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FSV Gütersloh: Keine Verschmelzung mit Nachbar FC Gütersloh

Frauen-Regionalligist stellt sich neu auf und erweitert Ausrichtung.
Am 13. Februar 2025 hatte der aktuelle Frauen-Regionalligist FSV Gütersloh eine Kampagne zur Zukunftssicherung des Vereins gestartet. Ziel war es, die Finanzierung der damals noch laufenden und der aktuellen Saison zu sichern und damit die Voraussetzung dafür zu schaffen, die zuvor im ersten Anlauf gescheiterte Verschmelzung mit dem West-Regionalligisten FC Gütersloh doch noch zu realisieren – eine für den Fortbestand des Vereins als alternativlos angesehene Perspektive.

Die Rettungsaktion war äußerst erfolgreich. Innerhalb kürzester Zeit kamen über eine Crowdfunding-Aktion die angestrebten 80.000 Euro zusammen. Außerdem fand sich mit der Klaus-Peter Reinert Stiftung ein großer Unterstützer, der dem Verein eine Zuwendung in Höhe von 100.000 Euro zukommen ließ. Somit war der FSV Gütersloh in der Lage, dem FC Gütersloh einen finanziell schuldenfreien Status zum 30. Juni 2026 zu garantieren. Der Vorstand des FC Gütersloh teilte zum Jahreswechsel dennoch mit, von dem Vorhaben zurückzutreten. Eine Entscheidung, die die Führung des FSV Gütersloh mit Bedauern, aber auch mit Respekt zur Kenntnis nahm.

Für die Verantwortlichen des FSV stellte sich damit die grundsätzliche Frage, ob ein Weiterbestehen des Vereins und die Beibehaltung der ambitionierten leistungssportlichen Ziele möglich ist. Erschwert wurde die Antwort durch die Tatsache, dass neben anderen mit dem seit 2009 als Vorsitzender fungierenden Sebastian Kmoch (64), mit Chris Punnakkattu Daniel (44), der seit 2021 als Strategischer Berater sowie als Leiter Medien und Kommunikation tätig ist, sowie dem seit vielen Jahren als Trainer und Sportlicher Leiter agierenden Markus Graskamp (55) einige wesentliche Funktionsträger ihr Ausscheiden zum Saisonende angekündigt haben.

Der FSV Gütersloh kann jetzt dennoch mitteilen, dass die Fortführung des Vereins als selbständiger Frauenfußballklub fest beabsichtigt ist. Um den seit mehr als 40 Jahren ehrenamtlich tätigen Geschäftsführer Michael Horstkötter (62) herum hat sich eine Gruppe von Vereinsmitgliedern gefunden, die bereit sind, Führungsverantwortung und Aufgaben zu übernehmen. Dazu gehören der bei der Mitgliederversammlung im Dezember zum Stellvertretenden Geschäftsführer gewählte Patryk Pylinski (44), der bereits seit September als Jugendleiter tätige Ralf Philipper (54), sowie Christian Zens (48), Andreas Dobrzanski (49), Marvin Anders (36), Sandra Zens (43) und Dirk Strauß (54). Letzterer ist bereit, für das Amt des 1. Vorsitzenden zu kandidieren.

Mit Ausnahme von Strauß waren alle Kandidaten langjährig in verschiedenen Bereichen bei Blau-Weiß 98 Gütersloh engagiert. Welche Funktionen künftig beim FSV Gütersloh von ihnen übernommen werden, klärt sich bei einer für Mai vorgesehenen Mitgliederversammlung. Hauptaugenmerk der neuen Vereinsführung ist nun die Sicherung der finanziellen Basis.

„Ich hätte mich sehr über eine Rückkehr zum FC Gütersloh gefreut, bei dem ich vor mehr als 40 Jahren mein Engagement begonnen habe“, sagt Michael Horstkötter. „Wir haben als FSV seit 2009 unter schwierigen Bedingungen sehr viel erreicht. Ich danke allen, die daran mitgewirkt haben. Die Professionalisierung des Frauenfußballs hat sich in jüngerer Vergangenheit allerdings in einer Dimension entwickelt, die mich und uns als selbständigen Verein an die Grenzen und darüber hinaus gebracht hat. Jetzt bin ich froh, dass der Frauenfußball in der Tönnies-Arena als Markenzeichen des Sports im Kreis Gütersloh dank des Engagements neuer Leute erhalten bleibt und mein Lebenswerk weitergeführt werden kann.“

Foto-Quelle: Fabio Deinert/FSV Gütersloh 2009

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