79:10-Außenseiter aus Mülheimer Quartier gewinnt wichtigste Vorprüfung.
Ein Mitfavorit für das 157. Deutsche Derby (650.000 Euro, 2.400 Meter), das bedeutendste Galopprennen des Jahres hierzulande am 5. Juli in Hamburg-Horn, heißt seit diesem Sonntag – recht überraschend – Englishman (Foto). Der von Marcel Weiß in Mülheim für das Gestüt Ittlingen von Möbel-Unternehmer Manfred Ostermann trainierte dreijährige Nathaniel-Sohn gewann mit dem 191. Union-Rennen (70.000 Euro, 2.200 Meter) auf der Galopprennbahn im Weidenpescher Park in Köln die wichtigste Vorprüfung für das „Blaue Band“.
Der französische Jockey Enzo Crublet saß im Sattel des 79:10-Außenseiters. Englishman avancierte damit zum Nachfolger von Zuckerhut, der dieses Rennen 2025 gewonnen hatte. Für Enzo Crublet war es der erste Erfolg überhaupt auf höchster Ebene. Dabei dominierte Englishman mit einer Leichtigkeit, die die 8.500 Besucher begeisterte. Ohne dass Enzo Crublet einen Finger rühren brauchte, war Englishman bei seiner sehenswerten Vorstellung im Bilde. 1 ¼ Längen trennten den Sieger von dem lange führenden Westminster Rocket (Eduardo Pedroza) auf Platz zwei. Auch der Favorit des Rennens lief das erwartet gute Rennen. Dritter wurde Stall Liberty Racings Kairos (Leon Wolff) vor Weekend Warrior (Thore Hammer-Hansen).
Die Stimmen zum 191. Union-Rennen:
Enzo Crublet (Reiter des Siegers Englishman): „Er war anfangs etwas faul, aber ich kam dann immer besser ins Rennen. Ich hatte ein perfektes Führpferd, am Ende ging es leicht. Ich bin überglücklich. Danke für das Vertrauen.“
Marcel Weiß (Trainer von Englishman): „Er ist ein ganz tolles Pferd. Der Reiter hat ihm ein perfektes Rennen serviert. Die 2.400 Meter sind sogar noch besser.“
Andreas Wöhler (Trainer des zweitplatzierten Westminster Rocket: „Wir sind nicht unzufrieden und hätten natürlich lieber ein Führpferd gehabt.“
Philipp Hein (Geschäfsführer des Kölner Renn-Vereins): „Es war eines der interessantesten Union-Rennen der letzten Jahre. Wir haben einen großartigen Sieger gesehen, der nun Mitfavorit für das Derby in Hamburg ist. Unser Dank gilt der Sparkasse KölnBonn, die auch in diesem Jahr der Sponsor des Renntages war.“
Begonnen hatte die Veranstaltung, der mit gutem Besuch bei Frühlingstemperaturen von um die 20 Grad stattfand, mit einem Rennen für Dreijährige über 2.400 Meter. Der Sieg ging unerwartet an die von Marcel Weiß in Mülheim an der Ruhr trainierte 117:10-Außenseiterin Aomanda für das Gestüt Auenquelle (Rödinghausen) mit der Schweizerin Sibylle Vogt im Sattel. „Sie lief zum ersten Mal und war zu Hause sehr unscheinbar. Es ist aber auch alles perfekt gelaufen“, so die Siegreiterin.
Den dritten Mülheimer Erfolg des Tages sahen die Besucher in der „Start-Up-Trophy“ über 1.600 Meter. Hier gewann Jockey Leon Wolff mit dem von Yasmin Almenräder vorbereiteten Montanus, der mit der Empfehlung eines zweiten Platzes nach Köln gereist war. Der Amaron-Sohn kam dabei zu einem ungefährdeten Erfolg und dürfte nach diesem Eindruck auch in der Black Type-Klasse bestehen.
Den mit 10.000 Euro dotierten „Private-Banking Cup“ über kurze 1.400 Meter entschied der dreijährige Wallach Bapp mit Jockey Rene Piechulek (München) für Besitzer Holger Renz (Köln) als 69:10-Chance für sich. Bapp war für den Kölner Trainer und Ex-Jockey Andreas Helfenbein der erste Sieger in dieser Saison.
Foto-Quelle: Klaus-Jörg Tuchel/Kölner Renn-Verein
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