An den neun Prüfungen am Sonntag nehmen insgesamt 96 Pferde teil.
Für den Weihnachtsrenntag am Sonntag, dem Saisonfinale auf der Trabrennbahn in Berlin-Mariendorf, platzen die Startfelder aus allen Nähten. Nicht weniger als 96 Pferde – darunter 14 frische Sieger – sind für die neun Prüfungen genannt, bei denen es für die Teilnehmer inklusive der Züchterprämie um rund 63.000 Euro Preisgeld gehen wird.
Die dickste Börse – nämlich 20.000 Euro – wird in dem als neuntes Rennen ausgetragenen finalen Lauf der Gold-Serie verteilt. Aber nicht nur dieser Wettkampf verspricht riesige Spannung. Das gilt auch für alle anderen Rennen, von denen die ersten fünf – eventuell sogar die ersten sieben – im Rahmen der PMU-Übertragung live in Frankreich gezeigt werden. „Am Sonntag ist wirklich alles möglich – ich finde kaum eine feste Bank“, sagte Mariendorfs Moderator und Wettexperte Nicolai Laaser.
Der Lauf der Gold-Serie steht exemplarisch dafür: Zwölf Pferde treten an und nicht weniger als zehn von ihnen sind bei optimalem Verlauf als Sieger denkbar. Denn das Rennen wird aus drei Bändern gestartet und in dem zu erwartenden Gerangel um die besten Positionen ist kaum etwas kalkulierbar. An der 2.500-Meter-Grundmarke werden sich Postillion (Peter Platzer), Yucatan Diamant (Josef Franzl), der zuletzt großartige Blizzard PS (Dennis Spangenberg) sowie WalkofFame Diamant (Thomas Panschow) versammeln.
Sie haben etliche Erfolgstypen im Nacken, die ihre 20-Meter-Zulage rasch wettmachen werden. Noah Newport (Jim Veldman) und Waldgeist (Robbin Bot) belegten im sechsten Lauf der Serie auf exakt derselben Distanz die Plätze eins und zwei. Intinori (Thomas Heinzig) hatte zwar ein Formtief zu verkraften, verkaufte sich zuletzt aber wieder deutlich besser. Villeneuf (Michael Nimczyk) und Sir Robert (Thorsten Tietz) mischen stets vorne mit. Force of Nature gehört auf jeden Tippschein. Nicht nur, weil mit Jaap van Rijn ein ausgesprochener Könner in seinem Sulky sitzt, sondern weil der erst vierjährige Hengst vermutlich die größte Klasse im Feld besitzt.
Während alle erwähnten Pferde bereits viel Geld gewonnen haben, sind die zehn Teilnehmer des ersten Rennens noch sehr unerfahren. Ustranas Pippo (Josef Franzl) und Odile Greenwood (Andreas Gläser) sind durch aktuelle Erfolge empfohlen, müssen sich aber ebenso wie Fortaleza DB (Thomas Panschow) vom Kilometerrekord her deutlich steigern. Theodora AS (Thorsten Tietz) trabte in der Wiederqualifikation dagegen schon eine 16er Zeit. Auch Man in the Mirror (Dieter Brüsten) ist recht interessant.
Das anschließende Trotteur Francais weist mit I Dream With You (Jim Veldman) und Kikri du Flot (Kornelius Kluth) ebenfalls zwei frische Sieger auf – aber vor allem Keep Dancing Hero (Danny den Dubbelden) darf nicht unterschätzt werden. Das dritte Rennen ist ebenso wie die fünfte Tagesprüfung mit der TippelTom-Talentförderung verknüpft. Während zuerst Fundador Font (Robbin Bot) favorisiert ist, spricht eine gute Stunde später vieles für Komino Blue Lagoon (Andreas Gläser), die Falle eines erneuten Erfolges definitiv zum Mariendorfer „Traber des Jahres“ avanciert. Zuhause ist die Stute aber noch lange nicht, denn insbesondere Ove Schermer (Jaap van Rijn) ist ein ernstzunehmender Konkurrent.
Zwischen die beiden TippelTom-Rennen ist ein Amateurfahren eingebettet. Beim Kampf um den bundesdeutschen Titel hat sich Tom Karten mit 31:27 Zählern zwar recht deutlich von Emma Stolle abgesetzt. Doch um auf Nummer sicher zu gehen, würde der amtierende Champion gerne mit Torri punkten, während Emma Stolle ihre Hoffnungen auf Laith H Boko setzt. Als Siegerin könnte allerdings Linda Matzky von der Piste fahren, denn ihre Stute Parodie Vrijthout läuft zweifellos in der Form ihres Lebens. Keineswegs übersehen sollte man auch Eberhard Truppo (Moritz Ecke).
Die Amateure treten ebenfalls im siebten Rennen an. Dort scheint Tom Karten mit Colombo im Vergleich zu Emma Stolle, die Aron Tabac steuert, das wesentlich unkompliziertere Pferd zur Hand zu haben. Im achten Rennen sticht Open Minded (Carsten Milek) anhand ihrer aktuellen Formen klar heraus. Hartnäckige Statistik-Fans werden dennoch ihre Zweifel haben, denn die Stute hat bei insgesamt 50 Starts noch nie eine Ehrenrunde gedreht. Es ist außerdem sehr erfreulich, dass beim Saisonfinale nicht nur die Mini-Traber, sondern auch die Reiterinnen präsent sein werden. Sie messen sich im sechsten Rennen und wie so oft wird Ronja Walter mit Hermes Herblinaie favorisiert sein – obwohl Deutschlands Dauer-Championesse in diesem Jahr den Mariendorfer Meistertitel ausnahmsweise an Sarah Kube, die im Sattel von Thai Soho sitzt, abtreten muss.
Foto-Quelle: traberpixx.de
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