Englischer Gast beim 140. St. Leger erst auf den letzten Metern vorne.
Mit dem letzten Galoppsprung hat sich der englische Gast Prydwen (Foto) noch den Sieg im 140. Deutschen St. Leger auf der Galopprennbahn in Dortmund-Wambel geschnappt und so die Riesensensation der in Düsseldorf von Sascha Smrczek trainierten Stute Tres Rock Woman verhindert. Das mit 55.000 Euro dotierte St. Leger über 2.800 Meter ist ein großes Traditionsrennen und zählt zu der international vergleichbaren höchsten Kategorie (Europa Gruppe III).
Der sportlich wichtigste Renntag des Jahres in Wambel fand bei idealen äußeren Bedingungen statt. „Es war ein Traumwetter und entsprechend waren die Menschen zufrieden, hatten Spaß und sorgten für einen guten Besuch und Umsatz“, zog der Geschäftsführer des Dortmunder Rennvereins, Oliver Sauer, eine erste Bilanz.
Im Hauptrennen bestimmte der von Andreas Suborics in Köln trainierte dreijährige Done Deal lange Zeit das Tempo an der Spitze, landete am Ende aber nur auf dem achten und vorletzten Rang. In der langen Dortmunder Zielgeraden drehte die 196:10-Außenseiterin Tres Rock Woman unter Michael Cadeddu mächtig auf und schien schon nach Hause zu kommen. Doch der sechsjährige Prydwen, gezüchtet in Irland und trainiert im englischen Galopp-Mekka Newmarket von George Scott, kämpfte sich Sprung für Sprung näher und hatte am Zielposten die berühmte Nase vorne.
„Er ist ein tapferes Pferd und er musste diesmal besonders tapfer sein“, sagte sein Reiter Callum Sheperd über den 47:10-Mitfavoriten. „Das war sein erster Erfolg in dieser Klasse.“ Dritter wurde der zweite englische Gast im Neunerfeld, Go Daddy. Nicht richtig zum Zuge kam der favorisierte Alessio aus dem Besitz von Dortmunds Rennverein-Präsident und Möbel-Unternehmer Manfred Ostermann. Er wurde knapp sechs Längen hinter dem Sieger Vierter.
Lady Sahara wirbelt im BBAG Auktionsrennen
Noch spannender verlief das „Johanna und Hugo Körver Gedächtnisrennen“. Das mit 52.000 Euro verbundene BBAG-Auktionsrennen über 1.400 Meter für zweijährige Stuten sah vier Pferde dicht beieinander die Ziellinie passieren. Es siegte die von Marian Falk Weißmeier (Krefeld) für das Gestüt Karlshof vorbereitete Lady Sahara knapp vor Sympathie und Chava sowie eine halbe Länge zurück Laminaria.
„Sie hat immer wieder gekämpft“, sagte Siegreiter Rene Piechulek (München). „Ich war mir schon recht sicher, dass es gehen würde, da sie alle Angriffe abwehrte, nachdem ich Mitte der Zielgeraden nach vorne bin.“ Lady Sahara war als 24:10-Favoritin im Achterfeld an den Start gegangen.
Für Piechulek war es der zweite Tagessieg: Er hatte bereits zum Auftakt des Renntages ein mit 10.000 Euro dotiertes Rennen über 1.400 Meter mit der dreijährigen Stute Emily für Trainer Marcel Weiß (Mülheim) und das Gestüt Paschberg gewonnen. Den Schlusspunkt des sportlich besten Renntages des Jahres in Wambel setzte in einer mit 10.250 Euro dotierten Prüfung über 1.600 Meter die fünfjährige Stute Golden Heart mit Michael Abik im Sattel, trainiert von Jean-Pierre Carvalho (Mülheim). Auch Abik gewann damit zwei Rennen.
Der nächste Renntag in Dortmund findet am 5. Oktober statt.
Foto-Quelle: Marc Rühl/Dortmunder Rennverein
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