Am Samstag, 14 Uhr, beim Wuppertaler SV letztmals auf der Bank. 
Die Trainersuche beim 1. FC Bocholt steuert auf ihr Ende zu. Ex-Profi Christopher Schorch (auf dem Foto links), Geschäftsführer Sport und Organisation beim aktuellen Vizemeister der Regionalliga West, wird in der Partie am Samstag (ab 14 Uhr) beim Wuppertaler SV zum dritten und auch zum letzten Mal als Interimstrainer an der Seitenlinie stehen und gemeinsam mit Assistent Marcel Reichwein das Team betreuen.
„Als Zeitfenster hatten wir immer das WSV-Spiel im Blick“, will Schorch nach der Partie die Entscheidung festzurren. „Wir haben viele Gespräche geführt, uns mit einigen Kandidaten auch mehrmals getroffen. Neben der menschlichen Komponente muss der neue Trainer auch eine gewisse Autorität verkörpern, eine gute Ansprache an das Team besitzen und die Leute in Bocholt mit seiner Art begeistern können“, umreißt Schorch das gesuchte Profil. „Wir haben viel in die Infrastruktur investiert, ein schönes Stadion und einen guten Zuschauerschnitt – also Bedingungen, unter denen es sich gut arbeiten lässt.“
Ob sich der künftige Coach das zurückliegende Heimspiel gegen die U 23 von Borussia Mönchengladbach (2:4) vor Ort angeschaut hatte, ließ der 35-Jährige offen. „Wie auch schon zuvor in der Partie bei der zweiten Mannschaft des 1. FC Köln waren einige Trainer im Stadion. Das spricht dafür, dass wir bei vielen auf dem Zettel stehen und attraktiv sind, das ehrt uns als Verein.“ Kein Thema mehr ist nach kicker– und MSPW-Informationen allerdings der als Kandidat heiß gehandelte Carsten Rump (43), der zuletzt beim Ligakonkurrenten SV Rödinghausen tätig war. Der Fußball-Lehrer nahm sich inzwischen selbst aus dem Rennen.
Klar ist: Der Zeitpunkt für eine Trainerverpflichtung ist nach dem WSV-Spiel günstig. Schließlich bleiben dem Nachfolger des freigestellten Björn Mehnert dann bis zum nächsten Meisterschaftsspiel bei den Sportfreunden Lotte (Samstag, 19. Oktober, ab 14 Uhr) zwei Wochen Zeit. Da der 1. FC Bocholt vom luxemburgischen Fußballverband darüber informiert worden ist, dass Torhüter Lucas Fox (24) für die anstehenden Partien in der UEFA Nations League nominiert werden könnte, wurde das Heimspiel vom 11. Spieltag gegen den MSV Duisburg (mit Bocholts Ex-Trainer Dietmar Hirsch) auf Mittwoch, 30. Oktober, ab 19.30 Uhr verlegt. „Das gibt dem neuen Trainer die Gelegenheit, ein Gefühl für die Mannschaft zu bekommen und die Abläufe kennenzulernen“, so Christopher Schorch.
Bis es aber so weit ist, legt der einstige Abwehrspieler auf dem Trainingsplatz angesichts von acht Gegentoren aus den beiden Partien unter seiner Verantwortung verstärkten Wert auf das Defensivverhalten. „Das betrifft aber nicht nur unsere Abwehrreihe“, betont Schorch. „Das Verteidigen beginnt schon bei unseren Offensivspielern. Wir haben noch einmal vertieft, wie wir gegen den Ball arbeiten und den Gegner anlaufen wollen. Denn aktuell bekommen durch zu einfache Fehler billige Gegentore. Im Gegenzug müssen wir offensiv einen hohen Aufwand betreiben, um Tore zu erzielen. Es wird Zeit, dass sich die Jungs für die Trainingsleistungen und die Intensität noch mehr belohnen.“
Selbst an der Seitenlinie gestanden zu haben, bezeichnet der frühere Innenverteidiger für sich als „schönen Lernprozess. Ich kann mich so nun noch besser hineinversetzen, vor welchen Entscheidungen ein Cheftrainer steht. Die noch engere Arbeit mit den Jungs hat mir viel Spaß bereitet und meinen Horizont erweitert. Die Tage in Doppelfunktion sind natürlich sehr lang, im Hintergrund kann ich mich aber zum Glück auf ein tolles Team verlassen, das mir den Rücken freihält“.
Der etatmäßige Bocholter Sport-Chef will nun möglichst nach einem Erfolgserlebnis in Wuppertal an den künftigen Cheftrainer übergeben. „Es stehen sich zwei Teams gegenüber, die bislang nicht den eigenen Erwartungen entsprochen haben“, weiß Schorch. „Daher wird das Spiel sehr umkämpft sein. Wir müssen in den Zweikämpfen präsent sein und möglichst lange die Null halten. Offensiv können wir uns immer Chancen erspielen, die wir dann aber auch konsequent nutzen müssen.“
In seinem letzten Spiel als Interimstrainer kommt es für Christopher Schorch auch zum Wiedersehen mit seinem Ex-Klub. Zwischen Januar 2021 und März 2022 war er noch selbst für den WSV am Ball und beendete im Anschluss seine aktive Karriere. „Ich freue mich darauf, einige alte Bekannte wieder zu sehen. Noch lieber wäre es mir allerdings, die Punkte mitzunehmen.“
Foto-Quelle: 1. FC Bocholt
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