Einige Derby-Kandidaten überzeugen bei Generalprobe für „Blaues Band“.

Am letzten Renntag vor dem Auftakt des Derby-Meetings auf der Trabrennbahn in Berlin-Mariendorf ruhte die Aufmerksamkeit vor allem auf sechsten Lauf der „Silber-Serie“. Acht Pferde nahmen den mit 10.000 Euro Preisgeld dotierten Wettkampf auf und angesichts seiner hervorragenden Gesamtbilanz fand der von Jeroen Engwerda trainierte El Baio mit dem holländischen Champion Jaap van Rijn (Foto) im Sulky am Toto die meiste Anhängerschaft. Dass die 17:10-Siegquote als Einschätzung seitens des Publikums vollauf berechtigt war, unterstrich der Wallach prompt in der Tagesbestzeit.
Trotz der nicht ganz einfachen Nummer „1“ übernahm der Braune sofort die Führung – und gab diese bis ins Ziel nicht mehr ab. Obwohl sich auch der Zweitplatzierte Mark Schermer (Thorsten Tietz) außen herum großartig verkaufte, brachte er seinen Kontrahenten mit einer Länge Rückstand nie wirklich ernsthaft in Gefahr. Rang drei ging nur eine Halslänge dahinter an Naikey (Robbin Bot), die von der Position „7“ aus nicht sofort ins Gefecht geworden wurde, im Schlussbogen aber sehr viel Boden gutmachte und ebenfalls eine sehr gute Vorstellung ablieferte.
Im sechsten Lauf der Newcomer-Serie wurden 6.000 Euro Preisgeld verteilt und das Feld war wirklich herausragend besetzt. Fünf der sechs Starter traten als frische Sieger an und besonders Toledo (Josef Franzl) hatte sich im Vorfeld exquisit präsentiert. Dennoch fiel die Favoritenrolle zur 18:10-Quote erneut Jaap van Rijn zu, der diesmal die Leinen von Utkieker in seine Meisterhände genommen hatte. Der vierjährige Wallach gilt als echte Derby-Hoffnung. Und dass er diesen Ruf tatsächlich zu Recht genießt, bewies der Braune eindrucksvoll. Obwohl es Jaap van Rijn mit ihm auf den ersten Metern sehr ruhig angeben ließ, begab sich das Gespann vor den Tribünen auf den Vormarsch und löste tatsächlich Toledo an der Spitze ab. Im Einlauf wollte Josef Franzl den Spieß zwar wieder umdrehen. Aber Utkieker hielt dem Schlussangriff von Toledo sehr sicher mit einer halben Länge Vorsprung stand. Besser hätte die Derby-Generalprobe für den – genauso wie El Baio – von Jeroen Engwerda trainierten Traber wohl nicht ausfallen können.
Es gab am Sonntag noch weitere Pferde, die vor ihrem geplanten Derby-Auftritt letzten Tests unterzogen wurden. In der Hand von Sarah Kube lief es zum Beispiel für John Graham überaus positiv. Aus dem zweiten Band heraus erwischte der Braune einen ausgezeichneten Start und lag rasch an vierter Position. Sarah Kube behielt mit ihrem Schützling stets den Kontakt zur Spitze und als die Amazone dem Wallach aus der letzten Kurve heraus das entscheidende Zeichen gab, begann John Graham regelrecht zu fliegen und ging mit vier Längen Vorsprung auf und davon.
„Das ist die S-Klasse“, schwärmte der Mariendorfer Rennkommentator Murat Eryurt nach der Zieldurchfahrt über den ersten Sieger der Veranstaltung – nämlich den von Josef Franzl präsentierten Ultimus. Zum vierten Mal hintereinander ließ der ins schwedische Zuchtbuch eingetragene Wallach die Zuschauer mit staunenden Gesichtern zurück. Denn bei seinem Start-Ziel-Sieg musste der weiterhin ungeschlagene 10:10-Topfavorit noch nicht einmal ansatzweise seine Karten aufdecken, um mit dreieinhalb Längen Vorsprung vor Newcomer Vici (Victor Gentz) zu gewinnen.
Foto-Quelle: traberpixx.de
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