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Rot-Weiss Essen: Große Spannung vor Mitgliederversammlung

Aufsichtsrat wird sich deutlich verändern – Positive Finanzlage.


Mit großer Spannung wird beim Traditionsklub und Drittligisten Rot-Weiss Essen die Mitgliederversammlung erwartet. Das liegt vor allem an den Neuwahlen zum Aufsichtsrat, der sich erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt deutlich verändern wird. Schon vor der Versammlung am Dienstag ab 18 Uhr in der Messe Essen ist klar: Mindestens sechs der bisherigen neun Mitglieder des Kontrollgremiums, darunter auch der aktuelle Vorsitzende Lothar Oelert (65), scheiden aus.

Zu den neun Kandidaten für sechs zu wählende Aufsichtsräte gehören mit Jurist Thomas Hermes (67), Wirtschaftsprüfer Hans-Henning Schäfer (61) und Ex-Trainer Waldemar Wrobel (55) nur noch drei Amtsinhaber. Als Konkurrenten hat der Wahlausschuss aus der Essener Wirtschaft Marco Assink (45), Matthias Jablonski (56), der beim RWE-Hauptsponsor in leitender Funktion tätig ist, Frederik Reimann (36) und Andree Stracke (57), den Steuerberater Sven Böttcher (52) sowie den langjährigen DFB-Funktionär Bernd Barutta (64) nominiert. Nur formal bestätigt werden muss der bereits gewählte Fanvertreter Lukas Pruschko (38). Zumindest theoretisch könnte der Aufsichtsrat nach der Wahl, die erstmals komplett digital durchgeführt wird (für Mitglieder im Saal, aber auch im Livestream), ausschließlich aus „Neuzugängen“ bestehen.

Unabhängig von der Zusammensetzung des künftigen Aufsichtsrates spricht bei der operativen Vereinsführung alles für Kontinuität. Der Vorstandsvorsitzende Marc-Nicolai Pfeifer (44/seit 1. Juli 2024 im Amt) und sein Mitstreiter Alexander Rang (47/seit 1. September 2023) werden den RWE-Mitgliedern nicht nur wegen der sportlich aussichtsreichen Ausgangslage (Platz vier, nur zwei Punkte hinter einem direkten Aufstiegsplatz) eine Erfolgsbilanz vorlegen können. Hatte der damalige Vorstand im Jahr 2023 noch ein Minus von rund 3,6 Millionen Euro verkünden müssen, wurde das inzwischen auf die Saison umgestellte Geschäftsjahr in der Spielzeit 2024/2025 nach kicker– und MSPW-Informationen mit einem Gewinn in Höhe von rund 670.000 Euro abgeschlossen.

Sämtliche Auflagen im Rahmen des DFB-Zulassungsverfahren, etwa in Bezug auf das Eigenkapital, konnten dank einer deutlichen wirtschaftlichen Stabilisierung durch Kostensenkungen und Einnahmesteigerungen übererfüllt werden. Die Mitgliederzahl wurde seit 2022 verdoppelt werden, sie wuchs auf ein Rekordhoch von mehr als 14.000. Bei einem Zuschauerschnitt von 17.553 beträgt die Stadionauslastung mehr als 91 Prozent, wobei der Heimbereich in der Regel ausverkauft ist. Umso mehr sehnen die Fans den Stadionausbau auf etwa 26.000 Plätze herbei, der nach aktuellem Stand im nächsten Sommer beginnen und etwa eineinhalb Jahre dauern soll. Die Kapazität kann dabei schon im Laufe der Bauzeit gesteigert werden.

Was die wirtschaftliche Basis für sportlichen Erfolg angeht, verfolgen Pfeifer und Rang ehrgeizige Ziele. Durch zusätzliche Erlöse in Höhe von rund zwei Millionen Euro, davon 1,5 Mio. aus dem Sponsoring, will RWE auch beim Etat für den Profikader in die Spitze der 3. Liga vorstoßen. Aktuell sehen sich die Essener bei Ausgaben für die erste Mannschaft in Höhe von etwa sieben Mio. Euro „nur“ im oberen Tabellenmittelfeld. „Es geht uns um eine nachhaltige und kontinuierliche Entwicklung“, betonen Pfeifer und Rang. Diese soll früher oder später zurück in die 2. Bundesliga führen, erstmals seit 2007.

Schon jetzt ist der Klub finanziell so gut aufgestellt, dass ein erneutes Winter-Trainingslager in der Türkei bezogen werden kann. Für den Fall des sportlichen Bedarfs wäre auch der eine oder andere Wintertransfer möglich.

Foto-Quelle: Rot-Weiss Essen

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