Deutsche Hoffnungen ruhen vor allem auf Night Breath von Marcel Weiß.
Die „Sommer-Festspiele“ im deutschen Galopprennsport gehen weiter: Am Sonntag wird auf der Galopprennbahn am Düsseldorfer Grafenberg der 168. Henkel-Preis der Diana entschieden. Mit einem Gesamtpreisgeld von einer halben Million Euro – davon allein 300.000 Euro für das Siegerteam – ist es nach dem Deutschen Derby das am höchsten dotierte Galopprennen in Deutschland. Der seit 1857 ausgetragene Preis der Diana zählt zu den so genannten klassischen Rennen. Das sind speziell für die Zucht besonders bedeutende Prüfungen, an denen nur dreijährige Pferde teilnehmen dürfen.
Vorbild für den Preis der Diana waren die im englischen Epsom erstmals gelaufenen „Oaks“, die es bereits seit 1779 gibt. An den „Oaks“ oder der „Diana“ dürfen nur Stuten teilnehmen. Deshalb wird das Rennen auch gerne als „Stutenderby“ bezeichnet. Die über 2.200 Meter gelaufene Prüfung ist aber nicht nur ein Klassiker, sondern eines von sieben Rennen in Deutschland, die auch im internationalen Vergleich zur obersten Kategorie gehören.
Für die internationale Note sorgen am Sonntag zwei Starterinnen aus Frankreich. Die von Yann Barberot aufgebotene Lapotheose dürfte sich dabei als besonders harter Brocken für ihre Konkurrentinnen herausstellen. Die Stute ist bei vier Lebensstarts noch ungeschlagen und hat zuletzt in Paris-Longchamp ein Rennen der höchsten Kategorie gewonnen. Lapotheose profitiert von der vom Dachverband „Deutscher Galopp“ eingeführten „Win and you’re in“-Regel und rückte durch ihren Sieg im „Prix Saint Alary“ ins 16er-Feld.
Diese Regel bietet in einigen ausgesuchten europäischen Spitzenrennen die Möglichkeit, ein Pferd für den Preis der Diana kostenlos nachzumelden. Normalerweise würde das 50.000 Euro kosten. Ziel der Regel ist es, Top-Pferde anzulocken, um das internationale Rating dieser für die deutsche Vollblutzucht so wichtigen Prüfung hochzuhalten. Den letzten Gästesieg gab es 2020 durch die in England von John Gosden trainierte Miss Yoda.
Die deutschen Hoffnungen ruhen vor allem auf Night Breath, die Marcel Weiß in Mülheim an der Ruhr trainiert. Sie ist bei zwei Starts in diesem Jahr ebenfalls noch ungeschlagen und kennt den anspruchsvollen Kurs am Grafenberg bereits. Schließlich gewann sie Ende Juni dort das Diana-Trial vor ihrer Stallgefährtin Giorgia, die am Sonntag ebenfalls dabei ist. Night Breath trägt die Farben des Gestüts Wittekindshof aus dem Sauerland, das die „Diana“ schon mehrfach gewinnen konnte – zuletzt vor zehn Jahren mit Serienholde.
Einer, der weiß, wie „Diana“ geht, ist auch Trainer Andreas Wöhler, der auf dem Gestüt Ravensberg bei Gütersloh tätig ist. Mit Toskana Belle machte er vor vier Jahren das halbe Dutzend an Siegen voll. In diesem Jahr hat er mit Soreanga, zuletzt Siegerin in Hamburg, und Lady Evi, Zweite in den „Oaks“ von Italien, zwei heiße Eisen im Feuer. Ein weiteres noch ungeschlagenes Pferd ist Nachteule, die von Peter Schiergen in Köln vorbereitet wird. Zwei Starts, zwei Siege lautet ihre makellose Bilanz. Allerdings wird jetzt ein gewaltiger Sprung in der Klasse von der Stute verlangt. Doch auch Schiergen kennt sich bestens mit „Diana“-Siegerinnen aus. Fünf Titel stehen für ihn zu Buche, im Vorjahr gewann er mit Nicoreni aus dem ostwestfälischen Gestüt Ebbesloh.
Gestartet wird der 168. Henkel-Preis der Diana am Sonntag, 2. August, als fünfte Tagesprüfung gegen 15.40 Uhr. Das Rennen ist auch Teil des von Hongkong aus geführten World Pool. Insgesamt gehen am Grafenberg neun Rennen über die Bühne, darunter auch der Fritz-Henkel-Preis (55.000 Euro) sowie ein BBAG-Auktionsrennen für Dreijährige (52.000 Euro). Der erste Start erfolgt um 13.22 Uhr.
Foto-Quelle: Marc Rühl/Deutscher Galopp
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