Vor Trainingslager in den Niederlanden ist Kader längst nicht komplett.

„Wir haben noch viel Arbeit vor uns“, fasste Rot-Weiss Essens Cheftrainer Christoph Dabrowski (Foto/46) am Sonntag im kicker– und MSPW-Gespräch das torlose Remis im Testspiel gegen die U 23 der TSG Hoffenheim aus der Regionalliga Südwest zusammen. Immerhin: Im Vergleich zum letzten Duell mit den vom ehemaligen RWE-Profi Vincent Wagner (38) trainierten Kraichgauern stand diesmal die Essener Defensive über 90 Minuten recht stabil. Im September 2023 hatten die Essener noch eine herbe 1:5-Niederlage kassiert.
Ebenfalls positiv: Abwehr-Neuzugang Tobias Kraulich (25/bisher Dynamo Dresden), der wegen einer hartnäckigen Oberschenkelverletzung seit Februar kein Spiel mehr bestreiten konnte und deshalb in Essen zunächst behutsam aufgebaut werden musste, gab sein Debüt im RWE-Trikot. Er bildete gemeinsam mit dem etablierten José-Enrique Rios Alonso (23) und dem als Führungsfigur fest eingeplanten Michael Schultz (31/bisher FC Viktoria Köln) für 30 Minuten in der Innenverteidigung eine neuformierte Dreierkette. Dabei testete Dabrowski ein bislang eher ungewohntes 3-4-3-System. „Das ist jetzt aber nicht in Stein gemeißelt, sondern passte diesmal besser zum Personal, das zur Verfügung stand“, so der Trainer.
Was Dabrowski damit meint: Während der RWE-Kader auf sämtlichen Defensivpositionen bereits ausreichend Alternativen bietet, halten sich die Optionen in der Offensive aktuell stark in Grenzen. Das liegt zum einen an den verletzungsbedingten Ausfällen der Neuzugänge Tom Moustier (22/wurde nach seinem Mittelfußbruch erfolgreich operiert) und Robbie D’Haese (25/Armverletzung) sowie von Angreifer Moussa Doumbouya (26/Leiste), zum anderen aber auch an den noch fehlenden Zugängen für das offensive Mittelfeld, den linken Flügel und die Position des Mittelstürmers. Dabei beziehen die Essener am Dienstag schon ihr knapp einwöchiges Trainingslager im niederländischen Arnheim.
Ahmet Arslan will angemessene Abfindung vom 1. FC Magdeburg
Für Schlagzeilen sorgte zuletzt vor allem die geplante Verpflichtung des früheren Torschützenkönigs Ahmet Arslan (30), der beim Zweitligisten 1. FC Magdeburg sportlich keine Rolle mehr spielt und bei der zweiten Mannschaft trainiert, aber noch bis 2026 unter Vertrag steht. Obwohl RWE den gebürtigen Memminger liebend gerne als Nachfolger des zum Ligakonkurrenten FC Hansa Rostock abgewanderten „Zehners“ Cedric Harenbrock (37 Einsätze, acht Tore und vier Vorlagen in der abgelaufenen Saison) in den eigenen Reihen sehen würde und auch Arslan mündlich schon sein Ja-Wort gegeben hat, scheint es – zumindest nach aktuellem Stand – kein Happyend dieses heftigen Flirts zu geben.
Das Problem: Arslan kann sich mit seinem bisherigen Verein nicht auf die Auflösung seines Vertrages einigen. Da er nach kicker-Informationen bis zum Vertragsende in Magdeburg noch zwischen 720.000 und rund 800.000 Euro kassieren könnte, in Essen aber auf einen Großteil des bisherigen Gehaltes verzichten müsste, will Arslan den FCM nicht ohne eine aus seiner Sicht angemessene Abfindung verlassen. Das Angebot seines bisherigen Arbeitgebers sei allerdings „bodenlos“, wie Arslans Berater Benjamin Bertram (43) öffentlich gegenüber dem „RevierSport“ erklärte. Dabei fordere sein Klient „mittlerweile eine Abfindung, die deutlich unter 50 Prozent des Gehalts liegt, das ihm bis zum 30. Juni 2026 zusteht“. Der Zweitligist hat aber offenbar andere Vorstellungen.
Da sich RWE im Fall Arslan bereits „bis an die Schmerzgrenze gestreckt hat“, wie Profifußball-Direktor Marcus Steegmann (43) formuliert, laufen inzwischen konkrete Verhandlungen mit alternativen Kandidaten. Sollten diese zum Abschluss führen, wäre die Tür für Arslan endgültig zu. Der FCM wiederum scheint darauf zu hoffen, dass sich bis zum Transferschluss Ende August doch noch ein zahlungskräftigerer Klub für Arslan findet und ihn überzeugt. Ist das nicht der Fall, dann könnten am Ende alle Parteien dieser „Dreiecksbeziehung“ als Verlierer dastehen.
Foto-Quelle: Rot-Weiss Essen
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