Dreijähriger Hengst gewinnt Großen Preis der Wirtschaft um 55.000 Euro.

Der dreijährige Hengst Penalty hat am Sonntag auf der Galopprennbahn in Dortmund-Wambel den 35. Großen Preis der Wirtschaft gewonnen – ein mit 55.000 Euro Preisgeld dotiertes Rennen der höchsten Kategorie über 1.800 Meter. Der von Henk Grewe für Eckhard Sauren in Köln trainierte Penalty profitierte dabei von den Gewichtsvorteilen, die er gegenüber den älteren Pferden hatte.
Zweite wurde die fünf Jahre alte Stute Nina’s Lob, die sich lange hartnäckig wehrte. Sie steht im Besitz des Gestüts Wittekindshof (Rüthen), das dem Ehrenpräsindenten des Dortmunder Rennvereins, Hans-Hugo Miebach, gehört. Er hatte vor mehr als drei Jahrzehnten die Idee, die Wirtschaft aus Dortmund und der Region hinter dieses Rennen und den Renntag zu bringen. Rang Drei ging an Best Lightning knapp vor Arcandi und Lightning Jock.
„Er ist wie ein Riesenbaby, muss noch viel lernen, hat aber ein riesiges Talent“, sagte Siegreiter Thore Hammer-Hansen, der aktuell die Goldene Armbinde für den führenden Jockey in der Rangliste des deutschen Galopprennsports trägt. Trainer Grewe fügte an: „Wichtig war, dass er im Rennen abschaltet. Er hat einen weiteren Sprung nach vorne gemacht.“ Der von der Stiftung Gestüt Fährhof (Sottrum) gezüchtete Penalty stammt von dem in seiner Karriere ungeschlagen gebliebenen Spitzen-Galopper Frankel ab, der inzwischen zu den teuersten und begehrtesten Deckhengsten Europas zählt.
Der Juni-Renntag mit dem Großen Preis der Wirtschaft im Mittelpunkt ist ein echter Traditionsrenntag in Wambel, wie der Geschäftsführer des Dortmunder Rennvereins, Oliver Sauer, betont. „Wir hatten rund 250 prominente Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, die uns unterstützen und einen schönen Renntag verbringen konnten.“ Aber auch für die „normalen“ Rennbahnbesucher hatte der Rennverein ein großes Angebot parat – kulinarisch wie auch für die Kinder mit Hüpfburg und Ponyreiten. Insgesamt veranstaltete der Rennverein acht Rennen, der Wettumsatz belief sich auf 181.000 Euro.
Zerostress meldet sich eindrucksvoll zurück
Ein weiterer sportlicher Höhepunkt war das „Franz-Josef Pazonka Gedächtnisrennen“, ein mit 25.000 Euro dotiertes Rennen über 1.200 Meter. Extra nur dafür angereist kam aus England Hollie Doyle, die zu den besten Reiterinnen Europas zählt. Sie steuerte den von Archie Watson trainierten dreijährigen Action Point, der als Favorit an den Ablauf ging. Nach einem packenden Sprint reichte es für den britischen Gast aus aussichtsreicher Position aber nur zu Rang fünf.
An seine alte Klasse erinnerte sich dagegen der schon achtjährige Zerostress. Mit viel Speed flog er heran und konnte auch den Angriff von El Rubio noch knapp abwehren. Zerostress, der im letzten Jahr das wichtigste deutsche Sprintrennen, die „Goldene Peitsche“, gewonnen hatte, wird von Sascha Smrczek in Düsseldorf für den Stall ROM trainiert wird. „Ich hätte nicht gedacht, dass er sich nach zwei schwächeren Rennen so zurückkämpft.“ Auch die Wetter waren skeptisch, die Siegquote betrug 159:10.
Bruder des Arc-Siegers gewinnt mit Sean Byrne
Den Auftakt machte im „Preis der Partner des 35. Großer Preis der Wirtschaft“, einem Dreijährigen-Rennen über 1.800 Meter, der von Markus Klug trainierte Debütant Blömche (65:10). „Er ist ein großes Pferd und hat eine riesige Aktion“, sagte Siegreiter Andrasch Starke. „Am Übergang habe ich ernst gemacht und er hat es souverän gelöst.“
Das zweite Rennen, der „Preis der Hugo Miebach GmbH“ über 2.400 Meter, gewann dann ein Pferd, das einen ganz berühmten Bruder hat. Der dreijährige Tiamo Hilleshage siegte unter Jockey Sean Byrne ganz leicht. Besitzer und Züchter ist Paul Vandeberg aus den Niederlanden, der auch Torquator Tasso gezogen hatte – den Gewinner des 100. Prix de l’Arc de Triomphe, des wichtigsten Rennens Europas. Trainer war damals Marcel Weiß (Mülheim), der auch Tiamo Hilleshage betreut.
Weiß sattelte auch den letzten Sieger des Tages: Die vierjährige Stute Liliybet gewann den „Preis der Zementwerke“ über 1.600 Meter mit Konstantin Philip. Damit waren die Ittlinger Farben des Dortmunder Rennverein-Präsidenten Manfred Ostermann (Witten) wieder einmal in Wambel erfolgreich.
Die Rennbahn in Dortmund-Wambel geht jetzt in die Galopp-Sommerpause. Am 15. September steht dann der sportlich wichtigste Renntag des Jahres mit dem Deutschen St. Leger und einem BBAG-Auktionsrennen auf dem Programm.
Foto-Quelle: Marc Rühl/Dortmunder Rennverein
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