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Galopp Hamburg: Fabian Xaver Weißmeier jubelt im Hansa-Preis

Global Health überrascht – Vorjahres-Derbysieger Hochkönig wird Vierter.


Der fünfjährige Wallach Global Health, trainiert von Fabian Xaver Weißmeier (Foto) in Iffezheim bei Baden-Baden, gewann auf der Galopprennbahn in Hamburg-Horn vor 5.680 Besuchern am Samstag sensationell den Großen Hansa-Preis über 2.400 Meter als 189:10-Außenseiter. Es ging um Prämien von 70.000 Euro. Im Hauptrennen des Tages verwies Global Health die von Peter Schiergen (Köln) trainierte Santagada (57:10) sowie die favorisierten Alleno (Trainer Marcel Weiß/Mülheim) und Vorjahres-Derbysieger Hochkönig (Trainerin Yasmin Almräder/Mülheim) auf die weiteren Plätze.

Hinter dem Norweger Ami De Vega, der am Ende Sechster wurde, hatte der aus der Zucht des Gestüts Ebbesloh stammende und zuletzt für 33.333 Euro nach einem Verkaufsrennen in Frankreich vom „Stall H3 Racing“ der Familie Hettich erworbene fünfjährige Wallach Global Health ein ideales Rennen. Erstmals startete Global Health unter der Regie des aus Sonsbeck stammenden Trainers Fabian Xaver Weißmeier. Jockey Benjamin Marie, dem wahrlich derzeit alles gelingt, hatte den Ritt von dem verletzten Giovanni Sias übernommen, und kontrollierte vorne auf der Zielgeraden früh die Situation.

Leicht mit zweidreiviertel Längen Vorsprung verabschiedete sich Global Health von seinen Gegnern und stand bald als Sensationsgewinner der 40.000 Euro Siegprämie fest. Global Health galt vor zwei Jahren als Derby-Hoffnung, doch gesundheitliche Probleme hatten die großen Pläne lange verhindert. Peter Schiergens Klassestute Santagada stürmte mit viel Speed noch auf den Ehrenplatz vor Alleno, der auf vielleicht schon zu weicher Bahn nur noch auf Rang drei vorstieß. Derbysieger Hochkönig musste sich mit Platz vier begnügen, auch er wirkte nie zwingend. Enzian schob sich nur auf Rang fünf vor den nachlassenden Ami De Vega und Wintertraum.

Pershing wie eine „Rakete“

Natürlich war auch das Rahmenprogramm bestens besetzt, unter anderem mit zwei Rennen der zweithöchsten Kategorie. Auch hier gab es starke Sieger zu bewundern, zunächst bei den Kurzstrecklern: Der Name kommt von einer Mittelstrecken-Rakete – und offenbar besitzt auch die vierjährige Stute Pershing (107:10) jede Menge Geschwindigkeit. Im Hamburger Flieger-Preis (35.000 Euro, 1.200 Meter) dominierte die Lady des Stalles Turffighter von Hans Wirth aus Waghäusel Start-Ziel mit Sibylle Vogt im Sattel. Nie kam ein Gegner entscheidend an die erstmals in diesem Jahr und erstmals von Erfolgstrainer Marcel Weiß aufgebotene Pershing heran.

„Sie kam sehr schnell aus der Startmaschine. Ich hatte aus der Box 14 auch nicht viele andere Möglichkeiten, als selbst zu gehen“, gab Sibylle Vogt später zu. „Ich habe sie immer für eine Sprinterin gehalten. Pershing ist seit drei Monaten bei mir im Stall. Sie hatte sich super eingelebt. Wir steuern nun ein Rennen in drei Wochen in München und danach die Goldene Peitsche in Iffezheim an“, berichtete Marcel Weiß.

Noch sehr viel Boden machte Bacarda als Zweite gut. „Leider hatte sie einen sehr schlechten Rennverlauf, sonst hätte sie gewonnen“, meinte ihr Betreuer Andreas Wöhler (Gütersloh). Auch der norwegische Gast Ides Of March hielt auf Rang drei bestens stand. Sibylle Vogt machte direkt anschließend im „Hanshin Cup“ (2.000 Meter), einem Amazonenreiten, die Favoritenwetter mit Sunny Sunshine (26:10) glücklich, die für das Gestüt Etzean und Trainer Roland Dzubasz locker zum Zuge kam.

Drei Volltreffer für Yasmin Almenräder

Eines der traditionsreichsten Rennen in Horn ist der „Lange Hamburger“ (30.000 Euro, 3.200 Meter). Auf dem schweren Untergrund fühlte sich der fünfjährige Walach Anspruch, den Yasmin Almenräder in Mülheim für Bernd-Rüdiger Gossens und Sandra Hemmers vorbereitet, pudelwohl und zwang auf den letzten Metern die tapfer dagegenhaltende Nastaria noch mit toller Energieleistung in die Knie und bewies eine echte Pferdelunge. „Wir haben ihn vorsichtig aufgebaut, es war genau sein Boden“, schilderte die Trainerin. Jockey Jack Mitchell gab die Partie nie verloren.

Nastaria unterlag in allen Ehren, auch wenn sie den Sieg von 2023 nicht ganz wiederholen konnte. „Auf 3.000 Metern hätte sie gewonnen“, glaubte Besitzer Volker Franz Schleusner. Der Riesenaußenseiter Nachthimmel komplettierte die Dreierwette vor dem von der Spitze enttäuschend früh nachlassenden Favoriten Zuckerhut.

Für Trainerin Yasmin Almenräder und Jockey Jack Mitchell kam es aber noch besser, denn auch Montanus (111:10) holte sich mit dem 1.600-Meter-Rennen (25.000 Euro) eine Top-Prüfung. Auch die 64,5 Kilo störten Susanne Ottofüllings Wallach nicht im Geringsten, so dass er Klaudius und Bowerchalke sicher abfing.

Für emotionale Momente sorgte dann auch noch der Sieg von Maidstone (55:10), der in einem 1.600-Meter-Handicap mit Thore Hammer-Hansen im Sattel nicht nur für den dritten Tagestreffer von Trainerin Yasmin Almenräder sorgte, sondern für Besitzer Robin Weber triumphierte, der seit seinem schweren Sturz im letzten Jahr auf den Rollstuhl angewiesen ist, aber seine Situation bemerkenswert meistert.

Erfolgsteam gewinnt immer weiter

Unübertroffen ist die Stallform des Kölner Trainers Andreas Suborics und des bei ihm beschäftigten französischen Jockeys Benjamin Marie. Völlig souverän holte sich dieses Erfolgsteam mit World Vision (43:10) eine weitere 25.000-Euro-Prüfung über 2.200 Meter gegen Why Limit und Sedano in der Außenspur. Besitzer Achim Weyrauch machte zeitgleich eine Radtour am Brenner. „World Vision hatte sich dieses Jahr noch einmal verbessert“, erklärte Andreas Suborics nach seinem vierten Meetingstreffer.

Der Wettumsatz in den zehn Rennen am Samstag belief sich trotz sehr widriger Wetterverhältnisse auf 605.400 Euro. Das ist trotz zweier Rennen weniger als 2025 eine Steigerung von 20 Prozent. Der Bahnumsatz blieb konstant. „Wir hatten ein enorm gutes Wettpublikum“, zog HRC-Schatzmeister Johann-Heinrich Riekers ein sehr positives Fazit.

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