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SV Lippstadt 08: Allmeroth-Comeback ist „der wichtigste Sieg“

Verteidiger wurde sechs Monate nach seiner Krebs-Diagnose eingewechselt.
Nach sechs Spielzeiten in der Regionalliga West nacheinander endet aller Voraussicht nach die Zeit des SV Lippstadt 08 in der vierthöchsten Spielklasse im Sommer. Der sportliche Abstieg ist nach dem 0:0 im Derby gegen die U 21 des SC Paderborn 07 auch rechnerisch nicht mehr zu verhindern. „Wir sind natürlich alle enttäuscht. Die Stimmung ist der sportlichen Situation entsprechend“, beschreibt der langjährige Sportdirektor Dirk Brökelmann (auf dem Foto in der Mitte) im Gespräch mit dem kicker und MSPW die Gefühlslage.

Obwohl es gegen Paderborn nicht zum notwendigen Sieg gereicht hatte, überwog im Lippstädter Lager dennoch ein positiver Aspekt das gesamte Spiel: Innenverteidiger Luis Allmeroth (links) gab mit seiner Einwechslung in der 90. Minute für Iker Luis Kohl sein Comeback – und das nur rund sechs Monate, nachdem der 25-Jährige die Diagnose Lymphdrüsenkrebs erhalten hatte. „Dass Luis seine Krankheit überwunden hat, war der wichtigste Sieg der gesamten Saison“, meint Brökelmann. „In solchen Momenten bekommt man wieder vor Augen geführt, dass die Gesundheit über allem steht.“ Trainer Felix Bechtold sprach von einem „absoluten Gänsehautmoment“ und lobte: „Luis hat einen unglaublichen Willen.“

Auch deshalb blicken die SVL-Verantwortlichen schon wieder kämpferisch nach vorne. Gänzlich unerwartet trifft den Verein der wohl bevorstehende Gang in die Oberliga Westfalen ohnehin nicht. „Wir haben uns schon in den zurückliegenden Tagen intensiv mit diesem Szenario beschäftigt. Wir konnten uns ein wenig auf den Abstieg einstellen“, hat Brökelmann bereits viele Gespräche mit allen Beteiligten geführt. Fest steht bereits: Neben dem Sportchef werden auch Cheftrainer Felix Bechtold und dessen Assistenten an Bord bleiben. „Wir haben uns im Rahmen unserer Möglichkeiten immer weiterentwickelt und viele Jahre Regionalliga gespielt“, so Brökelmann. „Wir steigen nun auch nicht abgeschlagen ab.“

Auch aus dem Team gab es bereits erste positive Signale, dass sich einige Spieler einen Verbleib vorstellen können. „Klar ist aber auch, dass uns einige Jungs mit dem Anspruch, weiterhin in der Regionalliga zu spielen, verlassen werden“, so Brökelmann. „Dass andere Vereine Potenzial in den Jungs sehen, spricht für unseren Weg, auf junge und entwicklungsfähige Spieler zu setzen. Diesen Weg werden wir auch in der Oberliga gehen.“

Bevor sich die Wege des Kaders möglicherweise in verschiedene Richtungen trennen, hat sich das aktuelle Aufgebot aber noch ein klares Ziel für das letzte Saisonspiel am Samstag ab 14 Uhr beim Nachbarn SC Wiedenbrück gesetzt: Den 15. Rang, den der SVL derzeit wegen der besseren Tordifferenz gegenüber der SSVg Velbert innehat, will das Team ins Ziel bringen. „Dafür werden wir alles geben. Wir wollen zur Stelle sein, wenn noch etwas Außergewöhnliches passieren sollte“, betont Brökelmann. Lippstadt wäre dann erster Nachrücker, wenn einem Verein die Zulassung verweigert wird und es aus einer Oberliga keinen Aufsteiger geben sollte.

Foto-Quelle: SV Lippstadt 08/Tim Thiemeyer

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