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Traben Berlin: Yes Please und Nimczyk hängen Konkurrenz ab

Souveräner Sieg mit sechs Längen Vorsprung im Rahmen der „Gold-Serie“.


Das Hauptaugenmerk galt am vorletzten Renntag des Jahres auf der Trabrennbahn in Berlin-Mariendorf vor allem den Amateuren. Denn mit dem Winter-Pokal um 13.000 Euro Gesamtpreisgeld stand eine Prüfung zur Austragung an, die einen beachtlichen Stellenwert im Saisonablauf genießt. Insgesamt 17 Sulky-Gespanne traten in dem für Pferde bis 12.000 Euro Gewinnsumme konzipierten Wettkampf an.

Im ersten Vorlauf ruhte die 29:10-Favoritenbürde auf Omia Boszorg und der um das bundesweite Championat kämpfenden Emma Stolle. Die Stute übernahm auch sofort die Führung, zog aber auf der Schlusshalben nicht mehr voll durch und holte sich als Fünfte gerade noch die Finalberechtigung. Besser machte es Jekyll (Samantha Stolker). Der Wallach war der Pilotin in der zweiten Spur vehement auf die Pelle gerückt und schien bereits die besten Karten in der Hand zu halten, als noch weiter außen die von Linda Matzky gebrachte Parodie Vrijthout in gewohnt speedstarker Manier auf Touren kam. Zwischen Jekyll und Parodie Vrijthout entwickelte sich ein packendes Duell, das Letztere mit einer halben Länge Vorteil für sich entscheiden konnte.

Auch im zweiten Vorlauf lag das Publikum mit der Vergabe der Favoritenrolle nicht richtig. Denn für den bei 16:10-fachen Odds notierten Trigger (Hans-Jürgen von Holdt) lief es zunächst zwar noch nach Plan, so dass er die Führung übernehmen konnte. Aber auf der Gegenseite kam der sonst so zuverlässige Traber schwer von den Beinen und wurde disqualifiziert. Diese Phase nutzte André Pögel, um mit seinem Schützling Uluru entschlossen nach vorne zu stoßen. Der nach seinen fehlerhaften Sommerauftritten nun wieder stabilisierte Wallach marschierte auch auf der Zielgeraden brav weiter und trumpfte iganz leicht mit drei Längen Vorsprung auf. Während der Erfolg des Co-Favoriten keine allzu große Überraschung war, sorgte die noch ganz am Anfang ihrer Laufbahn stehende Laura Skoruppa als Zweite mit einer gekonnten Fahrt im Sulky des 1.425:10-Riesenaußenseiters All Brioni für einen dicken Paukenschlag.

Bei der Startplatzauslosung für das Finale hatte Emma Stolle für Omia Boszorg die ungünstige Nummer „7“ erwischt. Die Amazone machte aus der Not aber eine Tugend und beorderte ihre Stute sofort in die Pole-Postion. Und tatsächlich: Im Vergleich zum Vorlauf verkaufte sich Omia Boszorg deutlich besser, bestimmte bis in den Einlauf hinein das Geschehen und wurde für die Fleißarbeit mit Rang drei belohnt. Zwei Gegner waren für die Crazed-Tochter – zumindest diesmal – dennoch eine Nummer zu groß. Nämlich zum einen Uluru, der von André Pögel geschickt in die Idealposition als viertes Pferd außen bugsiert worden war und das zweite Geld abkassierte. Und zum anderen Parodie Vrijthout, die von Linda Matzky mit der exakt identischen Taktik wie im Vorlauf erst auf der Schlusshalben eingesetzt worden war. Die Endschnelligkeit der Stute war erneut fantastisch. Parodie Vrijthout stürmte – sehr zur Freude von Linda Matzky, die zugleich ihre Besitzerin ist – mit einer Länge Vorsprung an Uluru vorbei.

Rein von der Börse her gesehen war der achte Lauf der „Gold-Serie“ sogar noch hochrangiger als der Winter-Pokal, denn er war mit stolzen 20.000 Euro dotiert. Und wohl nur selten in der Geschichte der aus Mariendorf nicht mehr wegzudenkenden Serie hat man ein Pferd gesehen, das mit seinen Konkurrenten derartig gespielt hat. Denn der Triumph von Yes Please und „Goldhelm“ Michael Nimczyk aus Willich (Foto bei der Siegerehrung) war nicht nur ein Erfolg – er war eine regelrechte Demonstration. Die Vorzeige-Stute der Familie Grössel hatte sofort die Spitze übernommen – und was dann folgte, war eine One Horse Show. Yes Please ließ ihren Gegnern nicht den Hauch einer Chance. Unterwegs führte die Sechsjährige stets deutlich – und als sie dann auf den letzten 800 Metern Zwischenzeiten von 10,5 und 09,0 auf das Derby-Geläuf trommelte, war die mit sechs Längen Vorsprung erzielte Glanztat endgültig perfekt.

Der zweite Rang ging vor dem diesmal nicht komplett durchdringenden Tyron Hill (Josef Franzl) an Sir Robert, der von Thorsten Tietz im Fahrwasser der Siegerin an der Innenkante optimal geschont wurde. Ebenfalls mit sechs Längen Vorsprung sprang für Michael Nimczyk noch ein zweiter Tagessieg heraus. Nämlich mit Frecciarossa Font, die zügig nach vorne gegangen war und die über 1.900 Meter führende Prüfung gewann.

Um 10.000 Euro Preisgeld ging es in einem Rennen für dreijährige Pferde. Sieben Teilnehmer versammelten sich hinter dem Auto. Zunächst gaben der Debütant Velten Manhattan (Thorsten Tietz) und Xandor (Roman Matzky) den Ton an – doch beide Pferde spielten letztendlich keine entscheidenden Rollen. Stattdessen durfte Jim Veldman mit Money Shark auf die Ehrenrunde gehen. Obwohl die Stute auf der Schlussrunde in der Außenspur ein recht anspruchsvolles Pensum bestreiten musste, zog sie im Einlauf immer wieder an und verwies die im Schlussbogen in dritter Spur gebrachte Rachel (Michael Nimczyk) auf den zweiten Rang. Jim Veldman gab mit Dream With You außerdem in einem Trotteur Francais von der 2.000-Meter Grundmarke aus vom Fleck weg den Ton an. Dafür musste der für 12:10-faches Geld gehandelte Wallach auf den letzten Metern allerdings einiges tun. Denn trotz 40 Meter Zulage wurde Henri de Jautais (Josef Franzl) im Einlauf noch mächtig gefährlich.

Nicht nur Jim Veldman, Linda Matzky und Michael Nimczyk besuchten am Sonntag gleich mehrfach den Winner-Circle. Sondern auch André Pögel landete zwei Tagessiege. Denn der Routinier punktete außer im Vorlauf des Winter-Pokals auch noch in einem weiteren Amateurfahren mit dem 14:10-Favoriten Blizzard PS. Der Gesamtumsatz in der Hauptstadt betrug 112.299 Euro. Davon wurden 26.308 Euro auf der Rennbahn selbst gewettet.

Foto-Quelle: traberpixx.de

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