Schützling von Trainer Andreas Wöhler gewinnt zum Totokurs von 848:10.

Riesensensation im 157. Deutschen Derby auf der Galopprennbahn in Hamburg-Horn: Der von Andreas Wöhler in Gütersloh für den Stall Bergholz trainierte 848:10-Außenseiter Dardanos gewann sensationell den mit 650.000 Euro dotierten Klassiker über 2.400 Meter. Mit Jockey Wladimir Panov im Sattel verwies Dardanos mit Chiefland (Trainer Henk Grewe/Jockey Cieren Fallon), Salitos (Peter Schiergen/Bauyrzhan Murzabayev) und Kairos (Henk Grewe/Leon Wolff), die ebenfalls allesamt nicht zum engsten Favoritenkreis gehörten, gleich drei Pferde aus dem Besitz von „Liberty Rancing“ (Syndikat um Ex-Fußballmanager Lars-Wilhelm Baumgarten/Bad Harzburg) auf die nächsten Plätze.
Für Trainer Wöhler, dessen Sieganwärter Gostam (50:10) nur auf Platz zehn landete, war es bereits der sechste Derbysieg seiner Karriere. Jockey Panov feierte dagegen mit seinem ersten Triumph im „Blauen Band“ den größten Erfolg seiner Laufbahn. „Es ist der Hammer – der größte Tag in meinem Jockey-Leben“, freute sich Panov. Für den von Marcel Weiß in Mülheim vorbereiteten Union-Sieger Englishman (41:10) sprang Rang sechs heraus. Der hoch eingeschätzte englische Gast Bay Of Brilliance (34:10) kam nicht über den 17. und damit vorletzten Platz hinaus.
Nach Angaben des Galopper-Dachverbandes „Deutscher Galopp“ ist die Siegquote von 848:10 die höchste in der langen Geschichte des Derbys, das seit 1869 ausgetragen wird. Dardanos erwischte unter Jockey Wlademir Panov einen guten Start, gab dann zwischendurch die Führung ab, lag aber immer im Vorderfeld der 18 Teilnehmer. Auf der Zielgeraden griff Dardanos frühzeitig an und konnte sich am Ende sicher mit einer Länge Vorsprung durchsetzen. In der griechischen Mythologie gilt Dardanos als der Stammvater der Trojaner. In Hamburg hat er jetzt den Galopp-Olymp erklommen.
Gezüchtet wurde Dardanos von Barbara Holubova aus Tschechien, sein Vater Soldier Hollow zählt zu den erfolgreichsten deutschen Deckhengsten der letzten Jahrzehnte. Es ist bereits der dritte Derbysieger für Soldier Hollow. Als Jährling ersteigerte der Stall Bergholz auf der BBAG-Auktion im badischen Iffezheim Dardanos für 10.000 Euro. Hinter dem Stall stehen der Hamburger Hans-Wilhelm Jenckel und Friedrich von Lehnte. Der Rechtsanwalt aus Hannover hält auch Anteile an der Besitzergemeinschaft „Liberty Racing“ und war somit an den ersten vier Plätzen im Deutschen Derby 2026 beteiligt. Ein wahrlich historischer Moment!
Das Derby ist das wichtigste Galopprennen in Deutschland. Es führt über 2.400 Meter, trägt den höchsten internationalen Status („Gruppe I“) für die sportlich und züchterisch wichtigsten Vollblut-Prüfungen und ein Gesamtpreisgeld von 650.000 Euro, davon allein 390.000 Euro für das Siegerteam.
Die ungewöhnliche Startzeit (15.44 Uhr) war der Zusammenarbeit mit dem von Hongkong aus geleiteten World Pool geschuldet. Das heißt, dass das Derby in zahlreichen Ländern zu sehen und zu bewetten war. „Von den dadurch generierten Zusatzeinnahmen profitiert nicht nur der Hamburger Rennclub als Veranstalter, sondern über einen Fördertopf auch der gesamte deutsche Rennsport“, betont der Präsident des Dachverbandes „Deutscher Galopp“, Dr. Michael Vesper. Rund um das Derby wurden insgesamt sechs Hamburger Rennen im World Pool übertragen, so viele wie noch nie an einem deutschen Renntag seit Beginn der Zusammenarbeit vor drei Jahren.
Das Derby steht als Zuchtprüfung nur dreijährigen Vollbluthengsten und -stuten offen, wobei in diesem Jahr keine Stuten an den Start kamen. Die letzte Siegerin bleibt damit Borgia 1997.
Foto-Quelle: Marc Rühl/Deutscher Galopp
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