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Traben Berlin: Echte Derby-Revanche bei „Züchter-Krone“ am Sonntag

Erneutes Wiedersehen zwischen Summermusic’night S und Aladin.


Am Ergebnis des Derby-Finales 2025 gab es nichts zu rütteln: Der bis dato ungeschlagene Aladin musste sich dem Sieger Summermusic’night S (Foto) nach einem Rennen in der Außenspur klar beugen. Am 3. Oktober trafen beide Pferde dann beim Großen Preis von Deutschland in Hamburg zwar noch einmal aufeinander – aber als echte Revanche konnte man den Bahrenfelder Wettkampf nicht bezeichnen. Denn zum einen waren dort nicht nur vierjährige, sondern auch fünf Jahre alte Pferde startberechtigt. Zum anderen galt Summermusic’night S in dem 13-köpfigen internationalen Teilnehmerfeld mit der ungünstigen Startnummer „7“ schon im Vorfeld als nahezu aussichtslos.

An diesem Sonntag kommt es nun auf der Trabrennbahn in Berlin-Mariendorf zu einem echten Showdown unter gleichwertigen Voraussetzungen. Denn in dem als neunten Rennen stattfindenden Hauptlauf der Breeders-Crown („Züchter-Krone“) der vierjährigen Hengste und Wallache nehmen die beiden Derby-Erstplatzierten Seite an Seite den Fight miteinander auf. Michel Rothengatter und Summermusic’night S haben die Startnummer „2“ erwischt, Berufsfahrer-Champion Michael Nimczyk und Aladin die Position „3“.

Es wird in dem inklusive der Züchterprämie mit rund 39.000 Euro dotierten Lauf also gleich auf den ersten Metern munter zugehen. Insgesamt werden am zweiten BC-Tag rund 205.000 Euro Preisgeld an die erfolgreichsten Teilnehmer ausgezahlt. In Hamburg wurden Aladin, der zu Beginn in äußeren Spuren hängenzubleiben drohte und von Michael Nimczyk ganz ans Ende des Feldes zurückgenommen werden musste, ebenso wie der gleichfalls weit hinten positionierte Summermusic’night S auf den letzten 400 Metern rasend schnell und belegten die höchst achtbaren Ränge vier und fünf. Sie bleiben somit die ernsthaftesten Sieganwärter, obwohl der Derby-Vierte John Graham (Thorsten Tietz) sowie Ready Hill (Robbin Bot) und Klaus von Herten (Thomas Panschow) auch ihre Klasse haben.

Auch die aktuelle Stutenderby-Siegerin Uffizie – nun vom Schweden Jörgen Sjunnesson gesteuert – gibt sich die Ehre. Und zwar im BC-Hauptlauf der vierjährigen Stuten, der an achter Stelle des Programms steht. Nach ihrem unfassbar starken Berliner Auftritt erlebte die Lasbekerin in Hamburg einen rabenschwarzen Tag und war kaum wiederzuerkennen. Diesen missglückten Auftritt sollte sie umgehend korrigieren. Aber die Gegnerinnen sind nicht zu unterschätzen. Okura Greenwood (Micha Brouwer) verfügt über eine enorme Moral und kann ein durchweg hohes Tempo problemlos mitgehen. Sahara Firebird (Michael Nimczyk) galt lange Zeit sogar als Jahrgangsbeste und könnte diesen Stellenwert nun zurückerobern. Falls ihre Trainingsgefährtin Arielle Diamant (Robbin Bot) die Nerven im Griff behält, kann die Braune ebenfalls weit vorne landen.

Mächtig gespannt sein darf man auf den „Star“ unter den dreijährigen Hengsten und Wallachen. Blizzard Diamant (Robin Bakker) gilt in seinem als sechstes Rennen ausgetragenen Hauptlauf als unschlagbar und es müsste schon ein Wunder geschehen, damit der Indigious-Sohn tatsächlich verliert. In Berlin war der siebenmal hintereinander erfolgreiche und glattgehend ohnehin ungeschlagene Traber noch nie zu Gast. Aber er hatte mit unterschiedlichen Bahnen bisher keine Probleme und sein 10,0-Rekordlauf im schwedischen Aby, der die absolute Bestmarke für dreijährige deutsche Pferde darstellt, machte ihn quasi über Nacht berühmt. Auch der nach dem Mariendorfer Moderator Nicolai Laaser benannte und von Stefan Persson gesteuerte Nicolai Hanover sowie der zweimal hintereinander siegreiche Cast Iron (Michael Nimczyk) dürften Blizzard Diamant nicht wirklich gefährlich werden.

Derartig hervorgehoben ist die Favoritenstellung von Brownie Diamant im Hauptlauf der dreijährigen Stuten (fünftes Rennen) zwar nicht. Aber Michael Nimczyk darf sich mit ihr gegen die Aladin-Schwester Alma Mia (Robbin Bot) sowie Valencia (Jörgen Sjunnesson), Höwings Elly (Thomas Panschow), Nazare (Robin Bakker) und Myrena (Jaap van Rijn) dennoch gute Chancen ausrechnen. Diese Prüfung ist sehr offen. Ähnlich wie naturgemäß auch die beiden Hauptläufe der noch unerfahrenen zweijährigen Pferde, die als zweites und drittes Rennen stattfinden. Während bei den „Ladies“ vor allem mit Regina Wescco (Robbin Bot) und What a Dream (Michael Nimczyk) zu rechnen ist, gehören danach unbedingt Balotelli (Robin Bakker), Initial Games (Victor Gentz) und Rafiki Greenwood (Erwin Bot) auf den Tippschein.

Die Veranstaltung wird von einer Bänderstartprüfung eröffnet. Jeps de Guoz (Michael Nimczyk) muss sich dort mit Live On (Jaap van Rijn), Kappi de Lemi (Jochen Holzschuh) und King Time TY (Gerhard Mayr) auseinandersetzen. Das vierte Rennen ist eine BC-Entlastung für vierjährige Stuten und sehr schwer einzuschätzen ist. Nahezu keine der neun teilnehmenden Pferdedamen kann aus den Überlegungen gestrichen werden und ob man mit Uranja (Jörgen Sjunnesson), Ronja Bo (Michael Nimczyk) oder einer der anderen sieben Starterinnen geht, ist eine reine Geschmackssache. Auch das siebte Rennen, ein Amateurfahren, ist nicht leicht zu taxieren. Niki Lauda C (Emma Stolle) und Misty Dragon (Nick Schwarma) berufen sich auf frische Erfolge, könnten aber auch ganz aus der Wette sein. Den Schlusspunkt unter das zweitägige Mariendorfer Meeting setzt eine Handicap-Prüfung, in der Marilyn Boko (Peter Platzer) nach fünfmonatiger Pause nur an ihre vorhandene Klasse anknüpfen muss, um im Winner-Circle aufzutauchen.

Foto-Quelle: Lingk/Trabrennverein Berlin-Mariendorf

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