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FC Schalke 04 zahlt landesbesicherte Darlehen vorzeitig zurück

Möglich machte dies die neue Unternehmensanleihe 2025/2030.
Wie durch Finanzvorständin Christina Rühl-Hamers (Foto) angekündigt, hat Zweitliga-Tabellenführer FC Schalke 04 zwei vom Land Nordrhein-Westfalen verbürgte Darlehen vorzeitig abgelöst. Möglich machte dies die erfolgreiche Platzierung der neuen Unternehmensanleihe 2025/2030 mit einem Volumen von 90 Millionen Euro.

Der Verein hatte Ende des letzten Jahres den Plan kommuniziert, mit den Mitteln neben der bereits erfolgten Refinanzierung der Anleihen 2021/2026 und 2022/2027 insbesondere vorrangig besicherte Finanzverbindlichkeiten – also die durch Landesbürgschaften abgesicherten Kredite – vollständig zurückzuzahlen. Genau das konnte rechtzeitig vor Jahresende umgesetzt werden: S04 hat sowohl den 2018 geschlossenen Konsortialkredit für Infrastrukturmaßnahmen auf dem Berger Feld als auch das 2020 in Anspruch genommene Corona-Darlehen vorzeitig gekündigt und vollständig zurückgezahlt.

Die Entlastung von diesen landesverbürgten Krediten ist ein wichtiger Schritt, um die finanzielle Stabilität des Vereins nachhaltig zu verbessern. „Die Umfinanzierung verschafft uns deutlich mehr Planungssicherheit und Handlungsspielraum“, erklärt Christina Rühl-Hamers, Vorstandsmitglied und verantwortlich für Finanzen. „Unser Kurs bleibt klar: Wir wollen bestehende Verbindlichkeiten Schritt für Schritt abbauen und damit die Grundlage für nachhaltigen sportlichen und finanziellen Erfolg legen. Die erfolgreiche Platzierung unserer Anleihe hat uns auf diesem Weg einen großen Schritt vorangebracht.“ Zugleich versteht der Verein den Kapitalmarkterfolg als Ansporn, den eingeschlagenen Stabilisierungskurs konsequent fortzuführen und auch künftig mit Weitblick zu agieren.

Mit der Ablösung des Berger-Feld-Kredits und des Corona-Darlehens verabschiedet sich Schalke 04 von zwei größeren Krediten der letzten Jahre. Im Juli 2018 hatte der Verein einen Konsortialkreditvertrag über 56 Millionen Euro mit einem Bankenkonsortium für das Infrastrukturprojekts „Zukunftsprojekt Berger Feld“ abgeschlossen. An dem Kredit waren fünf Banken beteiligt, das Land NRW übernahm eine Landesbürgschaft zur Absicherung. Durch die Corona-Pandemie und sportliche Rückschläge geriet das Infrastrukturprojekt ins Stocken, im April 2021 verkündete S04 einen strategischen Baustopp. Der Kreditbetrag wurde vertraglich auf 13,5 Millionen Euro reduziert. Nachdem Schalke 04 bereits zwei Teilrückzahlungen zu je 1,5 Millionen Euro geleistet hatte, betrug die zum Jahresende 2025 getilgte Restschuld 10,5 Millionen Euro. Der Konsortialkredit wäre planmäßig bis Juli 2032 gelaufen.

2020 hatte der S04 einen weiteren durch das Land NRW verbürgten Kredit aufgenommen: Im August unterzeichnete der Verein damals mit vier Banken einen Multibank-Rahmenkredit über 35,0 Millionen Euro. Dieses „Corona-Darlehen“ war bis zum 31. März 2028 befristet und wurde mit einer Landesbürgschaft abgesichert. Der krisenbedingte Kredit half, den pandemiebedingten Umsatzverlust des Vereins durch wegbrechende Zuschauer- und TV-Einnahmen abzufedern. In den Folgejahren konnte der Klub bereits rund 20 Millionen Euro des Corona-Kredits tilgen, so dass der zum Jahresende 2025 zurückgezahlte Restbetrag schließlich noch etwa 14,9 Millionen Euro betrug.

„Nach der erfolgreichen Ablösung der Kredite möchten wir die Gelegenheit nutzen, uns bei den beteiligten Banken und beim Land NRW zu bedanken. Sie haben in herausfordernden Zeiten an unserer Seite gestanden und den Weg der Konsolidierung mit möglich gemacht“, betont Rühl-Hamers und ergänzt: „Für uns stand fest, dass wir die Kredite so schnell wie möglich zurückzahlen wollen, um die Bürgschaft nicht länger als nötig in Anspruch zu nehmen. Das haben wir im Rahmen der neuen Unternehmensanleihe nun entsprechend umgesetzt.“

Wichtig ist S04 in diesem Zusammenhang eine Klarstellung: „Entgegen damaliger Berichterstattung haben die landesbesicherten Darlehen den Steuerzahler kein Geld gekostet“, erklärt Finanzvorständin Rühl-Hamers. „Im Gegenteil: Über Jahre hinweg haben wir Bürgschaftsgebühren an das Land entrichtet. Der Verein ist seinen Verpflichtungen jederzeit nachgekommen.“

Die Finanzvorständin blickt abschließend nach vorne: „Wir haben mit der Ablösung der beiden landesverbürgten Konsortialdarlehen zwei weitere Schritte bewältigt und damit wieder ein Stück des langen Weges zurückgelegt. Nun gilt es, diesen konsequent weiterzugehen, damit wir Stück für Stück mehr Räume für Investitionen schaffen, den Klub langfristig zu entwickeln – im Sport wie anderen zentralen Bereichen. Das ist und bleibt ein Marathon, und wir sind überzeugt, dass wir ihn erfolgreich meistern werden.“

Foto-Quelle: FC Schalke 04

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