Frühjahr den Klubs auferlegen kann, müssen wieder regulär bis Anfang Juni erfüllt werden. Rühl-Hamers: „Das zeigt, wie wichtig die zweigleisige Planung für unseren Verein ist. Auch wenn es niemandem Spaß macht, müssen wir uns auf beide Szenarien vorbereiten.“

Der sportliche Erfolg bleibt somit der zentrale Hebel für die finanziellen Vorhaben des Vereins. „Dauerhafte wirtschaftliche Stabilität ist natürlich in einem langfristigen Bundesliga-Szenario schneller und leichter zu erreichen“, betont Rühl-Hamers und gibt sich trotz des letzten Tabellenplatzes zuversichtlich: „Wir wissen, dass noch viele weitere Herausforderungen auf uns warten. Aber der FC Schalke 04 hat gezeigt, dass er immer noch da ist – mit seiner ganzen Kraft. Gemeinsam mit unseren 165.000 Mitgliedern, Millionen von Fans, starken Partnern und Sponsoren können wir Königsblau wieder nach vorne bringen. Auch wenn dies Geduld und Zeit erfordert.“

Foto-Quelle: FC Schalke 04

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