Anfang Dezember soll Maßnahme für Bundesligen beschlossen werden.
Auf Einladung der Innenministerkonferenz haben Vertreter von Politik, Polizei, DFB, DFL und der Koordinierungsstelle Fanprojekte (KOS) in den letzten Monaten intensiv über die Sicherheit in Fußballstadien in der eingesetzten Bund-Länder-offenen-Arbeitsgruppe (BLoAG) diskutiert. Ausgangspunkt war ein Spitzengespräch von Innen- und Sportministern mit Vertretern des Fußballs im Oktober 2024. Dessen Hintergrund waren besonders die Zahl von Einsatzstunden der Polizei rund um die Fußballspiele sowie öffentlichkeitswirksame Gewaltvorfälle.
In der BLoAG wurden beispielsweise die Reduzierung oder Streichung von Kartenkontingenten für Gästefans oder die Verpflichtung zur Personalisierung von Tickets gefordert. Thematisiert wurde auch, dass von den Behörden Sicherheitskonzepte der Klubs nicht mehr genehmigt werden, so dass Spiele im Zweifel nicht stattfinden könnten.
Aus Sicht des Fußballs sollten derartige einseitige Eingriffe der Behörden unbedingt vermieden werden, weil sie nicht auf die Täter zielen und zur Zielerreichung ungeeignet sind. Ziel des DFB und der DFL war und ist es in allen Gesprächen, im Sinne des Fußballs geeignete und zielführende Maßnahmen zu vereinbaren, welche die Sicherheit rund um Fußballspiele weiter verbessern und zugleich Einsatzstunden der Polizei reduzieren können. Zugleich galt es aber, ungeeigneten, nicht erforderlichen und/oder nicht angemessenen Forderungen mit Aufklärung und sachlichen Argumenten entgegenzutreten. In den Gesprächen wurden unterschiedliche Standpunkte sehr deutlich.
Mit aktuellen Zwischenergebnissen aus der BLoAG hat sich unter anderem das Präsidium der Deutschen Fußball Liga in einer Sitzung unter Beteiligung des DFB-Präsidenten Bernd Neuendorf detailliert auseinandergesetzt – und neben der Zustimmung zu sinnvollen Maßnahmen klare Forderungen zur Zusammenarbeit zwischen Fußball, Politik und Behörden formuliert.
Ein wichtiges Mittel im Konsens mit der Politik bleibt die Prävention, gepaart mit einer vertrauensvollen Zusammenarbeit aller Netzwerkpartner. Auch die von DFB und DFL zugesagte Erhöhung der Mittel für die sozialpädagogischen Fanprojekte soll dem Ausbau der Präventionsarbeit dienen. Außerdem sind die in vielen Bundesländern vorhandenen Stadionallianzen bereits ein wirksames Instrument.
Ergänzt werden muss die Prävention durch konsequentes, aber auch transparentes Vorgehen des organisierten Fußballs gegen individuelle Störer und Gewalttäter. Hierzu kann es keine unterschiedlichen Auffassungen geben – gerade dann, wenn die Fankultur erhalten bleiben und behördliche Eingriffe in den Spielbetrieb vermieden werden sollen.
Einigkeit besteht derzeit in Bezug auf die Stärkung des Sicherheits- und Fanmanagements der Klubs und die Stärkung von Präventionsmaßnahmen (insbesondere der Stadionallianzen). Dazu soll die Einrichtung einer verbandsseitig zentralen Instanz zur Rechts- und Fachaufsicht im Hinblick auf Stadionverbote umgesetzt werden. Positiv ist zu bewerten, dass die vorhandenen dezentralen Strukturen lokaler Stadionverbotskommissionen mit ihren Sanktionsrechten bestehen bleiben sollen. Darauf hatten die Experten aus DFB, DFL und Klubs mit guten Argumenten hingewirkt. Die neue Instanz dient als übergeordnete Fachaufsicht, um ein einheitliches, konsequentes, effektives, effizientes und faires Stadionverbotsverfahren zu gewährleisten.
Im Hinblick auf die Einzeltäterverfolgung fordert der Fußball ausdrücklich, dass ein Stadionverbot sich auf konkrete, nachweisliche Tatsachen von hinreichendem Gewicht stützen muss, die in der Mitteilung zur Einleitung eines Ermittlungsverfahrens an die lokale Stadionverbotskommission ausführlich dargelegt werden müssen. Stadionverbote „mit der Gießkanne“ kann es nicht geben. Ein Stadionverbot muss sich gegen Personen richten, bei denen die Besorgnis besteht, dass sie Störungen bei Fußballveranstaltungen verursachen werden. Entsprechend bedarf es beschleunigter Verfahren mit angemessenen Fristen. Hierzu erwarten DFL und DFB verbindliche Zusagen und konkrete Maßnahmen von Politik und Polizei.
Ein klares Bekenntnis des Fußballs zum Ausbau der Prävention geht mit ersten weiteren Maßnahmen einher – explizit einer Erhöhung der Zahl der Fanbeauftragten sowie die Stärkung der Sicherheitsbeauftragten und Veranstaltungsleiter der Klubs. Bereits bei der kommenden DFL-Mitgliederversammlung Anfang Dezember sollen diese für die Bundesliga und 2. Bundesliga beschlossen werden. DFB und DFL bleiben dem gemeinsamen Ziel verpflichtet, das hohe Sicherheitsniveau auch künftig zu gewährleisten, Polizeieinsatzstunden zu reduzieren und gleichzeitig eine positive Fankultur zu erhalten.
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