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Traben Berlin: Fritz-Brandt-Rennen steht Karfreitag im Mittelpunkt

18.000 Euro-Prüfung seit mehr als 90 Jahren auf Derby-Bahn zu Hause.


Es gehört zu den traditionellsten Amateurprüfungen der Republik: Das schon seit mehr als 90 Jahren ausgetragene Fritz-Brandt-Rennen zieht stets prominente Fahrer mit erstklassigen Pferden an. Dies ist auch bei der aktuellen Auflage des Klassikers an Karfreitag (3. April) auf der Trabrennbahn in Berlin-Mariendorf der Fall.

Neben Emma Stolle und Tom Karten, die sich in der jüngsten Vergangenheit schon mehrfach packende Duelle um das bundesdeutsche Championat geliefert haben, und vielen weiteren Sportlern, die zu besten einheimischen Hobbyfahrern gehören, sind auch drei ausländische Gäste mit dabei: Nämlich die in ihrer Heimat ebenfalls die Elite verkörpernden Niederländer Ferry Hollander und Yanick Mollema sowie die erst 18 Jahre alte Stefanie Mayr. Die „Amazone“ schaffte trotz ihres noch jugendlichen Alters auf Anhieb eine Sensation und wurde 2024 sowie 2025 österreichische Amateur-Championesse. Stefanie Mayr führt somit die Tradition ihrer Familie, die in der Alpenrepublik eine wahre Dynastie darstellt, auf rühmliche Art und Weise fort.

Die Mariendorfer Zuschauer dürfen sich auf einen absoluten Festtag freuen. Dass das Ganze von einem tollen Familienprogramm mit vielen Kinder-Attraktionen umrahmt wird, macht alles nur noch schöner – zumal die Wetterprognose niederschlagsfreie äußere Bedingungen verkündet.

Und wie schaut die Vorhersage für das wettende Publikum aus? Nun gut – es gibt in den beiden als 5. und 6. Rennen ausgetragenen Fritz-Brandt-Vorläufen zwar durchaus Favoriten, aber im Ziel sind sie noch lange nicht. Denn ihre Gegner dürfen nicht unterschätzt werden. Zunächst kommen die Pferde der Gewinnsummenklasse bis 12.000 Euro an die Reihe. In der fünften Tagesprüfung könnten zwei Seriensieger erneut ganz vorne landen: Nämlich zum einen der von Tom Karten pilotierte Uletto (Foto), der in München und Wien auftrumpfte und 70 Prozent seiner bisherigen zehn Starts gewann. Und seine von Ferry Hollander gesteuerte Gegenspielerin Perfect du Grenat, die sogar sechsmal hintereinander zustach und auf eine ähnliche prozentuale Ausbeute kommt. Doch vor allem André Pögel dürfte etwas dagegen haben, dass sich das Geschehen zu einem reinen Duell seiner beiden Konkurrenten entwickelt. Denn der amtierende Mariendorfer Amateur-Champion darf sich mit der zuverlässigen Tampa Bay ebenfalls einiges ausrechnen.

Der zweite Vorlauf (6. Rennen) für Pferde mit einer Gewinnsumme bis 30.000 Euro wimmelt ebenso vor vierbeinigen Erfolgstypen. Auch hier treten zwei frische Sieger an. Die vom Rekord her schnellere der beiden ist Olivia Greenwood (Yanick Mollema), die über einen enormen Antritt verfügt. Sie wird von der Position eins aus zwar viel Druck von außen bekommen, könnte sich aber dennoch die Führung sichern. Sollte ihr dies tatsächlich gelingen, wird es für ihren Kontrahenten Valesco (Dr. Conny Schulz), der den Startplatz „7“ erwischt hat, sicherlich schwer. Der Wallach verfügt aber über enormes Können. Dass beide Konkurrenten ihre Kräfte in einem mörderischen Fight aufreiben könnten, wird zweifellos die Hoffnung von Linda Matzky sein. Denn deren Stute Parodie Vrijthout besitzt bekanntlich einen höllischen Speed und kommt am liebsten von hinten. Auch die Stefanie Mayr anvertraute Tanitha kann ein gehöriges Tempo gehen und sollte zumindest eine Finalberechtigung erhalten. Aus beiden Vorläufen kommen jeweils die ersten fünf Pferde weiter, wobei die gewinnreichere Klasse im Finale, das als abschließendes 12. Rennen ausgetragen wird, 20 Meter Zulage verkraften muss.

