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Traben Berlin: Zwei Goldhelme, ein Shooting-Star und eine Weltmeisterin

Landesmeister und internationale Gäste bei Renntag am Sonntag dabei.
Das Publikum auf der Trabrennbahn in Berlin-Mariendorf darf sich bei der Rennveranstaltung am Sonntag ab 13 Uhr (insgesamt elf Prüfungen) auf Spitzensportler wie die Landesmeister Michael Nimczyk und Jaap van Rijn sowie auf internationale Gäste wie den Schweden Fredrik Plassen und den Italiener Roberto Vecchione freuen. Mit Janina Boysen ist sogar eine amtierende Weltmeisterin mit dabei.

Das Teilnehmerfeld ist zum Zunge schnalzen: Beim Blick auf die Namen der Sportler, die am Wochenende in Mariendorf vor Ort sein werden, könnte man glatt meinen, dass bereits das Derby-Meeting zur Austragung ansteht. Ganz so weit ist es zwar noch nicht – aber das hält diverse prominente Gäste wie die beiden Champions Michael Nimczyk und Jaap van Rijn, den Italiener Roberto Vecchione und den schwedischen Shooting-Star Fredrik Plassen sowie viele weitere Spitzenfahrer nicht davon ab, der Tempelhofer Bahn einen Besuch abzustatten.

Dazu dürfen sich die Berliner Zuschauer auf Janina Boysen freuen, die 2025 im Galopprennsport die „Fegentri World Championship for Lady Riders“ gewann und somit amtierende Weltmeisterin der Amateurrennreiterinnen ist. Die 38-Jährige, die in der Gemeinde Möser im nordöstlich von Magdeburg gelegenen Jerichower Land beheimatet ist, nimmt an einem Monté (Trabreiten) teil. Es wird als drittes Rennen ausgetragen. Janina Boysen trifft dort mit dem Wallach Gold and Green, der trotz seiner guten Gesamtform eher zu den Außenseitern gehört, auf die bundesdeutsche Sattel-Championesse Ronja Walter mit Neuf du Pape sowie die beiden mit Doppelzulage bedachten frischen Sieger Russel (Sarah Kube) und Ido d’Agice (Maja Thamm).

Zwei aktuelle Sieger treten auch im vierten Lauf der „Silber-Serie“ (zehntes Rennen) an, der ebenso wie eine Prüfung für vierjährige Pferde (siebtes Rennen) mit 10.000 Euro Preisgeld dotiert ist und daher besondere Aufmerksamkeit erfährt – nämlich Sokrates (Michael Nimczyk) sowie Mark Schermer (Thorsten Tietz), die in Wien und in Wolvega auf die Ehrenrunde gingen. Der Kreis der Erfolgsanwärter ist aber noch weitaus größer und kein einziges der acht startenden Pferde darf man aus den Überlegungen streichen.

Der über die 1.900-Meter-Normaldistanz führende Wettkampf verspricht lukrative Quoten. Angefangen von dem in Paris wirklich großartigen Duke of New York (Mario van Dooyeweerd) und dem letztjährigen Derby-Fünften Utkieker (Foto/Jaap van Rijn) über Fortebraccio Font (Danny Brouwer), Sheldrake (Rudolf Haller) sowie Uranja (Roberto Vecchione) bis hin zum Saisondebütanten Gustav Lynx (Erwin Bot) ist kein einziger Traber dabei, der nicht problemlos eine 12er-Zeit erzielen kann. Und auch von der Gewinnsumme her liegen alle Acht relativ dicht beieinander.

Dies gilt genauso für das Vierjährigen-Rennen, das zwar nur sechs Starter aufweist, aber dennoch schwer auszurechnen ist. Der von seinem Trainer Holger Ehlert als Lasbeker Derby-Hoffnung bezeichnete Victus (Roberto Vecchione) dominierte problemlos von der Spitze aus. Der Hengst muss sich aber mit Gegnern wie dem bisher nur ein einziges Mal bezwungenen Pirate Newport (Michael Nimczyk) und dem offensichtlich ebenso rasanten Pushin P YB (Danny Bouwer) auseinandersetzen, die bereits wesentlich schneller als er selbst unterwegs waren. Die Trainingsgefährten Genius Blue Grif (Jaap van Rijn) und Philou Boko (Erwin Bot) waren 2026 noch nicht am Start, konnten aber schon zwei- und dreijährig auf sich aufmerksam machen. Auch Velten Manhattan (Robbin Bot) darf keinesfalls übersehen werden Denn der Erstling der Kanadierin Velten New York, die in ihrer Laufbahn 15 Siege feierte, scheint das Können seiner Mutter vollumfänglich geerbt zu haben.

