Bayerischer Erfolg auch im Finale zur Newcomer-Serie auf der Derby-Bahn.

Bei strömendem Regen wurde das Derby-Meeting auf der Trabrennbahn in Berlin-Mariendorf am Samstag mit einer PMU-Matinée eröffnet, deren Qualität und Quantität den Derby-unwürdigen Wetter-Verhältnissen aber Paroli bieten konnten. Trotz einiger Nichtstarter kamen in sieben Rennen fast 80 Pferde an den Ablauf, fünfmal gewannen die Favoriten.
Zwei 20.000 Euro-Rennen im Rahmen einer Vormittagsveranstaltung sieht man selbst auf der Derby-Bahn nicht alle Tage. Beide Prüfungen waren jeden Euro wert und wurden von bayerischen Gästen gewonnen. Im Finale zur Newcomer-Serie begeisterte zunächst Rainbow Bo, den der eigens für diese Fahrt aus dem Süden angereiste Christoph Schwarz lange im Mittelfeld verhielt, aber nach einer Runde mit dem am Toto doppeltes Geld bringenden Favoriten die Initiative ergriff und den führenden Fundador Font, der seinerseits nach halber Strecke Colombo abgelöst hatte, schon im Schlussbogen allmählich unter Kontrolle bekam. Auch die von weit hinten immer stärker werdende White Flake schnappte sich den Ex-Piloten noch, während Colombo im Einlauf geschlagen war und auch noch das Geläuf verlor.
Die am härtesten umkämpfte Entscheidung war die im abschließenden Charlie Mills-Memorial, wo Tyron Hill (Foto/Josef Franzl) zum wiederholten Mal seinen unbändigen Kampfgeist in die Waagschale warf. Bereits die Eröffnung, in der auch Bayard gerne die Oberhand behalten wollte und es kurz tat, dann aber die Führung sofort abtrat, war nicht ohne Aufwand gewesen. Ein anschließend ruhigeres Tempo kam Tyron Hill natürlich zugute, doch als im Einlauf nicht die favorisierten Schampus und Zoom Diamant angriffen, sondern Charity-Traber Trogir, schien es ganz eng zu werden für den Piloten. Aber Trogir wechselte die Beine, konnte nicht mehr mit letzter Konsequenz gefordert werden und musste sogar noch eine Überprüfung überstehen, bevor der Ehrenplatz hinter dem grandiosen Tyron Hill feststand. Der siegte mit „Hals“, während auf Platz drei ein offensiv eingesetzter Charmy Charly As einen knappen Vorteil gegenüber dem vom letzten Platz noch viel Boden gutmachenden Schampus ins Ziel rettete. Die Siegquote von 96:10 erfreute nicht nur den Anhang von Tyron Hill, sondern war die lukrativste, zu der der Hengst seit fast zwei Jahren gestartet ist. Nach drei Erfolgen im Bayerischen Zuchtrennen von Pfarrkirchen holte er sich im Charlie Mills-Memorial den vierten 10.000 Euro-Scheck der Karriere ab und manifestierte mit dem 31. Treffer bei nur 47 Starts endgültig seinen Status als Publikumsliebling.
Auch wenn es in den mit je 6.000 Euro Dotation ausgestatteten PMU-Rennen finanziell etwas ruhiger zur Sache ging, bildeten die drei Erfolge des Niederländers Jaap van Rijn ein weiteres Highlight des Tages. De deutsche „Goldhelm“ Michael Nimczyk aus Willich ging dagegen diesmal leer aus.
Foto-Quelle: Lingk/Trabrennverein Berlin-Mariendorf
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