Michael Nimczyk in „Silber-Serie“ favorisiert

Ein weiterer Tageshöhepunkt, nämlich die dritte Etappe der „Silber-Serie“ um 10.000 Euro Preisgeld, geht als 10. Rennen über die Bühne. Ronja Bo (Michael Nimczyk) kam beim letzten Auftritt zwar auf der Startgeraden schwer von den Beinen, sollte diesen Ausrutscher aber umgehend korrigieren – denn ihre bisherige Saisonbilanz stimmt. Das trifft natürlich auch auf Take Five (Robbin Bot) und Uranja (Christoph Schwarz) zu, die in diesem Jahr bereits in 13er-Zeiten auf die Ehrenrunde gehen konnten. Eine derart stramme Pace ist aber auch für den laufgewaltigen LeBron Boko (Karel Gerrits), der seine Treffer fast immer außen herum erzielt, sowie für Karina Charisma (Josef Franzl), Andrala (Dennis Spangenberg) und Cash to Thelimit S (Gerhard Mayr) kein Problem. Während Time of Departure (Jens Bergmann) vor einer sehr anspruchsvollen Aufgabe steht, darf man vor allem auf den wieder genesenen Navajo MH (Marciano Hauber) gespannt sein. Der Wallach meldete sich nach einer mehr als einjährigen Pause in bärenstarker Manier zurück. Keine Frage: Dieser Lauf der Silber-Serie kann für Überraschungen sorgen.

Die Mariendorfer Veranstaltung beginnt mit einem vielbeachteten Debütanten. Der von seinem Trainer Holger Ehlert präsentierte Victus steht von seiner 15,0-Qualifikationszeit meilenweit über seinen Gegnern und sollte eine gute Gelegenheit sein, um Lose für die mit Preisen im Gesamtwert von 4.250 Euro überaus lukrative Prämienausspielung zu sammeln. Nach dem im direkten Anschluss stattfindenden Auftritt der Mini-Traber werden im 2. Rennen wohl auch auf Indy (Ronja Walter) viele Einsätze wandern. Der Wallach muss im Trabreiten aber gegen gute Gegner erst einmal beweisen, dass er unter dem Sattel klarkommt.

Seine Favoritenstellung ist daher nicht so eindeutig wie die von Pipa Massive (Michael Nimczyk), die im 3. Rennen nicht viel zu schlagen hat und weiterhin auf der Siegerstraße bleiben sollte. Weitaus offener dürfte es gute zwanzig Minuten später zugehen. Denn in der vierten Tagesprüfung sticht kein Teilnehmer klar heraus. Ustranas Pippo (Robbin Bot) ist zwar hoch anzusiedeln, wurde den Erwartungen aber jüngst nicht gerecht. Luke Danes (Josef Franzl), Charlie Ferro BR (Gerhard Mayr) sowie Fire Starter (Michael Nimczyk) gehören daher mit auf den Schein.

Das 7. Rennen weist zwar nur sieben Teilnehmer auf – die haben es aber in sich. Madeira Newport (Marciano Hauber) gewann in Gelsenkirchen mit der halben Bahn, trifft hier aber auf deutlich stärkere Konkurrenten als zuletzt. Foxtrot Jet (Christoph Schwarz) sowie Purple Flevo (Frederic Perner) landeten überzeugende Treffer und Johnny Handsome (Dennis Spangenberg) ist ebenfalls erfolgsverwöhnt.

Im anschließenden Trotteur Francais muss Ido d’Agice (Bernd Schrödl) nur glattgehen, um den 27. Sieg seiner Laufbahn zu landen. Das 9. Rennen ist als Handicap-Prüfung ausgeschrieben und trotz 20 Metern Zulage sollte Nena Greenwood (Robert Pletschacher) gut abschneiden – vorausgesetzt, sie kann die überzeugende letzte Leistung wiederholen.

Das mit der TippelTom-Talentförderung verbundene 11. Rennen sieht ein volles Dutzend Pferde am Start. Die meiste Aufmerksamkeit wird sich auf Sambasamba (Michael Nimczyk) und Ulanova L.A. (Christoph Schwarz) richten. Der Kreis der potentiellen Sieganwärter umfasst aber auch Joie de Vivre (Lasse Grundhöfer), Looks like Shiva (Joachim Hay), Karabatic (Bernd Schrödl), Thai Soho (Manfred Zwiener), Loaded Amin (Victor Gentz) und Dexter CG (Thorsten Tietz). Es ist also ordentlich Spannung garantiert.

Foto-Quelle: traberpixx.de

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