Einbindung des Derby-Tages in World Pool wird als großer Erfolg gewertet.

Für den Schatzmeister des Hamburger Renn-Clubs (HRC), Johann-Heinrich Riekers, standen im Rahmen des gerade beendeten Derby-Meetings auf der Galopprennbahn in Hamburg-Horn zwei Themen besonders im Fokus: Das 156. Deutsche Derby mit dem Sieg von Hochkönig und Nina Baltromei (Foto) war ein geschichtsträchtiges, denn erstmals seit Bestehen des Derbys hat eine Frau gewonnen und die Besucher*innen auf der Bahn in helle Begeisterung versetzt. Wirtschaftlich hat das Derby-Meeting mit einem Umsatz von knapp drei Millionen Euro nach fünf Renntagen abgeschlossen und bewegte sich damit auf Vorjahres-Niveau.
Meetings-Champions wurden Adrie de Vries (sechs Siege) bei den Jockeys und Yasmin Almenräder (vier Siege), die Betreuerin von Derbysieger Hochkönig, bei den Trainern.
Die erste Bilanz des Derby-Meetings 2025 umfasst jedoch weit mehr. „Wir haben im Vorfeld auch Kritik erhalten, weil wir der durch die Dachverbände vorgeschlagenen Umverteilung der Renntage zugestimmt haben“, sagt Hans-Ludolf Matthiessen, Vorsitzender des HRC. „Zu diesem Zeitpunkt können wir festhalten, dass es durchaus Optimierungsbedarf gibt, aber die Kritik von außen nicht gerechtfertigt ist. Eines der Ziele war, das Derby auf kaum genutztem Boden zu laufen und das ist ja auch erreicht worden. Wir haben in Hamburg eben auch den seltenen Vorteil, zusätzlich eine Innenbahn zu haben.“
Die Terminierung des Derby-Meetings 2026 ist – vorläufig – noch gar kein Thema, denn der HRC hat mehrere Termin-Optionen ins Auge gefasst. Bis zum 30. Juni müssen Renntermine beim Dachverband „Deutscher Galopp“ angemeldet werden. Für die Verteilung und Gestaltung der Renntage gebe es mehrere Optionen.
Bahnumsatz in der Hansestadt um zehn Prozent gestiegen
Erfreut registrierte der Chef des Meetings in Hamburg-Horn den gestiegenen Bahnumsatz in der Hansestadt, vor allem im 156. Deutschen Derby legte der Anteil der Sieg-Platz-Wetten um zehn Prozent zu. „Das ist ein sehr gutes Signal, weil wir ja Publikum und Atmosphäre auf der Rennbahn haben wollen und uns auch neue Besucher*innen wünschen“, so Matthiessen.
Ein großer Erfolg war erneut die Einbindung des Derby-Tages in den World Pool, also den weltweiten Wettpool. In Hongkong wurden mit fünf Rennen des Derby-Tages rund 15 Millionen Euro Umsatz erzielt, das Derby stand dabei im Mittelpunkt. Aus diesen Einnahmen werden prozentual Anteile nach Deutschland abgeführt, die der Finanzierung von Investitionen der Rennveranstalter zukommen und zu einem kleineren Anteil auch an den HRC. Insgesamt, so unterstrich Hans-Ludolf Matthiessen, diene diese Einbindung auch dem internationalen Image des deutschen Galopprennsports.
Mit dem ersten Sieg einer Frau im Deutschen Derby nach 155 Jahren schrieb die 27-jährige Nina Baltromei auf Hochkönig Geschichte. „Die Nina-Nina-Rufe auf der Tribüne haben verdeutlicht, wie sehr die Menschen dieses Rennen mitgerissen und begeistert hat“, so Johann-Heinrich Riekers. „Das war am Sonntag das stimmungsmäßig vielleicht beste Derby seit 1999.“ Und auch die Pferde machten Werbung für den deutschen Rennsport. Hans-Ludolf Matthiessen: „Die ersten vier Pferden waren gut bewertet. Nun müssen wir schauen, ob und welche Rennen sie weiter laufen werden. Das ist für das Rating wichtig.“
Foto-Quelle: Marc Rühl/Deutscher Galopp
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