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Galopp Iffezheim: Gestüt Röttgens Alsterperle die neue „Winterkönigin“

Jockey Martin Seidl gewinnt Klassiker für zweijährige Stuten zum dritten Mal.


Die meisten Besucher am Abschluss-Sonntag des Sales & Racing Festivals auf der Galopprennbahn in Iffezheim bei Baden-Baden hatten im Top-Highlight einen englischen Sieg erwartet, doch nach dem bedeutendsten Rennen für zweijährige Stuten wurde die deutsche Nationalhymne gespielt: Die von Ex-Jockey Maxim Pecheur in Köln-Heumar für das Gestüt Röttgen trainierte Reliable Man-Tochter Alsterperle (Foto) brachte im Preis der Winterkönigin (155.000 Euro, 1.600 Meter) das Kunststück fertig, die englische Top-Favoritin Sea The Storm zu bezwingen. Die Prüfung wurde wie 2024 unterstützt von Pferdebesitzer Rainer Kellner, Namensgeberin war seine Enkeltochter Carla Kellner.

Es war unter Jockey Martin Seidl, der die Prüfung schon 2018 mit Whispering Angel und 2022 mit Quantanamera gewonnen hatte, beim fünften Start der mit 85.000 Euro honorierte erste Karriere-Treffer für Alsterperle, die schon in einem Rennen in Köln platziert und nun zu einer Quote von 75:10 Euro im achtköpfigen Feld angetreten war.

Alsterperle fand an zweiter Stelle hinter Valzeina ein ideales Rennen vor. Seidl sicherte ihr auf der Geraden früh die Außenspur, woraufhin sich dieses Gespann schnell einen klaren Vorteil verschaffte, der bis ins Ziel nicht kleiner wurde und am Ende eindreiviertel Längen betrug. Sicherlich ein heißersehnter Treffer für das Team des Gestüts Röttgen um Trainer Maxim Pecheur in einer nicht ganz einfachen Saison, nachdem man 2024 noch mit Erle den Henkel-Preis der Diana in der ersten Trainer-Saison des ehemaligen Jockeys gewonnen hatte.

Die auf 18:10 heruntergewettete Sea The Storm war stets im Vordertreffen, musste außen etwas weite Wege gehen, schnappte allerdings der tapfer weiterziehenden Valzeina noch Platz zwei weg. Deia’s Delight eroberte Rang vier klar vor Love My Life, Isfana, Fantastic Fox und der nach einer klaren Störung zu Beginn der Geraden zuletzt verhaltenen Iffezheimer Lady Madame Magic.

Die Stimmen zum Preis der Winterkönigin:

Martin Seidl (Jockey von Alsterperle): „Wir hatten seit Anfang des Jahres immer Mumm auf die Stute und waren sicher, dass sie eines Tages große Rennen gewinnen würde. Wir hatten einen perfekten Rennverlauf. Sie ist ein echtes Rennpferd.“

Maxim Pecheur (Trainer von Alsterperle): „Es war schon überraschend, dass sie trotz ihrer starken Arbeitsleistungen noch kein Rennen gewonnen hatte. Aber ihre Form war aufgewertet worden. Alsterperle ist eine reine Galoppiererin. Aus der inneren Startbox kam sie früh in vordere Linie und hat sich früh freigemacht.“

James Johnson (Assistenztrainer von Sea The Storm): „Sie ist sehr gut gelaufen und hatte ihre besten Szenen, je weiter es ging. Ich denke, dass sie im kommenden Jahr auch weitere Wege bevorzugen wird.“

Henk Grewe (Trainer von Valzeina): „Das war eine sehr versprechende Leistung. Sie hatte in der Arbeit gar nicht so überzeugt, und wir hatten auch Angst wegen des weichen Bodens. Wahrscheinlich geht sie nun in die Winterpause.“

Sarah Steinberg (Trainerin von Deia’s Delight): „Der vierte Platz ist natürlich etwas undankbar, aber die Leistung war gut. Am Ende fehlte ihr auf dieser Strecke noch etwas die Substanz. Aber wir sind zufrieden.“

Foto-Quelle: Marc Rühl/Baden Galopp

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