Die Veranstaltung, die von insgesamt fünf (!) Probeläufen und (Wieder-) Qualifikationen begleitet wird, beginnt mit einer Handicap-Prüfung, die Montjuic Boko (Victor Gentz), Dolce Vita Seniorita (Manfred Zwiener) sowie Kenzo Express (Anja Biss) auf den Leib geschneidert ist. Ein großes Fragezeichen steht hinter Euritmico Jet (Dennis Spangenberg), der sein Potenzial leider viel zu selten entfaltet. Im zweiten Rennen kehrt After Dark Diamant (Rudolf Haller) aus einer neunmonatigen Pause zurück und muss sich gegen Xandor (Jaap van Rijn), Paul H Greenwood (Robbin Bot) sowie Alex A’lir (Dennis Spangenberg) beweisen. In der vierten sowie in der fünften Tagesprüfung ist Roberto Vecchione mit Valencia sowie mit Urbina gleich zweimal nacheinander favorisiert.

Am sechsten Rennen, dem Frühjahrs-Pokal des VDT, nimmt ein Fahrer teil, der derzeit in seiner Heimat Schweden in aller Munde ist. Die Rede ist von dem 22-jährigen Fredrik Plassen, dessen Laufbahn sich absolut fantastisch entwickelt. Der in Gävle lebende Skandinavier feierte bisher nicht nur 113 Siege und gewann das Nachwuchs-Championat, sondern er erzielte trotz seiner Jugend bei seinen Fahrten Gewinnsummen, von denen Aktive hierzulande nur träumen können. 2025 waren es 416.000 Euro und obwohl die aktuelle Saison noch nicht einmal vier Monate alt ist, sind bereits rund 304.000 Euro zusammengekommen.

Das Besondere daran: Viele seiner herausragenden Erfolge verbuchte Plassen nicht etwa mit Favoriten, sondern teilweise mit krassen Außenseitern. Wer weiß, vielleicht kann er nun in Berlin mit dem eminent flinken, aber zugleich sehr diffizilen Vermithrax punkten. Ein wenig Magie seitens Plassens wird allerdings auch nötig sein. Denn mit dem Mariendorfer „Traber des Jahres“, Komino Blue Lagoon, hat Vermithrax eine hammerharte Kontrahentin vor der Brust. Ihr Karlshorster Start-Ziel-Triumph war für die von Andreas Gläser trainierte und gesteuerte Stute lediglich eine bessere Trainingsarbeit.

Das achte Rennen ist ein „Trotteur Francais“ für in Frankreich gezogene Pferde. Eigentlich wäre Jeps de Guoz (Michael Nimczyk) mal wieder für einen Sieg überfällig. Aber Know by Now (Victor Gentz), Gouritch (Thomas Reber), Lamkelze de Niel (Bernd Schrödl) und der in Gelsenkirchen überaschend tapfer durchziehende Ghibli (Mario van Dooyeweerd) könnten ihm Steine in den Weg legen.

Mit Fit for Future besitzt Michael Nimczyk rund 25 Minuten später ebenfalls eine gute Chance. Sein Hauptgegner dürfte Victor Gentz im Sulky der Maharajah-Tochter Gloria As sein. Den Abschluss der Veranstaltung bildet ein mit der TippelTom-Talentförderung verknüpftes Rennen, das angesichts von elf Startern Überraschungen verspricht. Falls es nach dem Willen ihrer Fahrerinnen geht, könnte sich das Karlshorster Duell zwischen der stets führenden und bis zum Pfosten durchhaltenden Desert Rain (Laura Skoruppa) und ihrer hartnäckigen und in toller Form befindlichen Verfolgerin Allypally (Franziska Höltje) wiederholen. Doch eine Reihe weiterer Sieganwärter, zu denen auch Purple Flevo (Leo Hönig) gehört, werden alles dafür tun, einen reinen Zweikampf zu verhindern

Foto-Quelle: traberpixx.de

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