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„Nie wieder“! Deutscher Fußball richtet 22. Erinnerungstag aus

Vor 81 Jahren wurde Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau befreit.
Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau befreit. Jedes Jahr rund um diesen Tag gedenkt der deutsche Fußball gemeinsam mit der Initiative „!Nie Wieder“ der im Nationalsozialismus verfolgten, deportierten und ermordeten Menschen. Auch in diesem Jahr beteiligt sich der Profifußball mit vielfältigen Aktivitäten im Kontext der Erinnerungstage rund um den 19. und 20. Spieltag.

Der FC St. Pauli plant rund um sein Nachholspiel gegen RB Leipzig am 27. Januar, dem Internationalen Holocaust-Gedenktag, mehrere Veranstaltungen und Aktionen des gemeinsamen Erinnerns. Auch der SV Werder Bremen wird im Zuge seines Nachholspiels gegen die TSG Hoffenheim am 27. Januar am Erinnerungsspieltag teilnehmen.

90 Jahre nach den Olympischen Spielen in Berlin setzt sich der Erinnerungsspieltag damit auseinander, wie in der Vergangenheit Sport als Propagandamittel eingesetzt worden ist.

Dieser Text beschreibt die inhaltliche Schwerpunktsetzung im Jahr 2026:

Sport und Fußball – nie unpolitisch

Das NS-Regime hat sich den Sport auf unterschiedliche Weise zu Nutze gemacht. Sport sollte unter anderem Arbeitsmoral und Kriegstüchtigkeit steigern und die Freizeitgestaltung normieren. Vor allem diente der Sport als Propagandamittel. Die Olympischen Spiele vor 90 Jahren waren das sportliche Großereignis schlechthin, das die Nazis dafür nutzten, ihre Macht zu demonstrieren und ihre Ideologie zu verankern – weit über Deutschland hinaus.

Auch der deutsche Fußball mit seinen englischen Wurzeln und seinen vielen jüdischen Pionieren wie Walther Bensemann, der im Jahr 1900 an der Gründung des DFB beteiligt war und 1920 den „kicker“ ins Leben rief, war nicht immun gegen den nationalsozialistischen Hass. Im Gegenteil: Viele Vereine wirkten an der Entrechtung jüdischer Bürgerinnen und Bürger aktiv mit – obwohl die NS-Führung dies im Sport mit Rücksicht auf die Olympischen Spiele 1936 zunächst nicht forcierte. Es bedurfte vielerorts also nicht einmal von oben verordneter Gleichschaltung. Selbst für Nationalspieler wie Julius Hirsch, der mit dem von Bensemann gegründeten Karlsruher FV 1910 Deutscher Meister wurde, war in ihrem Sport kein Platz mehr. Hirsch wurde in Auschwitz ermordet.

Viele führende Sportfunktionäre blieben trotz allem nach 1945 in ihren Ämtern. Mehr als ein halbes Jahrhundert sollte es dauern, bis Vereine und Verbände mit der Aufarbeitung ihrer Rolle während der NS- Zeit begonnen haben.

Was hat das heute mit uns zu tun?

All dies zeigt: Politische Neutralität des Sports ist eine Fiktion. Sportvereine sind per Organisationsform politische Institutionen, denn sie basieren auf demokratischen Grundwerten, leben von Mitbestimmung und Gleichberechtigung.

Der Blick in die Geschichte zeigt: Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Und fast immer, wenn die Demokratie unter Druck gerät, geht dies einher mit antisemitischen Tendenzen. Der Fußball mit seiner Strahlkraft trägt Verantwortung, unsere demokratischen Werte zu leben und zu verteidigen. Aktives Gedenken bedeutet daher gelebte Solidarität mit Jüdinnen und Juden, auch und gerade dann, wenn dies – wie derzeit – Courage und Haltung erfordert. 2026 gilt umso entschlossener die Botschaft der Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz: „Nie wieder!“

„Nie wieder“ ist jetzt. Und immer.

Foto-Quelle: Deutsche Fußball Liga

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